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Alt 23.09.2007, 02:49   #135 (permalink)
Jurgy
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Standard 22. September 2007

ES WAR EINMAL IN AMERIKA
(Once Upon A Time In America, 1984)
Regie: Sergio LEONE
Cast: Robert DE NIRO, James WOODS, Elizabeth MCGOVERN, Treat WILLIAMS, Tuesday WELD, Burt YOUNG, Joe PESCI, Danny AIELLO ...

Link zu meiner DVD-Sammlung
Wikipedia
IMDb-Rating: 8.3/10
Meine Bewertung: 5/5




Einer jener Tage, an denen man vor seiner DVD-Sammlung steht und überlegt, welchen der vielen noch nicht gesehenen Filme man sich heute ansehen könnte. Und während ich mir noch überlege, ob LITTLE CHILDREN und/oder NOTES ON A SCANDAL das Abendprogramm bilden werden, da ... ja da fällt der Blick auf dieses wunderschöne Digipak mit dem tollen Cover ... und schon hat man die ersten Takte von Ennio MORRICONE in den Ohren. Alle Filme vergessen, welche man sich ansehen wollte oder sollte ... wie hypnotisiert streckt sich der Arm aus, ergreift den Film, DVD in den Player eingelegt ... und von der ersten Sekunde an ist man gebannt ... ONCE UPON A TIME IN AMERICA

ONCE UPON A TIME IN AMERICA war der letzte Film von Sergio LEONE und bildete den Abschluss seiner Amerika-Trilogie (neben C'ERA UNA VOLTA IL WEST, 1968 und GIÙ LA TESTA, 1971). Bekanntlich existieren weltweit verschiedenste Versionen des Films, welche sich in der Länge und teilweise in der Erzählstruktur unterscheiden. Vor allem für den amerikanischen Raum wurde eine Version geschaffen, welche ohne Zeitsprünge geschnitten wurde ... allerdings nicht von LEONE, weshalb er sich immer von dieser Version distanziert hat. Nach Drehende verfügte LEONE über ca. 8 bis 10 Stunden Filmmaterial, welches er auf 6 Stunden zusammenschneiden wollte. Leider ließen dies die Produzenten nicht zu. LEONE wollte den Film auf 250 bis 265 Minuten kürzen, aber im Endeffekt wurden Szenen, welche Noodles' schwierige Beziehung zu den Frauen weiter erläutern sollten, geopfert, um die entgültige Länge von 229 Minuten (NTSC) zu erreichen.

ONCE UPON A TIME IN AMERICA is the kind of movie where the telephone is allowed to ring 24 times and characters take 63 seconds to stir a cup of coffee!
Über 40 Jahre erstreckt sich die Geschichte von Liebe, Freundschaft, Verrat, Rivalität, Schuld und Sühne zwischen Noodles (Robert DE NIRO) und Max (James WOODS). Vor allem die ersten 90 Minuten des Films sind wohl mitunter das Beste, was die Filmwelt je geschaffen hat. Jede einzelne Szene vermittelt eine eigene Geschichte und wurde perfekt von LEONE in der jeweils richtigen Stimmung inszeniert. Auch bei den Überblendungen der einzelnen Szenen bzw. Zeitsprüngen wählte LEONE geniale und teils experimentelle Einstellungen. Über mehrere lange Szenen klingelt beispielsweise ein Telefon, dass erst in der nächsten Szene abgenommen werden soll ... oder die Szene, als ein ergrauter Noodles auf die Kloschüssel steigt und durch die vergessene Öffnung in seine Jugend zurückblickt ...

LEONE schafft es, aus einer relativ einfachen Geschichte, einen der besten Gangster- bzw. Mafia-Filme zu machen. Natürlich bedarf dies auch eines hervorragenden Casts ... und über den verfügte Sergio LEONE allemal. Robert DE NIRO spielt eigentlich eine schäbige und scheinheilige Figur, welche aber doch zur Identifikationsfigur des Films auserkoren wurde. Allerdings aufgrund seines hervorragenden Spiels und der grandiosen Regie von LEONE entwickelt man Sympathie für diese Figur. Mehr noch ... sogar Mitleid empfindet man mit Noodles. Aber nicht nur DE NIRO überzeugt in diesem Film, auch James WOODS spielt wie im Rausch und DE NIRO beinahe an die Wand. Wie sagte schon James WOODS über ONCE UPON A TIME IN AMERICA??? "Es ist der Höhepunkt meiner künstlerischen Karriere, wenn nicht sogar meines Lebens!" ... und damit hatte er wohl recht.

Aber nicht nur die beiden männlichen Hauptdarsteller wissen in diesem Meisterwerk zu überzeugen. Der bis in die kleinste Nebenrolle bestens besetzte Cast weiß als Ensemble mehr als nur zu überzeugen. Und bei manchen Szenen bekommt man auch nach der x-ten Wiederholung noch eine Gänsehaut.

Und last but not least gibt es noch ein Puzzle-Teil, welches ONCE UPON A TIME IN AMERICA zu einem Meisterwerk hat werden lassen: die Filmmusik von Ennio MORRICONE. Dieser Soundtrack gehört definitiv zu den besten der Filmgeschichte. Auch wenn MORRICONE unzählige fantastische Soundtracks produziert hat (MALÈNA, BUGSY, NUOVO CINEMA PARADISO, THE UNTOUCHABLES um hier nur ein paar wenige anzuführen), so ist es der von ONCE UPON A TIME IN AMERICA, der bei mir jede aktuelle Stimmung ... ob himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt ... noch verstärkt und mir eine Gänsehaut bereitet.

LEONEs Amerika-Trilogie mag in Summe gesehen nicht ganz an die deutlich komplexere GODFATHER-Trilogie von Francis Ford COPPOLA heranreichen, aber seinen Platz als Meisterwerk der Filmgeschichte hat sich ONCE UPON A TIME IN AMERICA wohl verdient
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