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Alt 23.12.2007, 02:47   #201 (permalink)
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Standard 22. Dezember 2007

VERFÜHRUNG EINER FREMDEN
(Perfect Stranger, 2007)
Regie: James Foley
Cast: Halle BERRY, Bruce WILLIS, Giovanni RIBISI, Richard PORTNOW, Gary DOURDAN ...

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Film-Review von MEMENTO
Diskussionsthread im Forum
IMDb-Rating: 5.4/10
Meine Bewertung: 2,5/5




Halle BERRY ist nach wie vor eine äußerst attraktive Frau und auch sehr gute Darstellerin ... Bruce WILLIS Filme sind für mich sowieso Pflicht, auch wenn es nie wieder einen Film wie LAST BOY SCOUT geben wird ... dazu noch Giovanni RIBISI. Was soll da eigentlich noch schief gehen in einem Thriller??? So einiges ... wie ich leider feststellen musste.

Jeder hat ein Geheimnis ... und das ist auch gut so, denn umgibt nicht eher den geheimnisvollen Menschen eine gewisse Aura??? Die Frage ist nur: Wie weit würde jeder einzelne von uns gehen, um sein Geheimnis zu beschützen??? Und genau darum geht es in diesem ... leider etwas lahmenden Thriller unter der Regie von James FOLEY.

Und der ist für mich auch verantwortlich, dass der Film nicht besser geworden ist. FOLEY hätte aus PERFECT STRANGER zwar nie einen wirklich guten Film machen können ... das hat schon das Drehbuch mehr als vermieden ... aber ein paar "schmutzige" Szenen mehr und dafür deutlich weniger dialoglastige und ich hätte mich wenigstens mit einem (schmutzigen) Grinsen von dem Film verabschieden können.

So bleibt nur die Tatsache, dass der Cast bei guter Laune war und wohl von Anfang an wusste, dass sie mit diesem Film keine Preise gewinnen werden. RIBISI ist ja schon abonniert auf schräge Typen und überzeugt auch in diesem Film aufs Neue. Bruce WILLIS spielt seine Rolle vielleicht ein wenig zu lässig, wird aber leider nie wirklich gefordert. Und Halle BERRY ist einfach nur schön und präsentiert ihren wohlgeformten Body ein ums andere Mal in einem knappen Kleidchen. Hätte ein ganz trashiger Thriller werden können ... aber da hatte FOLEY leider etwas dagegen.

In den letzten Minuten kommt dann endlich Fahrt in die Geschichte und sogar so etwas wie Spannung auf ... ist zwar ganz nett, rettet den Film aber nicht mehr. Zum Glück zum Nice-Price gekauft ... mehr ist der Film auch net wert
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Alt 23.12.2007, 04:00   #202 (permalink)
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Standard 22. Dezember 2007

I AM LEGEND
(I Am Legend, 2007)
Regie: Francis LAWRENCE
Cast: Will SMITH, Alice BRAGA, Charlie TAHAN ...

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Film-Review von MEMENTO
Diskussionsthread im Forum
IMDb-Rating: 7.3/10
Meine Bewertung: 4/5




Everyone you've ever known or loved is dead! They're all dead! There is no god
Ich steh auf Endzeit-Thriller ... nicht umsonst ist CHILDREN OF MEN von Alfonso CUARÓN nach wie vor in meinen Top-5 des Jahres 2007. Und auch die bereits zum 4. Mal verfilmte Novelle von Richard MATHESON hätte dieses Potential durchaus geboten. Die Bilder, welche uns Francis LAWRENCE vom letzten Überlebenden auf der Leinwand präsentiert, der einsam durch die Straßen von New York City zieht, sind absolut bombastisch. Überall verlassene Geschäftslokale ... die Straßen mittlerweile von Unkraut überwuchert und teilweise verstopft mit Autos ... und Robert Neville ist auf der Jagd nach frischem Fleisch mit einem Shelby GT 500 ... was für ein geiles Auto, auch wenn die Farbe einfach nur furchtbar gewählt wurde

Zitat:
My name is Robert Neville. I am a survivor living in New York City. I'm broadcasting on all frequencies. I will be at the South Street Seaport everyday, at midday, when the sun is highest in the sky. If you are out there ... if anyone is out there. I can provide food ... I can provide shelter ... I can provide security. If there is anybody out there ... anybody! Please! You are not alone!
Francis LAWRENCE gelingt es perfekt, gleich mit den ersten Szenen eine tolle Atmosphäre einzufangen. Die umfangreichen Straßensperren während der Dreharbeiten haben sich in jedem Fall gelohnt. An Originalschauplätzen zu drehen wirkt einfach immer realistischer. Auch der Umgang mit der allgegenwärtigen Einsamkeit wird bei den Fahrten durch die menschenleeren Häuserschluchten atmosphärisch-stimmig inszeniert. So vergehen sehr kurzweilige 60 Minuten mit absolut perfektem Endzeit-Feeling ...

Leider wurde der zweite Teil der Geschichte dann doch etwas zu rasch erzählt ... kaum begonnen, war diese auch schon wieder vorbei. Hätte wohl niemanden gestört, wenn der Film 40 Minuten länger dauert, aber dafür sein gesamtes Potential richtig ausschöpfen würde. Dann hätte I AM LEGEND ein ganz, ganz großer Film werden können.

Dass I AM LEGEND noch immer ein sehr guter Film geworden ist, können wir Will SMITH verdanken. Es ist nicht leicht, als One-Man-Show einen solchen Film zu tragen, aber Will SMITH glänzt in diesem Film mit einer grandiosen Darbietung ... nicht nur optisch (man hat wohl auch an das weibliche Publikum gedacht ). Und wie auch MEMENTO in seinem Review angeführt hat, gibt es wohl bei den Oscar-Nominierungen in einigen Kategorien kein Vorbeikommen an I AM LEGEND. Ton, Tonschnitt und vor allem der verantwortliche Kameramann Andrew LESNIE können wohl nur schwer zu übersehen sein.

Auch wenn sich bereits nach einer Woche (mit über 100 Mio. USD Einspielergebnis) in den amerikanischen Kinos abzeichnet, dass der Film ein Erfolg werden wird ... schade, dass hier das Potential für einen ganz großen Film vergeigt wurde.

Edit (23.1.2008 ): Und wieder einmal hat das 11. Gebot zugeschlagen: "Du sollst Dich nicht täuschen!" Weder eine Globe-, BAFTA- noch Oscar-Nominierung gab es für I AM LEGEND, obwohl sich das dieser Film in den drei erwähnten Kategorien ganz sicher verdient hätte. Aber so ist das nun mal mit der Academy ... dafür dürfen sich die Produzenten mit einem weltweiten Einspielergebnis von über 580 Mio. US-Dollar trösten!

Edit (3.3.2008 ): Mittlerweile konnte ich ein 7-minütiges Alternatives Ende sehen, welches sich wohl auch auf allen DVD-VÖs befinden wird. Gefällt mir in Summe aber auch nicht besser als das Ende der Kinoversion, auch wenn in diesem Fall das Happy-End nicht so deutlich gezeigt wird und Robert Neville als Mensch weiterhin existieren darf.
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Geändert von Jurgy (23.03.2008 um 00:17 Uhr)
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Alt 23.12.2007, 05:22   #203 (permalink)
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BLACK BOOK
(Zwartboek, 2006)
Regie: Paul VERHOEVEN
Cast: Carice VAN HOUTEN, Sebastian KOCH, Thom HOFFMAN, Halina REIJN, Waldemar KOBUS ...

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Film-Review von eXistenZ
DVD-Review von Playzocker
Diskussionsthread im Forum
IMDb-Rating: 8.0/10
Meine Bewertung: 5/5




Der Holländer Paul VERHOEVEN wird Mitte nächsten Jahres 70 Jahre alt ... war wohl für ihn an der Zeit, in seine Heimat zurück zu kehren und seinen vielleicht besten Film zu drehen. Ich kenne bei weitem nicht alle Filme von VERHOEVEN ... aber ROBOCOP, TOTAL RECALL, BASIC INSTINCT, SHOW GIRLS oder STARSHIP TROOPERS ... all diese Filme gefallen mir gut bis sehr gut. ZWARTBOEK beruht angeblich auf wahren Begebenheiten oder wurde zumindest durch diese inspiriert. Genaueres konnte ich darüber leider nicht in Erfahrung bringen, obwohl mich das durchaus interessieren würde. Anscheinend wurden wahre Erlebnisse verschiedenster Personen zu einer fiktionalen Geschichte zusammengeführt.

Die Rückkehr nach Europa war wohl auch in filmtechnischer Hinsicht eine Reise zurück in die Vergangenheit für Paul VERHOEVEN. Stilistisch hat ZWARTBOEK mit seinen Hollywood-Produktionen nicht viel gemeinsam ... und das ist gut so, denn mit diesem Film, der zur Zeit der Besetzung Hollands durch die Nazis gegen Ende des Zweiten Weltkriegs spielt, hat VERHOEVEN gezeigt, dass er zurecht einer der größten und besten Regisseure ist.

Die Geschichte über gegenseitige Bespitzelung, gespieltes oder tatsächlich entgegengebrachtes Vertrauen, Verrat in den eigenen Reihen und die während des Zweiten Weltkriegs bis zum Ende allgegenwärtige Judenverfolgung wird trotz einer Laufzeit von 140 Minuten in jeder einzelnen Szene spannungsreich inszeniert. Dabei konzentriert sich Paul VERHOEVEN weniger auf einen richtigen historischen Ablauf, sondern vielmehr wird die schwierige Situation während der letzten Kriegsmonate geschildert. Zu einem Zeitpunkt, wo die einen mit dem nahenden Kriegsende rechneten bzw. rechnen mussten, während andere diesen Zeitpunkt nicht mehr erwarten konnten, war das tägliche Überleben noch schwieriger geworden. Die einen versuchten, soviel Kapital wie möglich an sich zu bringen, während andere befürchten mussten, dass die persönliche Situation nach dem Krieg erst so richtig schwierig werden würde. Jede noch so unwichtig erscheinende Entscheidung konnte über Leben und Tod entscheiden ... bei jedem Schritt in der Öffentlichkeit war man auf die Willkür der Nazis, aber auch der einheimischen Bevölkerung ... aber auch auf viel Glück angewiesen.

Paul VERHOEVEN, der neben seinem Co-Autor Gerard SOETEMAN auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnete, gelang mit der Besetzung von Carice VAN HOUTEN ein absoluter Glücksgriff für die schwierigste und wichtigste Rolle des gesamten Films. VAN HOUTEN gelingt die Darbietung einer Frau, welche einerseits kaltblütig-berechnend, aber auch sehr verletzlich ist und genau nichts mehr zu verlieren hat, einfach nur großartig. In jeder Szene erfüllt sie ihre schwierige Aufgabe sehr gekonnt und überzeugend und kann dem Zuseher ihre Geschichte emotional vermitteln. Aber auch die weiteren Hauptprotagonisten wie Sebastian KOCH als deutscher Offizier Müntze oder Thom HOFFMAN als Hans Akkermans von der Resistance können durchaus überzeugen und erfüllen ihren Part durchwegs glaubwürdig.

ZWARTBOEK vereint verschiedenste Genres in einem Film: Die tragischen Ereignisse rund um die Flucht von Rachel Stein funktionieren einerseits als Thriller, aber auch als Drama und Tragödie sehr gut. Auch wird auf die Aufteilung in Gut und Böse, wie man es aus vielen anderen Kriegsfilmen kennt, gänzlich verzichtet. Niemand war nur gut oder nur böse in diesem Krieg und VERHOEVEN nimmt sich auch die Zeit, hinter die Fassade der wichtigsten Personen zu blicken und dabei das eine oder andere Geheimnis zu ergründen, ohne dabei den aufgebauten Spannungsbogen zu verlieren.

Ich kann an diesem Film absolut nichts aussetzen. Eine absolut glaubwürdige und lehrreiche Verfilmung von Befehlsausübung und Zweifel, Freundschaft und Verrat, Anstand und Moral sowie den ganz "normalen" Problemen, welche ein Krieg mitsich bringt.

Vielen Dank nochmals an dieser Stelle an Alex für dieses wunderbare Weihnachtsgeschenk ... hast mir damit eine große Freude gemacht
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Geändert von Jurgy (25.12.2007 um 23:39 Uhr)
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Alt 23.12.2007, 17:25   #204 (permalink)
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Standard 23. Dezember 2007

LAST RADIO SHOW
(A Prairie Home Companion, 2006)
Regie: Robert ALTMAN
Cast: Woody HARRELSON, Tommy LEE JONES, Kevin KLINE, Meryl STREEP, Virginia MADSEN, John C. REILLY, Garrison KEILLOR ...

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IMDb-Rating: 7.1/10
Meine Bewertung: 4/5




A PRAIRIE HOME COMPANION war die letzte Regiearbeit von Altmeister Robert ALTMAN, der am 20. November 2006 im Alter von 81 Jahren verstorben ist. Natürlich kommt beim Ansehen des letzten Filmes eines großen Regisseurs ein bißchen Wehmut auf ... aber der Film selbst ist schon melancholisch genug. Die Komödie wurde von Garrison KEILLOR geschrieben und basiert lose auf der gleichnamigen US-Radioshow von KEILLOR selbst. 1974 ging A PRAIRIE HOME COMPANION zum ersten Mal auf Sendung ... seitdem (mit einer kurzen Unterbrechung Ende der 80er Jahre) läuft diese Sendung jeden Samstag auf 558 Rundfunkstationen in den USA und wird von über 35 Mio. Haushalten verfolgt. Auf Basis seiner Live-Radioshow verfasste KEILLOR eine fiktionale Kurzgeschichte ... oder besser gesagt eine wunderbare Hommage an das Radio ...

Im musikalischen Teil der Sendung steht die Country- und Folkmusik im Vordergrund, immer wieder garniert mit witzigen Anekdoten und fiktiven Werbespots, welche von KEILLOR selbst vorgetragen werden. Auch sehr witzig ist der Stimmenimitator Tom KEITH, der sich selbst spielt und auch gänzlich ohne Computer zu unterhalten weiß. Und wie im Film so wird diese Radio-Sendung nicht im Studio aufgenommen, sondern seit 1978 live vor Publikum im Fitzgerald Theatre in St. Paul präsentiert. Auch die Gospelsängerin Jearlyn STEELE spielt sich im Film selbst. Nur die vom Film Noir inspirierte Fortsetzungsgeschichte über den Detektiven Guy Noir (welch treffender Name) wird im Film nicht erzählt, sondern von Kevin KLINE verkörpert und in einen Sicherheitsbeauftragten umgewandelt.

Obwohl dieser Film beinahe im Dokumentarstil gedreht wurde, lies Robert ALTMAN seinen Schauspielern viel Raum, um ihre Figuren zu entwickeln. ALTMAN präsentiert uns mit einer phantastischen Bildkomposition eine großartige und warme Atmosphäre. Man ist von Beginn an mit den Hauptprotagonisten vertraut und genießt es sie zu belauschen und zu beobachten, wie sie trotz des bevorstehenden Endes der Show melancholisch über vergangene Tage und verflossene Liebschaften sinnieren.

Für diesen kleinen, aber sehr detailreichen Film, über dessen vielseitige Facetten man stundenlang diskutieren könnte, wurde ein großartiger Cast engagiert. Woody HARRELSON, Tommy LEE JONES, Kevin KLINE, Meryl STREEP, Virginia MADSEN und John C. REILLY dürfen sich bei dieser nostalgischen Liebeserklärung an die amerikanische Populärgeschichte in bester Laune präsentieren und uns gleichzeitig von ihrer Gesangskunst überzeugen ... was ihnen durchaus gelingt.

Der letzte Film von Robert ALTMAN ist wie beinahe jeder Film von ihm ein Ensemblefilm, der nicht nur von einer großartigen Inszenierung sondern eben auch von herausragenden darstellerischen Leistungen lebt und ganz sicherlich einen würdigen Abschluss seiner großartiger Karriere darstellt.

PS: Danke Alex ... mit beiden Filmen hast Du einen absoluten Volltreffer gelandet, an welchen ich mich sicherlich noch öfter erfreuen werde
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Alt 23.12.2007, 23:04   #205 (permalink)
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Standard 23. Dezember 2007

INDIANA JONES - JÄGER DES VERLORENEN SCHATZES
(Raiders of the Lost Ark, 1981)
Regie: Steven SPIELBERG
Cast: Harrison FORD, Karen ALLEN, Paul FREEMAN, Ronald LACEY, John RHYS-DAVIES, Alfred MOLINA ...

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DVD-Review von Christian Ponweiser
IMDb-Rating: 8.7/10 (#17 der IMDb-Top-250)
Meine Bewertung: 5/5




In seiner typisch arroganten Art schrieb der Spiegel 1981:
Zitat:
Die Versuppung und Versaftung der störenden Erdbevölkerung unter Schonung archäologischer wertvoller Truhen hat im Kino begonnen. Zum Schutz vor dem Strahlentod braucht man nicht einmal mehr eine Aktentasche oder Alu-Folie, wie es uns Regierungsbroschüren von einst und jetzt empfehlen. Augenschließen genügt. "Augen zu und durch" - wer diesen Rat im Kino befolgt, versäumt nicht einmal viel.
230 Mio. Dollar, vier Oscars, sieben Saturns und einen BAFTA Award später hätte ich gerne das Gesicht des Verfassers dieser Kritik gesehen Aber ok ... so sind sie nun mal die sogenannten professionellen Filmkritiker.

Doch wenn man heute die Frage nach dem ultimativem Abenteuerfilm gestellt bekommt, dann spielt bei der Beantwortung RAIDERS OF THE LOST ARK ganz sicher eine Rolle. Auch noch heute 26 Jahre später hat dieser Film nichts von seinem Glanz verloren und man erinnert sich wieder daran, warum Harrison FORD einen Superstarstatus hat, den er sich bis heute bewahren konnte: Der Film ist schlicht und ergreifend perfekt!!!

Vielleicht können sich einige noch daran erinnern, dass Steven SPIELBERG und George LUCAS, die bei diesem Film zum ersten Mal Seite an Seite gearbeitet haben, beinahe einen anderen Darsteller zum Superstar gemacht hätten: Tom SELLECK alias Thomas Sullivan Magnum ... allerdings konnte dieser aus dem Vertrag für MAGNUM, P.I. nicht aussteigen, wodurch erst der Weg frei wurde für Nick NOLTE, der aber absagte ... zum Glück. Weder SELLECK noch NOLTE (obwohl ich beide sehr schätze) hätten diese Rolle so spielen können, wie es FORD schlussendlich tat und damit einen neuen Typus des Actionhelden kreierte.

Aber nicht nur vom Hauptdarsteller lebt dieser Film. Auch die Nebenrollen sind durchwegs gut besetzt, ob nun Karen ALLEN als weiblicher Aufputz oder Paul FREEMAN als skrupelloser Archäologe. Für die Story zeichnete George LUCAS verantwortlich ... und dafür muss man sich noch heute bei ihm bedanken. Obwohl schon jeder diese Geschichte auswendig kennt, fasziniert mich diese immer wieder aufs Neue. Die mit allen möglichen biblischen Mythen angereicherte Story steckt voller Ideen und verfügt auch über die notwendige Portion Ironie, ohne welcher die INDIANA JONES-Trilogie (aus der ja nächstes Jahr eine Quadrologie wird) nicht funktioniert hätte.

Last but not least muss man auch den Score von John WILLIAMS erwähnen. Die Titelmelodie der INDIANA JONES Filme kennt wohl wirklich jedes Kind, aber auch alle weiteren Titel passen perfekt in jede einzelne Szene. Nicht umsonst hat WILLIAMS für seinen Score einen SATURN-Award gewonnen.

Womit sich der Kreis schließt und ich wieder zu meinem Ausgangsstatement zurückkomme: Der Film ist schlicht und ergreifend perfekt!!! Und auch seine beiden Nachfolger sind um nichts schlechter. Die Erwartungshaltung für den nächsten Mai somit natürlich riesengroß ... auch wenn 19 Jahre zwischen dem Erscheinen von INDIANA JONES AND THE LAST CRUSADE und INDIANA JONES AND THE KINGDOM OF THE CRYSTAL SKULL liegen. Ich für meinen Teil bin vollkommen davon überzeugt, dass uns SPIELBERG, LUCAS und FORD nicht enttäuschen werden und uns einen tollen Abenteuerfilm präsentieren werden!!!
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Alt 25.12.2007, 00:52   #206 (permalink)
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Standard 24. Dezember 2007

NACHTS IM MUSEUM
(Night at the Museum, 2006)
Regie: Shawn LEVY
Cast: Ben STILLER, Carla GUGINO, Dick VAN DYKE, Robin WILLIAMS, Owen WILSON, Mickey ROONEY, Bill COBBS ...

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Film-Review von MEMENTO
DVD-Review von Patrick Steiner
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IMDb-Rating: 6.5/10
Meine Bewertung: 3/5




Bekanntlich bin ich kein Fan von Ben STILLER ... falsch ... ich hasse Ben STILLER! Ich kann es nicht erklären, aber in all seinen bisherigen Komödien ist mir das selbst peinlich, wenn Ben STILLER in peinlichen Szenen auftritt. Das begann schon in THERE'S SOMETHING ABOUT MARY und setzte sich nahtlos fort in MEET THE FOCKERS. Ich kann darüber einfach nicht lachen, sondern muss mich sofort abwenden ... So war es ein gewisses Risiko, meiner Frau und meinen Kindern einen Gefallen zu tun und mit ihnen gemeinesam NIGHT AT THE MUSEUM anzusehen. Zum Glück hat sich dann herausgestellt, dass sich sein bekanntes Overacting in Grenzen hält ... und somit meine Übelkeit auch

Mit der Regie sollte ursprünglich Stephen SOMMERS betraut werden ... und der hat Filme wie THE MUMMY, THE MUMMY RETURNS und VAN HELSING auf der Visitenkarte stehen. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass der Film dann gänzlich anders funktioniert hätte. So wurde Shawn LEVY eingestellt, mit dem ich bisher nur schlechte Erfahrungen gemacht habe. Obowhl ich früher ein großer Steve MARTIN Fan war, so haben mir CHEAPER BY THE DOZEN und THE PINK PANTHER so überhaupt nicht gefallen (um das Wort "schlecht" zu vermeiden). Nun ... zum Glück war NIGHT AT THE MUSEUM nicht ganz so schlecht, war aber bei diesem Aufwand und einem 100 Mio. Dollar Budget wohl auch nicht anders zu erwarten. Die CGI-Effekte sind wirklich sehr gut geworden und der Spaßfaktor kam (zumindest für meine Frau und meine Kinder) auch nicht zu kurz. Vor allem die Kampf- und Wortgefechte zwischen den Miniatur-Cowboys und Römerlegionen hatten den Spaß- und Ironiefaktor und vor allem das Tempo, dass ich mir vom gesamten Film gewünscht hätte.

Aber dafür reichte leider das Potential der Story nicht mal ansatzweise aus. Natürlich fühlte man sich bei einigen Szenen an JUMANJI erinnert ... mit dem kleinen Unterschied aber, dass JUMANJI ein absolut großartiger Film geworden ist und auch heute noch bei mir an der Höchstpunktezahl kratzt. Das hat mitunter auch damit zu tun, dass man bei NIGHT AT THE MUSEUM auch einen ganz anderen Faktor berücksichtigen musste: Bitte keine Szenen für Publikum über 6 Jahre!!!

Kurzweilige Unterhaltung für Jung und Alt, meine Kinder haben herzhaft gelacht und auch mir kam hin und wieder ein Schmunzeln aus ... und da heute Weihnachten ist, gibt es von mir etwas überhöhte 3/5 Punkte!
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Alt 25.12.2007, 04:26   #207 (permalink)
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V WIE VENDETTA
(V for Vendetta, 2005)
Regie: James MCTEIGUE
Cast: Natalie PORTMAN, Hugo WEAVING, Stephen REA, Stephen FRY ...

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IMDb-Rating: 8.2/10
Meine Bewertung: 5/5




Remember, remember, the Fifth of November
Mit diesen Worten beginnt mein Film des Jahres 2006 ... V FOR VENDETTA. Ich bin zwar Comic-Verfilmungen grundsätzlich nicht abgeneigt und auch die BATMAN und SPIDER-MAN Verfilmungen gefallen mir durchaus, aber dass einmal eine Comic-Verfilmung mein persönlicher Film des Jahres werden könnte, das hab ich mir nicht mal in meinen kühnsten Träumen vorstellen können ... oder besser gesagt gewagt. Aber auch wenn dem Film das gleichnamige Comic von Alan MOORE und David LLOYD zugrunde liegt, so hat V FOR VENDETTA mit einer klassischen Comic-Verfilmung wenig zu tun.

Joel SILVER hatte sich bereits 1988 die Rechte an zwei Alan MOORE Verfilmungen gesichert, darunter eben auch V FOR VENDETTA. Die WACHOWSKI-Brüder schrieben dann bereits Mitte der 90er-Jahre ein Drehbuch und überarbeiteten dieses während der Produktion der MATRIX-Trilogie. Schon damals war klar, dass James MCTEIGUE in diesem dystopischen Endzeit-Thriller der besonderen Art Regie führen wird.

Allen Briten war wohl bereits nach dem ersten Zitat klar, auf welche Ereignisse mit "Remember, remember, the Fifth of November" und der Guy Fawkes-Maske angespielt wurde. Die Schießpulververschwörung war ein Versuch, am 5. November 1605 den König von England, Jakob I., seine Familie, die Regierung und alle Parlamentarier zu töten. Die Verschwörung wurde von Robert Catesby geplant und vom Sprengstoffexperten Guy Fawkes ausgeführt. Das Attentat wurde jedoch aufgedeckt und Guy Fawkes verhaftet, gefoltert und wie einige andere Mitverschwörer hingerichtet. Das Motiv war Rache am König, da dieser die katholische Bevölkerung unterdrückte. Bis heute ist in Großbritannien dieses Attentat nicht vergessen. Man feiert dieses Ereignis jedes Jahr am 5. November mit einem Straßenumzug in der Guy Fawkes Night, bei dem eine Guy-Fawkes-Puppe verbrannt wird und Feuerwerke entzündet werden.

But if you see what I see, if you feel as I feel, and if you would seek as I seek, then I ask you to stand beside me one year from tonight, outside the gates of Parliament, and together we shall give them a fifth of November that shall never, ever be forgot!

Es ist kein Zufall, dass die tragischen Ereignisse des 5. November 1605 V FOR VENDETTA eröffnen. Die Welt in V FOR VENDETTA ist von Kriegen, Seuchen und Zerstörung geplagt ... ganze Staaten brechen zusammen ... nur in Großbritannien der Zukunft kann dank einer totalitären und autoritären Regierung ein halbwegs normales Leben aufrecht erhalten werden. V FOR VENDETTA beschäftigt sich mit der Frage, wie weit man im Kampf gegen ein ungerechtes Regime gehen darf. "People should not be afraid of their governments. Governments should be afraid of their people." Der einfachste Weg eines autoritären Regimes seine Macht aufrecht zu erhalten ist, der Bevölkerung ständig vor Augen zu halten, dass sie vor irgendetwas oder irgendjemandem Angst haben muss. Es liegt mir natürlich fern, hier eine Diskussion über eine möglicherweise beabsichtigte Kritik an einem gewissen Staat anzuzetteln (man beachte aber nur die Szene mit Demonstranten, wo auf einem Schild zu lesen ist "Bush, you're a fucking" ... der Rest ist leider nicht zu erkennen). Die Produzenten und Drehbuchautoren scheuten sich jedenfalls nicht, aktuelle weltpolitische Probleme überdeutlich darzustellen. So futuristisch sind die Hintergründe von V FOR VENDETTA also gar nicht ... ich würde eher behaupten, dass reale Ereignisse der jüngsten Vergangenheit und Gegenwart nur in eine futuristische Comic-Verfilmung verpackt wurden.

Eine Geschichte zu schreiben, die einerseits von klassischen Genre-Elementen wie theatralischen Auftritten des großen Retters mit der Maske oder übertriebenen Actionszenen lebt (in einigen Szenen spritzt das Blut im rotestmöglichen Rot wie es einer Comic-Verfilmung würdig erscheint), andererseits den Charakteren die notwendige Zeit und Tiefe zu geben, ihre Beweggründe detailliert zu veranschaulichen und dabei nicht die Fahrt zu verlieren, ist nicht wirklich einfach. Den WACHOWSKI-Brüdern ist dieses Kunststück mit diesem hervorragenden Drehbuch jedenfalls gelungen. Die verschiedensten Dialoge zwischen den Charakteren sind einerseits geschickt formuliert und mit zahlreichen Zitaten aus HAMLET, MACBETH und anderen Werken wie z.B. THE TRAGICAL HISTORY OF DOCTOR FAUSTUS von Christopher MARLOWE (Vi Veri Veniversum Vivus Vici) gespickt, andererseits aber auch als Verdeutlichung der Ernsthaftigkeit der zugrundeliegenden Thematik zu verstehen.

James MCTEIGUE führte bei diesem Film zum ersten Mal Regie, weshalb es durchaus verwundern kann, warum Produzent Joel SILVER und die WACHOWSKI-Brüder schon damals die Entscheidung in Richtung MCTEIGUE fällten. Jedenfalls traf man die richtige Entscheidung, denn MCTEIGUE präsentierte uns eine handwerklich mehr als nur beeindruckende Arbeit mit perfekt gestylten Bildern und durchaus gelungenen visuellen Effekten. Der Score vom Italiener Dario MARIANELLI wurde zwar perfekt in den Film integriert, zeigt aber keine besonderen Eigenschaften, welche einer besonderen Erwähnung wert wären. Nur während der Sprengung des Westminster-Palastes sind beeindruckende Töne zu hören, welche allerdings nicht der Feder MARIANELLIs, sondern von TSCHAIKOWSKI (OUVERTÜRE 1812) stammen.

Für einen wirklich großen Film bedarf es auch großer Darsteller ... und die hatte V FOR VENETTA zuhauf. Nicht nur Natalie PORTMAN, sondern große Teile der britischen Schauspielerelite (die sich für Nebenrollen bei dieser Produktion nicht zu schade waren) wurden engagiert und durften ihren Beitrag dazu leisten, dass V FOR VENDETTA nach wie vor ganz weit oben auf vielen Hitlisten zu finden ist. Natalie PORTMAN spielt ihren wichtigen Part überaus überzeugend und glaubwürdig und hat sich den SATURN-Award als Beste Darstellerin mehr als nur verdient. Von Hugo WEAVING als V ist zwar nie das Gesicht zu sehen, aber seine außergewöhnliche Stimme und Sprechweise kennzeichnen den gefolterten und verbitterten Widerstandskämpfer.

Überrascht war ich eigentlich nur von der Tatsache, dass V FOR VENDETTA trotz R-Rating weltweit über 131 Mio. Dollar einspielte und somit auch kommerziell ein Erfolg wurde ... das sind die wirklich großen Filme ja meistens nicht! In diesem Fall freut mich das natürlich besonders ...
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CINDERELLA '87
(Cenerentola '80, 1984)
Regie: Ricardo MALENOTTI
Cast: Bonnie BIANCO, Pierre COSSO, Sandra MILO, Adolfo CELI, Vittorio CAPRIOLI, Kendal KALDWELL, Sylva KOSCINA ...

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Bei CENERENTOLA '80 handelt es sich um einen TV-Mehrteiler mit einer Gesamtlänge von 180 Minuten und den Lieblingsfilm meiner Frau. Eine moderne Cinderella Geschichte im Italien der 80er-Jahre ... unverkennbar auch an der Mode und den (durchaus sehr guten) Songs, welche von den Hauptdarstellern selbst gesungen werden. Als dieser Mehrteiler 1987 in Deutschland im TV präsentiert worden ist, löste das einen regelrechten Bonnie BIANCO Hype aus. Der Soundtrack stürmte die Charts und hielt sich dort wochenlang.

Eine ganz nette Geschichte mit guten Songs und da soll nochmal einer sagen, wir kümmern uns nicht um das Wohlergehen unserer Frauen
Aber ich hoffe inständig, dass ich mir diese TV-Miniserie nicht mehr so schnell ansehen muss
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Alt 25.12.2007, 23:54   #209 (permalink)
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Standard 25. Dezember 2007

DAS MÄDCHEN AUS DEM WASSER
(Lady in the Water, 2006)
Regie: M. Night SHYAMALAN
Cast: Paul GIAMATTI, Bryce Dallas HOWARD, Jeffrey WRIGHT, Bob BALABAN, M. Night SHYAMALAN ...

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IMDb-Rating: 6.1/10
Meine Bewertung: 2,5/5




M. Night SHYAMALAN kann wirklich gute Geschichten erzählen. THE SIXTH SENSE war und ist ein absolut genialer Film, auch wenn der Film beim 2. Mal ansehen nicht mehr so wirkt. Bei UNBREAKABLE wurde die Hauptrolle wieder mit Bruce WILLIS besetzt und der Film war zwar gut, konnte aber wie SIGNS mit seinem Vorgänger nicht mithalten. Und mir kommt leider so vor, dass die Filme von SHYAMALAN immer schlechter werden, denn schon mit THE VILLAGE konnte ich nur sehr wenig anfangen, aber LADY IN THE WATER ist nochmals ein kleines Stück schlechter.

SHYAMALAN präsentiert uns LADY IN THE WATER in seinem bekannten Stil. Wie immer eine exquisite Bildsprache, die für die geheimnisvolle Stimmung in seinen Filmen verantwortlich ist. Auch der Score von James Newton HOWARD unterstützt diesen optisch sehr anspruchsvollen Film. Aber während Paul GIAMATTI wie immer sehr überzeugen konnte, so haben mir bereits einige Darsteller nicht wirklich zugesagt ... darunter M. Night SHYAMALAN selbst, der in diesem Film wieder eine größere Rolle spielte.

So wirklich schwach war leider die Story. Natürlich haben nicht viele das Privileg, seinen Kindern eine selbsterdachte Gute-Nacht-Geschichte als Film zu erzählen ... zumindest nicht so eine schlechte Aber dass sich dafür dann auch noch Produzenten und Geldgeber finden ließen, um diese Geschichte mit einem Budget von rund 80 Mio. Dollar zu verfilmen ... ein Wahnsinn! Man kann nur hoffen, dass M. Night SHYAMALAN wieder zurückfindet zu einer Qualität ala THE SIXTH SENSE, sonst werden zukünftig seine Filme nicht mehr den Weg in meine Sammlung finden.
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Alt 26.12.2007, 03:03   #210 (permalink)
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HIGHLANDER - ES KANN NUR EINEN GEBEN
(Highlander, 1986)
Regie: Russell MULCAHY
Cast: Christopher LAMBERT, Sean CONNERY, Roxanne HART, Clancy BROWN, Alan NORTH, Sheila GISH ...

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IMDb-Rating: 7.1/10
Meine Bewertung: 4/5




I am Connor MacLeod of the Clan MacLeod. I was born in 1518 in the village of Glenfinnan on the shores of Loch Shiel. And I am immortal.

HIGHLANDER ist ein furioser Genremix, der damals mit vielen Genrekonventionen brach und einen völlig neuen Stil des Fantasy- und Actionkinos kreierte. Atemberaubende Kamerafahrten, geniale Landschaftsaufnahmen, fantastische Schnitte und Übergänge ... dazu ein bombastischer Soundtrack von QUEEN. Der australische Regisseur Russell MULCAHY mixt Eigenschaften von französischen Historienfilmen mit klassischen Fantasy- und Actionelementen und präsentiert das Ganze als europäische Mainstream-Produktion (klingt a bisserl deppert, bessere Worte fallen mir aber leider nicht ein). Viel mehr war wohl aus einem 16 Mio. Dollar Budget auch nicht herauszuholen.

HIGHLANDER ist ganz sicher kein perfekter Film, aber die optische Brillianz überstrahlt so einige Probleme, die sich in die Handlung eingeschlichen haben. Aber egal ... HIGHLANDER ist Kult, da verzeiht man den einen oder anderen Fehler. Und daran lag es sicher nicht, dass der Film damals in den Kinos kein Erfolg wurde. Ganz im Gegenteil ... weltweit wurde nicht mal das Budget umgesetzt. Für mich aber zählt HIGHLANDER definitiv zu den meistunterschätzten Produktionen der 80er-Jahre.

Christopher LAMBERT hatte meiner Meinung nach genau genau drei gute Filme: SUBWAY ... ein französisches Romantikdrama der besonderen Art von Luc BESSON, KNIGHT MOVES und eben HIGHLANDER. Auch wenn LAMBERT in allen vier HIGHLANDER Filmen mitwirkte, so kann man diese Auftritte nicht unbedingt als gut bezeichnen. Teil 2 ist ja gerade noch akzeptabel, aber Teil 3 und 4 sind vorsätzliche Zerstörung einer Legende. Für HIGHLANDER war jedenfalls Christopher LAMBERT die Idealbesetzung und spielt seine Rolle sehr gekonnt. Sean CONNERY ist und bleibt mein All-Time Lieblingsdarsteller und braucht beinahe nur präsent zu sein, um einem Film Qualität zu verleihen. Aber auch das Zusammenspiel mit LAMBERT funktioniert ganz gut. Clancy BROWN verkörpert den Erzbösewicht mit einigem Overacting grad noch am Limit bevor es albern wirkt.

HIGHLANDER kann getrost als einer der Meilensteine der Filmgeschichte bezeichnet werden ... auch wenn es sich nicht um einen gänzlich perfekten Film handelt. Aber getreu dem Gesetz der Unsterblichen ... "There can be only one" ... hätten auch die Produzenten handeln sollen, denn ...
Zitat:
... es ist eine Schande, dass diesem begeisternden Original unwürdige Sequels (1990, 1994, 2000), eine durchschnittliche Action-Serie (1992) und eine Zeichentrickserie (1994) folgen mussten. HIGHLANDER ist ein Mythos, alles was folgte, uninspirierte Resteverwertung. Wer die Welt der Unsterblichen neu entdecken will, ist gut beraten, sich lediglich dem ersten Teil zuzuwenden. Denn wir alle wissen: Es kann nur einen geben!
[Carsten Baumgardt]
... besser hätte ich es auch nicht sagen können
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Alt 26.12.2007, 13:14   #211 (permalink)
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VERGISS MEIN NICHT!
(Eternal Sunshine of the Spotless Mind, 2004)
Regie: Michel GONDRY
Cast: Jim CARREY, Kate WINSLET, Elijah WOOD, Mark RUFFALO, Kirsten DUNST, Thomas Jay RYAN

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Meine Bewertung: 5/5




I already forget how I used to feel about you
Wer kennt ihn nicht ... den unerträglichen Schmerz und die vollkommene Leere nach der Trennung eines geliebten Menschen. Grundsätzlich stehe ich ja zu all meinen Taten und auch zu allem, was mir angetan wurde ... auch wenn es noch so schmerzhaft war. Aber sogar ich hab die eine oder andere Erinnerung, welche ich gerne vergessen würde und wäre froh, wenn mir diese wer aus meinem Gehirn löschen könnte. Sollte dies nicht nur in der Fiktion, sondern tatsächlich möglich sein ... würde man sich dann dafür entscheiden, oder ist nicht doch jede Erinnerung wichtig??? Denn auch wenn etwas schmerzhaft geendet hat, so verbindet man damit meistens auch unweigerlich schöne Erinnerungen ... oder etwa nicht???

Und genau darum geht es in ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND ... einem meiner Top-5 Filme des Jahres 2005 ... nur CRASH von Paul HAGGIS und MILLION DOLLAR BABY von Clint EASTWOOD haben mir eine Spur besser gefallen!!!

Aber wer jetzt glaubt, dass es sich bei ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND um eine x-beliebige Romantikschnulze mit vorhersagbarem Ende und der x-ten minutenfüllenden Handlung vom Beginn bis zum unweigerlichen Happy-End handelt, der hat sich gewaltig geirrt und sollte erst mal einen Blick auf die Referenzliste von Drehbuchautor Charlie KAUFMAN werfen ... BEING JOHN MALKOVICH, ADAPTATION, CONFESSIONS OF A DANGEROUS MIND und ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND sind vier völlig unterschiedliche Filme, welche aber alle eines gemeinsam haben: Ein verdammt gutes Drehbuch mit einzigartigen, unverwechselbaren Inhalten, welche garantiert nichts mit herkömmlichen und austauschbaren Romantik-Schnulzen zu tun haben!!!

Aber nicht nur die herkömmlichen Genrekonventionen stellt KAUFMAN mit seinen Drehbüchern ständig auf den Kopf. Seine Geschichten sind sehr vielschichtig, komplex und anspruchsvoll ... das Schreiben von Mainstream-Geschichten von der Stange überlässt KAUFMAN aber bereitwillig anderen und akzeptiert dabei auch, dass die breite Kinomasse mit seinen Geschichten meistens nicht viel anfangen kann. Und genau aus diesem Grunde verwundert es auch nicht, dass dieser fantastische Film gerade mal 34 Mio. Dollar eingespielt hat. Die Filmkritiker allerdings vergöttern ihn regelrecht. Egal welche Kritik man liest ... Charlie KAUFMAN wird über den grünen Klee gelobt. Ein kleines Beispiel gefällig???

Zitat:
Eine aberwitzige Tragikomödie über den Vorstellungskomplex "Gedächtnis/Erinnerung". Das überbordende Buch bietet unerschöpfliche Möglichkeiten und konfrontiert mit immer neuen, ungeahnten Wendungen. Getragen von überzeugenden Darstellern, eröffnet der Film einen philosophischen Liebesdiskurs und jongliert virtuos mit dem Potenzial des Kinos
[film-dienst]
Aber es gab schon genug gute Drehbücher, welche von schlechten Regisseuren und Darstellern nicht ordentlich umgesetzt werden konnten (und umgekehrt natürlich auch). Bei diesem war dies nicht der Fall. Obwohl Michel GONDRY bisher nur mit diversen Musikvideos und Werbespots (z.B. für Coca Cola) auf sich aufmerksam machte, gelang ihm eine perfekte Inszenierung dieser fantastischen und teilweise surrealen Geschichte. Passend zur Löschung von Erinnerungen im Kopf der Hauptfigur wurde gezielt mit Unschärfen und verwackelten Kameraeinstellungen gespielt. Verbunden mit weiteren grandiosen Einstellungen wird uns ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND in einer faszinierenden Optik präsentiert, welche man nicht so schnell vergisst.

Michel GONDRY war bei seiner Inszenierung aber zurückhaltend genug, um seinen grandiosen Hauptdarstellern Raum zu lassen ... und die waren mehr als nur in Höchstform. Jim CARREY hat mit seiner grandiosen Performance wohl auch den letzten Kritiker überzeugt, dass THE TRUMAN SHOW und MAN ON THE MOON keine Eintagsfliegen waren und CARREY auch als Charakterdarsteller zu Höchstleistungen fähig ist. Allerdings muss ich gestehen, dass mir auch einige seiner Komödien (THE MASK und BRUCE ALMIGHTY seien hier beispielhaft erwähnt) durchaus gefallen. Dass er für mich einer der besten Darsteller der Gegenwart ist, hat er erst kürzlich in THE NUMBER 23 unter Beweis gestellt. Die Besetzung der weiblichen Hauptrolle mit Kate WINSLET war ebenso exzellent. Nur nicht untergehen heißt es des Öfteren für den weiblichen Widerpart in Filmen mit großen Darstellern. Aber schon in THE LIFE OF DAVID GALE (einem meiner Top-5 Filme aus dem Jahr 2004) hat sie mich von ihrer hervorragenden Schauspielkunst überzeugt und "überlebte" neben einem grandios aufspielenden Kevin SPACEY. Und an diese Leistung konnte sie in ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND mehr als nur anschließen und wurde mit einer Oscar-, Golden Globe-, BAFTA- und SATURN-Nominierung belohnt! Dass sie keinen dieser Preise gewinnen konnte, schmälert ihre Leistung keinesfalls. Und nach einigen weiteren sehr guten Darbietungen (FINDING NEVERLAND, LITTLE CHILDREN, THE HOLIDAY) konnte sie sich als ernsthafte Charakterdarstellerin etablieren ... zumindest meiner Meinung nach

Man muss sich auf diese Art Film einlassen können! Hat man diesen Schritt aber einmal gewagt, wird man mit einer faszinierenden Optik und einer einfühlsamen Geschichte mit Tiefgang belohnt
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Alt 26.12.2007, 20:38   #212 (permalink)
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Standard 26. Dezember 2007

DREI HASELNÜSSE FÜR ASCHENBRÖDEL
(Tři oříšky pro Popelku, 1974)
Regie: Václav VORLÍCEK
Cast: Libuše Šafránková, Pavel Trávníček, Carola Braunbock, Rolf Hoppe, Karin Lesch, Dana Hlaváčová ...

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IMDb-Rating: 7.9/10
Meine Bewertung: 4/5




DREI HASELNÜSSE FÜR ASCHENBRÖDEL ist DER ultimative Weihnachtsfilm und wird seit über 30 Jahren zwischen Weihnachten und Neujahr auf allen Sendern rauf und runter gespielt. Natürlich haben wir davon auch die DVD zu Hause ... aber das reicht nicht aus. Meine Familie hat den bisher jeden Tag angesehen (nicht nur, weil der Film aus Tschechien stammt) ... und heute habe ich mich diesem Aschenbrödel-Marathon angeschlossen

Die Wangen sind mit Asche beschmutzt, aber der Schornsteinfeger ist es nicht.
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
Ein silbergewirktes Kleid mit Schleppe zum Ball, aber eine Prinzessin ist es nicht.

Der Film hat weltweit diverseste Preise gewonnen und wurde in Tschechien zum besten Märchenfilm des 20. Jahrhunderts gewählt ... und das auch durchaus zurecht. Die variierte Version des Aschenputtel-Märchens von Božena Němcová kann auch wirklich überzeugen und ist eine sehr nette Geschichte. Auch die Filmmusik des Prager Komponisten Karel SVOBODA wurde über die Grenzen Tschechiens und Deutschlands bekannt. Jeder der diesen Film nicht kennt, sollte dies rasch nachholen ... Möglichkeiten wird es wohl auch in den nächsten Tagen noch einige geben
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Geändert von Jurgy (26.12.2007 um 20:39 Uhr)
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Alt 27.12.2007, 01:11   #213 (permalink)
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DIRTY DANCING
(Dirty Dancing, 1987)
Regie: Emile ARDOLINO
Cast: Patrick SWAYZE, Jennifer GREY, Jerry ORBACH, Cynthia RHODES, Jack WESTON, Jane BRUCKER ...

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DVD-Review von Mausi33
IMDb-Rating: 6.0/10
Meine Bewertung: 3/5




DIRTY DANCING ist heutzutage ein netter, kleiner Tanzfilm mit einer Liebeskomödie ... viel mehr aber auch nicht. Die Story ist auswechselbar ... genauso wie die Darsteller. Natürlich ist die Musik immer noch gut ... entspringt ja dem besten Jahrzehnt der Musikgeschichte

DIRTY DANCING ist ganz sicher nicht die Mutter der Tanzfilme, denn da gab es noch so gute Filme wie FOOTLOOSE, STAYING ALIVE oder FLASHDANCE ... aber keiner dieser Filme hatte das Chrisma von DIRTY DANCING. Als der Film in die Kinos kam, waren die Folgewirkungen (vor allem für die Tanzschulen) phänomenal. Über nacht waren alle Tanzschulen ausgebucht ... jeder wollte tanzen lernen! Vor allem SO tanzen lernen!!! Aber was machte den Unterschied aus zu den anderen Filmen, welche ganz sicher um nichts schlechter sind als dieser??? So genau kann ich mich daran natürlich auch nicht mehr erinneren ... ist ja doch schon ein paar Wochen aus. Aber die Vermischung aus Komödie, Drama und perfekten Tanzchoreografien in Verbindung mit Gefühlen wie Rebellion, Sex, fantastischer Musik und Erwachsen werden waren wohl für den Erfolg von DIRTY DANCING ausschlaggebend.

Wie ich einmal gelesen oder gesehen habe, wurden einige Szenen des Films aus Probeaufnahmen zusammengeschnitten. Vielleicht wirken deshalb einige Szenen so ungezwungen und perfekt ... die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern hat in jedem Fall perfekt gestimmt. Und nebenbei hat dieser Film den gelernten Balletttänzer SWAYZE über Nacht zum Star gemacht.

Für mich ... der durch diesen Film ebenfalls zum Tanzen animiert wurde ... ist heute nicht mehr viel geblieben vom damaligen Reiz des Films. Die Tanzszenen gefallen mir natürlich auch heute noch hervorragend und der Soundtrack wird auch auf ewig ein Ohrwurm bleiben.
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Geändert von Mausi33 (17.04.2009 um 19:51 Uhr)
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Alt 28.12.2007, 15:35   #214 (permalink)
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TERMINATOR
(The Terminator, 1984)
Regie: James CAMERON
Cast: Arnold SCHWARZENEGGER, Linda HAMILTON, Michael BIEHN ...
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IMDb-Rating: 8.0/10
Meine Bewertung: 4,5/5

TERMINATOR 2 - TAG DER ABRECHNUNG
(Terminator 2: Judgement Day, 1991)
Regie: James CAMERON
Cast: Arnold SCHWARZENEGGER, Linda HAMILTON, Edward FURLONG, Robert PATRICK ...
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IMDb-Rating: 8.4/10
Meine Bewertung: 5/5

TERMINATOR 3 - REBELLION DER MASCHINEN
(Terminator 3: Rise of the Machines, 2003)
Regie: Jonathan MOSTOW
Cast: Arnold SCHWARZENEGGER, Nick STAHL, Claire DANES, Kristanna LOKEN ...
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IMDb-Rating: 6.8/10
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Meine Bewertung: 4/5




THE TERMINATOR war ganz sicher ein Meilenstein in der Filmgeschichte und darf sich heute verdientermaßen mit der Bezeichnung "Kult" rühmen. Nicht weil er so viele neue Aspekte zu bieten hatte, sondern weil es James CAMERON gelang, mit einem Minibudget von 6,4 Mio. Dollar ein fantastisches Actiondrama mit Science-Fiction-Elementen zu drehen und dankenswerter Weise unserer steirischen Eiche, Arnold SCHWARZENEGGER, zum entgültigen Durchbruch zu verhelfen. Natürlich kann man bei einem solch kleinen Budget keine Wunder bei den Spezialeffekten erwarten ... das fliegende Objekt gleich zu Beginn in der von Maschinen völlig zerstörten Welt kann man nicht wirklich als gelungen bezeichnen.

James CAMERON gelingt es über die gesamte Laufzeit, trotz einer eher zurückhaltenden Regie nie die Spannung zu verlieren. Auch wenn zwischen den zahlreichen Actionszenen immer wieder Elemente eingebaut wurden, um dem Zuseher wieder die Möglichkeit zu geben, einmal kurz Luft zu holen, so sind auch diese Aspekte des Films wichtig. Die Ausblicke auf den Überlebenskampf in einer apokalyptischen Zukunft sowie die Romanze zwischen Sarah und Kyle gehören zum Verständnis einfach dazu.

Darum dreht sich doch die ganze Geschichte: Der Terminator wird von den Maschinen, die kurz vor dem Verlust des Krieges stehen, in die Vergangenheit geschickt, um Sarah Connor, die Mutter ihres größten Feindes zu töten. Gelingt dieses Vorhaben, dann wird John Connor, der Anführer der verbleibenden Menschen nie geboren ... die Maschinen gewinnen den Krieg! Um das zu verhindern, schickt John Connor seinen eigenen Vater zurück in die Vergangenheit, um überhaupt erst die Chance zu bekommen, geboren zu werden.

Arnold SCHWARZENEGGER spielt als unüberwindbares Hindernis zwischen Leben und Tod sicher die Rolle seines Lebens. Mit minimalem Text ausgestattet kann sich nichts und niemand zwischen ihn und seinem programmierten Auftrag stellen. Er wird diesen Auftrag erfüllen, solange auch noch ein kleiner Funken Energie in ihm steckt. Arni killt sich mit staubtrockener Miene durch ein düster-dreckiges Los Angeles der 80er-Jahre auf der Suche nach seinem Opfer. Für das kleine Budget sind die Action-Szenen mehr als nur gut ... der Angriff auf das Polizeirevier durch den Terminator z.B. wurden perfekt umgesetzt. Aber Freunde der 80er-Jahre werden nicht nur an den Actionszenen ihre Freude haben. Arni killt zur Discomusik, in den Autos und Klamotten der 80er-Jahre ... eine Freude für alle Nostalgiker unter uns

Aber auch Kult-Oneliner wie z.B. "I'll be back" wurden in diesem Klassiker der Filmgeschichte geboren ... wie auch einige Freunschaften, welche heute noch anhalten. ARNOLD SCHWARZENEGGER und James CAMERON arbeiteten noch in TERMINATOR 2: JUDGEMENT DAY sowie in der Agentenkomödie TRUE LIES mehr als nur erfolgreich zusammen. Aber auch Linda HAMILTON und Michael BIEHN gehörten dieser Freundschaft an. Michael BIEHN hatte überdies das Vergüngen, nicht nur gegen den Terminator zu kämpfen, sondern auch noch in ALIENS und THE ABYSS seinen Mann zu stehen. Last but not least muss man auch den Score von Brad FIEDEL erwähnen. Auch wenn die Title-Credits völlig unspektakulär produziert wurden, so bekomme ich noch heute eine Gänsehaut beim Theme von THE TERMINATOR. Und dieser markante Score zieht sich durch den gesamten Film und passt sich perfekt in jede Szene ein.

Die Fortsetzung TERMINATOR 2: JUDGEMENT DAY folgte sieben Jahre später mit einem ungleich höheren Budget: 102 Mio. Dollar standen James CAMERON und Co. (Rekord für die damalige Zeit) für diesen Film zur Verfügung ... und jeder Dollar wurde perfekt eingesetzt.

Der Film entsprach dem technischen Standard der damaligen Zeit und es fehlte wirklich an gar nichts. Musste CAMERON bei Teil 1 noch Abstriche machen, so war TERMINATOR 2: JUDGEMENT DAY sein Einstieg in die Welt der Superlativen ... zumindest was das Budget seiner Filme anbelangt. TERMINATOR 2: JUDGEMENT DAY befindet sich heute zurecht auf zahlreichen persönlichen All-Time-High Hitlisten und spielte alleine im Kino weltweit fast 520 Mio. Dollar ein.

Waren die Spezialeffekte in Teil 1 sogut wie nicht vorhanden (um das Wort schlecht zu vermeiden), so konnte man mit über 100 Mio. Dollar natürlich ganz andere Maßstäbe setzen. Die Effekte in TERMINATOR 2: JUDGEMENT DAY waren schlicht und ergreifend perfekt ... der wohlverdiente Oscar war nur eine logische Konsequenz. Aber es sollte nicht der einzige Oscar bleiben. Auch für den Ton, Tonschnitt und Make-Up ging der Oscar an diesen grandiosen Film. Dazu gesellten sich noch zwei BAFTA-Awards (ebenfalls für Ton und Spezialeffekte) sowie fünf SATURN-Awards.

Mehr als verdient muss man aber auch gestehen, denn James CAMERON, der für beide Filme auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnete, machte aus der kleinen Sci-Fi-Geschichte des Originals mit viel Geld ein Sci-Fi-Action-Spektakel der besonderen Art. Auch die Story von Teil 2 gefällt mir auch heute noch, verfolgt diese ja unbeirrt den Stil von THE TERMINATOR, dass die Zukunft in der heutigen Gegenwart verändert werden kann und noch nicht feststeht. Auch einige Konventionen an das Mainstream-Publikum haben der Geschichte nicht geschadet. Wie in Teil 1 unterstützt auch in TERMINATOR 2: JUDGEMENT DAY wieder der Score von Brad FIEDEL diese clevere Achterbahnfahrt in Sachen Actionkino.

Zu den Darstellern muss man nicht mehr viel sagen ... Linda HAMILTON kehrt in Teil 2 als gestählte Kampfamazone zurück, wo sie im Original als naive Bedienerin noch gar nicht wusste, wie sie die Mutter der Zukunft werden soll. Aber der Mutterinstinkt kann auch aus der zahmsten Hündin eine reißende Löwin werden lassen. Arnold SCHWARZENEGGER darf die Seiten wechseln und nun den Beschützer von John Connor spielen. Nach wie vor ein Terminator, der die Befehle gnadenlos ausführt und coole Oneliner von sich gibt. Nach dem "I'll be back" aus Teil 1 folgte in TERMINATOR 2: JUDGEMENT DAY "Hasta la vista, Baby", das sich SCHWARZENEGGER sogar als Trademark eintragen hat lassen. Für SCHWARZENEGGER springt Robert PATRICK als gnadenlos böser Terminator in die Presche und kann in dieser Rolle vollauf überzeugen.

Um die Trilogie abzuschließen, habe ich mir natürlich auch TERMINATOR 3: RISE OF THE MASCHINES angesehen ... aber da ich diesen bereits im April gesehen habe und ein Tagebucheintrag pro Film wohl reicht, verweise ich hier nur auf meinen Tagebucheintrag vom 28. April 2007 >>>HIER<<<
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Alt 29.12.2007, 03:36   #215 (permalink)
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INSOMNIA: SCHLAFLOS
(Insomnia, 2002)
Regie: Christopher NOLAN
Cast: Al PACINO, Martin DONOVAN, Hilary SWANK, Paul DOOLEY, Robin WILLIAMS ...

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Christopher NOLAN ist für mich nicht nur einer der besten Regisseure der Gegenwart, sondern auch ein Phänomen. Sein erster Film FOLLOWING war ein schräger Low-Budget-Film ... aber bereits mit seinem zweiten Film MEMENTO produzierte NOLAN einen Kultfilm, der über 40 Preise gewinnen konnte. Wenn man mit grad 30 Jahren für einen der besten Filme aller Zeiten verantwortlich zeichnet, legt man sich natürlich für das Nachfolgeprojekt die Latte selbst sehr hoch. Aber NOLAN machte gar nicht den Fehler, in den Pfaden von MEMENTO wandeln zu wollen, sondern produzierte mit INSOMNIA eine konventionellen Psycho-Thriller ... oder doch nicht???

Es wäre nicht Christopher NOLAN, wenn einer seiner Filme nicht eine düstere, atmosphärisch dichte Inszenierung verpasst bekäme. Die Auflösung des Kriminalfalls wird rasch erledigt ... aber damit beginnt der Film erst so richtig. Das faszinierende an INSOMNIA ist nicht die Auflösung eines Kriminalfalls, sondern das hochinteressante Psycho-Duell der beiden Hauptprotagonisten. Und von diesen wird er auch perfekt unterstützt.

Al PACINO glänzt als ausgebrannter Cop, der sich mit dem Sommer in Alaska, wo die Sonne niemals untergeht, nicht zurecht findet und keinen Schlaf findet. PACINO hat in INSOMNIA eine deutlich ruhigere Rolle zu spielen als z.B. in ANY GIVEN SUNDAY oder THE DEVIL'S ADVOCATE, aber trotzdem verleiht er seinem Charakter jene Glaubwürdigkeit, die ihn als einen der ganz großen Darsteller kennzeichnet. Aber auch Robin WILLIAMS überzeugt einmal mehr in einer ernsten Rolle und beweißt, dass er nicht nur den Trottel vom Dienst, sondern auch Charakterrollen spielen kann. Wer erinnert sich nicht gerne an seine grandiosen Darbietungen in DEAD POETS SOCIETY, THE FISHER KING oder AWAKENINGS??? Leider wird die dritte Oscar-Preisträgerin in dieser elitären Runde, Hilary SWANK, einfach zu wenig gefordert. Sie steht eindeutig im Schatten des grandiosen Duos WILLIAMS/PACINO, obwohl sie nachweislich das Zeug hätte, mit den beiden mitzuhalten. Diese Besetzung war eindeutig etwas vergeudet ... schade drum!

Rein handwerklich ist INSOMNIA natürlich vom Allerfeinsten. NOLAN präsentiert uns wunderschöne Bilder des rauen Alaskas, welche durch einen kraftvollen Score untermalt werden. Die Probleme, welche Dormer wegen seiner Schlaflosigkeit bekommt, werden mit einigen optisch veränderten Einstellungen umgesetzt. Trotz allem ist INSOMNIA "nur" ein sehr guter, aber kein exzellenter Film. Einerseits wegen des bereits erwähnten blass geschriebenen (nicht gespielten) Charakters, für den Hilary SWANK eindeutig überbesetzt war ... aber noch viel wichtiger andererseits, weil das Ende einfach zu simpel war. Das ist eines NOLAN einfach nicht würdig. Wahrscheinlich ein Kniefall für dem Hollywood-Publikum ...
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Geändert von Jurgy (12.02.2008 um 01:41 Uhr)
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Alt 29.12.2007, 14:49   #216 (permalink)
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DAS LEBEN DES DAVID GALE
(The Life of David Gale, 2003)
Regie: Alan PARKER
Cast: Kate WINSLET, Kevin SPACEY, Laura LINNEY, Gabriel MANN, Matt CRAVEN ...

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Auge um Auge, Zahn um Zahn (Das zweite Buch Mose, Exodus 24)
Nicht erst in den Zeiten nach dem 11. September 2001 wird dieses Zitat aus der hebräischen Bibel immer wieder in Diskussionen und Kommentaren zu diesem Ereignis und seinen Folgen aufgenommen wie eine Beschwörungsformel. Das Wort wird meist benutzt, um sich selbst abzugrenzen von einer Reaktionsweise, die damit als unreflektiert und rücksichtslos hingestellt werden soll. Ich bin ja vieles ... aber ganz sicher kein religiöser Mensch und schon gar nicht bibelfest. Aber es ist erschreckend, mit wie wenig Rücksicht auf den zu Grunde liegenden sprachlichen und inhaltlichen Zusammenhang dieses "Zitat" so von aller Welt - je nach Temperament und eigenem Standpunkt - warnend, drohend oder bestürzt angewendet wird.

Tatsächlich wurde die Todesstrafe im Altertum mit dem "Recht des Ausgleichs" (ius talionis), wie es im kompletten Kapitel 21 des zweiten Buch Mose beschrieben wird, abgeschwächt, indem diese einen der Tat angemessenen Schadensausgleich verlangt. Das forderte nicht die Opferangehörigen zur Vergeltung, sondern die Täterangehörigen zum Schadensersatz auf. Es wurde denkbar, ein getötetes Leben auch auf andere Weise als durch Tötung des Täters auszugleichen.

In Österreich gab es schon seit dem 16. Jahrhundert Vorstöße zur Einschränkung bzw. gänzlichen Abschaffung der Todesstrafe. In der 2. Republik war die Todesstrafe für schwere Delikte zunächst noch vorgesehen, wurde 1950 jedoch für ordentliche, 1968 auch für standrechtliche Verfahren abgeschafft. Rechtsgrundlage für die Abschaffung der Todesstrafe sind Artikel 85 Bundes-Verfassungsgesetz, 6. Zusatzprotokoll zur EMRK und - insbesondere - 13. Zusatzprotokoll zur EMRK. Die letzten beiden Hinrichtungen fanden durch Erhängen statt: nach österreichischem Recht am 24. März 1950 im Straflandesgericht Wien, nach alliiertem Recht in der US-amerikanischen Besatzungszone im Februar 1955.

Die Todesstrafe tangiert uns somit in Österreich und Deutschland somit nur indirekt, doch noch heute ist sie in vielen Staaten der Welt fest verankert und die höchst mögliche Kriminalstrafe, so auch in einigen Bundesstaaten der USA. Amerikanischer Vorreiter in Sachen Todesstrafe ist Texas, denn dort werden über fünfzig Prozent der in den Staaten angeordneten Todesurteile in die Tat umgesetzt ... in welchem auch der Film THE LIFE OF DAVID GALE spielt!

Natürlich liegt es mir fern, hier weder eine Diskussion über die Todesstrafe anzuzetteln noch in die eine oder andere Richtung zu tendieren. Und wer glaubt, THE LIFE OF DAVID GALE ist ein reines, reißerisches Plädoyer gegen die Todesstrafe ... der irrt gewaltig und tut den Autoren unrecht! Das fantastische Drehbuch von Charles RANDOLPH einzig und allein auf diesen Sachverhalt zu beschränken wäre nicht nur zu einfach, sondern grob fahrlässig!

Eigentlich ist es für mich beinahe unglaublich, dass dieses Drehbuch, das gegen viele Genre-Konventionen verstößt, überhaupt gedreht worden ist ... vor allem in den USA. THE LIFE OF DAVID GALE vereint viele gesellschaftliche Probleme in einem Film: neben der Tatsache, dass noch so strenge Kontrollen bei der Todesstrafe niemals einen Irrtum ausschließen können auch, dass ein Fehler aus einer angesehenen Persönlichkeit eine Persona non grata machen kann ... ob diese Person nun schuldig ist oder nicht! Aber vor allem die Schlusswendung ist mitunter das Beste, was ich aus Hollywood je zu sehen bekommen habe!

THE LIFE OF DAVID GALE ist alles ... aber ganz sicher kein Film für die breite Masse. Dieser Film ist ganz großes und anspruchsvolles Charakterkino, das mitreißt und bewegt, kompromisslos zwischen Macht und Ohnmacht bzw. Wissen und Ratlosigkeit. Um dies glaubwürdig umsetzen zu können bedarf es aber auch großer Charakterdarsteller ... und der wurde in Kevin SPACEY für die Rolle des David Gale gefunden. Der zweifache Oscargewinner präsentiert uns diese Rolle ohne Fehl und Tadel und bleibt trotz dieser schwierigen Aufgabe in jeder Sekunde glaubwürdig. Die weibliche Hauptrolle wurde Kate WINSLET zugedacht ... und sie hat neben Kevin SPACEY "überlebt". Das alleine schon ist eine Leistung, welche man von ihr nicht erwarten konnte und sie für höhere Aufgaben qualifizieren sollte (ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND, FINDING NEVERLAND, LITTLE CHILDREN ...).

Auch beim wiederholten Ansehen kann mich dieser Film immer noch mitreißen und bewegen ... und am Ende bleibe ich immer wieder mit offenem Mund und einem beklemmenden Gefühl sitzen, bis die Credits zur Gänze beendet sind. Ganz großes Kino des besonderen, nachdenklichen Art
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Alt 29.12.2007, 18:09   #217 (permalink)
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Standard 28. Dezember 2007

DER PIANIST
(The Pianist, 2002)
Regie: Roman POLANSKI
Cast: Adrien BRODY, Emilia FOX, Michal ZEBROWSKI, Ed STOPPARD ...

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Film-Review von eXistenZ
Diskussionsthread im Forum
IMDb-Rating: 8.5/10
Meine Bewertung: 5/5




Nach THE LIFE OF DAVID GALE gleich noch ein sehr anspruchsvoller, nachdenklicher Film gestern ... allerdings mit einem gänzlich anderen Thema. THE PIANIST von Roman POLANSKI ist die autobiografische Verfilmung des polnischen Pianisten Wladyslaw SZPILMAN während des Zweiten Weltkriegs in Warschau. Roman POLANSKI wurde zwar in Paris geboren, ist aber selbst polnischer Abstammung und kehrte mit seinen Eltern zwei Jahre vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nach Warschau zurück. POLANSKI ist mit seinem Vater dem Krakauer Ghetto entkommen, hat aber seine Mutter in Auschwitz verloren.

Im Gegensatz zu seinen anderen Filmen inszenierte Roman POLANSKI dieses Flüchtlingsdrama nach den klassischen Regeln eines Dramas und bedient sich einem beinahe dokumentarischen Stils. Bei so einem Film von "schön" zu sprechen ist zwar irgendwie ein Widerspruch in sich, aber die Bilder, welche uns POLANSKI und sein Kameramann Pawel EDELMAN liefern sind überwältigend schön, aber zeigen exakt diese Kälte und Unnahbarkeit, welche in diesen schrecklichen Zeiten vorherrschten. Im Vergleich zu anderen Verfilmungen über den Holocaust (wie z.B. SCHINDLER'S LIST oder LA VITA È BELLA) drückt POLANSKI nicht bereits während des Films schwer auf die Tränendrüse. Ohne Mitgefühl und Emotion bangt SZPILMAN um sein Leben. POLANSKI zeigt die Jahre der Flucht von Wladyslaw SZPILMAN mit einer beinahe beängstigenden Nüchternheit und Emotionslosigkeit, dass man während dieser beinahe zweieinhalb Stunden mit offenem Mund auf die Leinwand starrt.

Adrien BRODY spielt die Hauptfigur dieser Verfilmung grandios und kommt diesem Mann, der ständig auf der Flucht ist, leidet und trotzdem allen anderen helfen möchte, sehr nahe. Den Oscar hat er für diese grenzgeniale Darbietung mehr als nur verdient, wie auch Roman POLANSKI für die Beste Regie. THE PIANIST ist ein Film, den man nicht so schnell vergisst ... aber diese Ereignisse sollen auch nicht in Vergessenheit geraten!
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Alt 30.12.2007, 05:44   #218 (permalink)
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TIN CUP
(Tin Cup, 1996)
Regie: Ron SHELTON
Cast: Kevin COSTNER, Rene RUSSO, Don JOHNSON, Cheech MARIN, Linda HART ...

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IMDb-Rating: 6.1/10
Meine Bewertung: 3,5/5




TIN CUP ist grundsätzlich eine ganz normale Romantikkomödie, welche einfach Elemente des klassischen Sportfilms mit einer Liebesromanze verknüpft ... aber genau nichts Innovatives bietet. Und trotzdem sehe ich mir diesen Film immer wieder gerne an. Den genauen Grund dafür kann ich gar nicht nennen. Mag sein, weil ich einfach ein großer COSTNER-Fan bin ... mag auch sein, weil mir Golf einfach irrsinnig gefällt. Vermutlich liegt es genau an dieser Kombination und der entspannenden Atmosphäre mit schönen Bildern des Golfsports.

Obwohl ... wenn ich genau darüber nachdenke, hätte dieser Film für mich persönlich sogar einiges an Aussagekraft. Auch ich bin leider ein Hitzkopf (a Häferl wie man so schön sagt bei uns) ... und mit etwas mehr Geduld und Ruhe könnte ich bei manchen Dingen sicherlich auch schon weiter sein. Vor allem aber könnte ich auch die kleinen Schritte nach Vorne mehr genießen und nicht nur immer gleich den nächsten Schritt vor Augen haben. Aber das ist eine andere Geschichte ...

TIN CUP ist sicherlich kein Meilenstein der Filmgeschichte, aber wer auf Kevin COSTNER und/oder Romantikkomödien steht, der wird mit diesem Film bestens unterhalten. Meine Frau war nach diesem Film wieder sehr glücklich ... und somit bin ich das natürlich auch
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Alt 30.12.2007, 15:06   #219 (permalink)
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Standard 29. Dezember 2007

I'M NOT THERE
(I'm not there, 2007)
Regie: Todd HAYNES
Cast: Cate BLANCHETT, Ben WHISHAW, Christian BALE, Richard GERE, Marcus Carl FRANKLIN, Heath LEDGER, Julianne MOORE, Bruce GREENWOOD ...

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Film-Review von MEMENTO
Diskussionsthread im Forum
IMDb-Rating: 7.7/10
Meine Bewertung: 5/5




Eines meiner Lieblingsgenres sind biografische Verfilmungen jeglicher Art und Weise. Und neben einigen anderen sehr guten Umsetzungen in den letzten Jahren waren auch zwei mehr als gelungene Biopics aus der Musikbranche dabei: Die Verfilmung des Lebens von Ray CHARLES in RAY und WALK THE LINE über den Country-Sänger Johnny CASH. Beides waren beinahe minutiös nachgezeichnete Biografien in chronologischer Abfolge unter Einbehaltung der herkömmlichen Genrekonventionen.

Regisseur Todd HAYNES hat aber schon in seinem Film VELVET GOLDMINE in einem fiktiven Film über das Leben von David BOWIE gar nicht erst riskiert, dieses minutiös nach zu zeichnen. Und eben so wenig begab er sich auf eine sowieso zum Scheitern verurteilte Mission, die nicht minder wendungsreiche Biografie von Bob DYLAN zu verfilmen. I'M NOT THERE ist somit kein Biopic nach dem Muster der beiden erwähnten. Mehr noch ... I'M NOT THERE hat auch mit einem klassischen Erzählkino genau nichts gemeinsam, denn Todd HAYNES hat einfach alle konventionellen Regeln eines Biopics über den Haufen geworfen und etwas völlig Neues produziert!

In sechs verschiedenen Handlungssträngen werden in I'M NOT THERE einerseits reale und verbürgte, aber auch abstrakte bzw. philosophische Abschnitte und Szenen aus dem Leben von Bob DYLAN präsentiert. Diese verschiedenen Handlungsstränge werden nicht nur parallel erzählt. Todd HAYNES ging noch einen Schritt weiter, denn in jedem dieser sechs Stationen des Lebens von Bob DYLAN wird dieser von einem anderen Darsteller verkörpert, jeweils verschiedene Aufnahmetechniken verwendet und in verschiedene Genres verpackt, wodurch ein (gewolltes) Durcheinander den Film beherrscht ... was aber nicht heißen soll, dass man völlig den Überblick verliert. Ganz im Gegenteil!

Die Biografie von Bob DYLAN lest sich tatsächlich wie die eines extrem wandlungsfähigen Chamäleons. DYLAN wurde als Robert Allan ZIMMERMANN geboren. Seine Eltern waren ukrainisch-jüdische Immigranten, aber nach einem religiösen Erweckungserlebnis wandte er sich dem Christentum zu und predigte bei Auftritten von der Bühne herab. Seine Musikkarriere, welche für ihn schon sehr früh feststand ("Ich wollte immer schon Gitarrist und Sänger sein. Seit ich zehn, elf oder zwölf war, war das das einzige, was mich interessierte"), begann er als Folksänger. Aber DYLAN schöpft aus einem riesigen Fundus traditioneller, populärer amerikanischer Musik von Folk über Country bis zu Gospel, Blues und Rock ’n’ Roll. Sein Leben und Werk ist von zahlreichen Brüchen und Wendungen durchzogen, die von seinem Publikum auch kritisch betrachtet worden sind, welche aber tatsächlich oft eine erhebliche Quelle der Erneuerung seiner kreativen Inspiration und der modernen Musik darstellten ... und aus ihm einen der einflussreichsten Musiker aller Zeiten machten. Van Morrison, The Beatles, Steely Dan, Bruce Springsteen, Jimi Hendrix und Nick Cave ... aber auch Wolfgang Ambros und Falco bekannten sich dazu, dass sie von Bob DYLAN beeinflusst wurden bzw. ihn sogar zum Vorbild hatten. Aber nicht nur als Musiker wurde DYLAN bekannt ... auch seine Gedichte und Zeichnungen!

Aber was wären wundervolle und ausdrucksstärke Bilder ohne überzeugende Darsteller??? Aber auch diese Aufgabe wurde mit Bravour gelöst!!! Bis in die kleinste Nebenrolle finden sich hochkarätige Darsteller, aber vor allem natürlich die sechs Hauptdarsteller stehen im Mittelpunkt. Ob nun der junge Marcus Carl FRANKLIN oder Christian BALE (bekanntermaßen einer meiner Lieblingsdarsteller), Richard GERE, Heath LEDGER und Ben WHISHAW ... alle boten absolut überzeugende Darbietungen. Aber dass eine Frau als Bob DYLAN überzeugen könnte, hätte wohl vor diesem grandiosen Film auch niemand gedacht! Cate BLANCHETT überzeugt in einer für Bob DYLAN sehr schwierigen Episode während seiner Europatournee, wo er sogar als Judas öffentlich beschimpft worden ist. BLANCHETT spielt nochmals eine Klasse höher als alle weiteren Akteure und ist für diese Rolle höchst Oscar verdächtig. Harvey WEINSTEIN wurde für die New York Times mit folgenden Worten zitiert: "Wenn Cate BLANCHETT keine Oscar-Nominierung bekommt, erschieße ich mich." Ich bin überzeugt davon, dass ihm dies erspart bleiben wird.

Last but not least muss bei diesem stimmungsvollem Film über einen Musiker auch die Musik ausführlich erwähnt werden. DYLAN hatte nie eine dem klassischen Schönheitsideal genügende, ausgebildete Singstimme. Seine Qualitäten als Sänger sind stark umstritten. Viele seiner Songs sind erst als Cover-Versionen zum Hit geworden. Joan Baez, Eric Clapton, The Byrds, Rod Stewart, Van Morrison, Joe Cocker, Johnny Cash, Jimi Hendrix, Bryan Ferry (welcher heuer ein Album mit ausschließlich Liedern von Bob DYLAN herausbrachte) und sogar Elvis Presley sangen Songs von Bob DYLAN. Und auch wenn die Musik zu I'M NOT THERE schon konkreter war als die Handlung (wenn man überhaupt von einer Handlung sprechen darf), so war diese doch auch weit entfernt von einem normalen Soundtrack. Viele der im Film verwendeten Songs wurden von einer exquisiten Künstlerschar neu interpretiert. Kein einziger Song, nicht einmal Antony & The Johnsons Sternstunde KNOCKIN' ON HEAVENS DOOR oder das packende DARK EYES der Co-Op Iron & Wine mit Calexico entfernt sich außer Sicht- bzw. Hörweite vom Original ... und trotzdem kann man eine stilistische Eigenwilligkeit erkennen, welche den Songs durchaus gut bekommt und so die jeweiligen Szenen perfekt untermalt.

Wer hätte das gedacht ... am 29. Dezember eines Jahres, in welchem ich einen neuen David LYNCH Film zum ersten Mal gesehen habe und dieser mir auch noch großartig gefallen hat, muss ich doch nochmals meine Top-5 des Jahres 2007 umschreiben. Todd HAYNES hat es mit diesem grandiosen und innovativen Film geschafft, INLAND EMPIRE von der Spitze meiner persönlichen Jahresverwertung zu verdrängen!!!

I'M NOT THERE ist definitiv mein Film des Jahres 2007
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Alt 30.12.2007, 17:35   #220 (permalink)
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Standard 30. Dezember 2007

LIEBE BRAUCHT KEINE FERIEN
(The Holiday, 2006)
Regie: Nancy MEYERS
Cast: Cameron DIAZ, Kate WINSLET, Jude LAW, Jack BLACK, Eli WALLACH, Edward BURNS ...

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IMDb-Rating: 6.9/10
Meine Bewertung: 3,5/5




Wenn schon Romantikkomödien, dann sollte Nancy MEYERS Regie führen. Natürlich sind ihre Liebeskomödien auf Frauen zugeschnitten, aber auch mir gefallen einige ihrer Filme: FATHER OF THE BRIDE, FATHER OF THE BRIDE PART II, THE PARENT TRAP, I LOVE TROUBLE, SOMETHING'S GOTTA GIVE und WHAT WOMEN WANT ... all diese Filme befinden sich in meiner Sammlung und können durchwegs als gut bis sehr gut bezeichnet werden.

THE HOLIDAY kann vor allem mit SOMETHING'S GOTTA GIVE nicht mithalten ... da gibt es aber nur ganz, ganz wenige Romantikkomödien, welche das können. Innovatives in THE HOLIDAY zu finden ist ein schwieriges Unterfangen. Nancy MEYERS setzt auf Altbewährtes: farbenprächtige Schauplätze, gut aufgelegte Darsteller, vorhersagbare Story und eine (oder in diesem Fall mehrere) sentimentale Liebesgeschichten. Trotzdem kann ich mich mit den schlechten Kritiken, welche dieser Film von der sog. Fachwelt bekommen hat, gar nicht anfreunden.

Natürlich handelt es sich bei THE HOLIDAY um eine klassische Hollywood-Produktion. Und? Ich bin ganz sicher nicht so borniert, dass ich alles, was aus Hollywood kommt, kategorisch ablehne ... ganz im Gegenteil! Bei solch gut aufgelegten Darstellern erster Güte in Verbindung mit einer netten Story bin ich gerne bereit, mich zwei Stunden einfach berieseln und unterhalten zu lassen. Eine nette Weihnachtskomödie mit guter Musik und der richtigen Portion Humor ... und einem netten Cameo-Auftritt von Dustin HOFFMAN.
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