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Jurgy's Filmtagebuch 2008 Hier findet Ihr eine Übersicht (alphabetisch nach Filmtitel sortiert) sowie Details (in den weiteren Posts) über alle meine seit 1. Jänner 2008 gesehen Filme, Serien und Dokumentationen ... egal ob TV, DVD oder (zwar selten aber hin und wieder doch) Kino. Kritik, Wünsche und Anregungen zu meiner Filmauswahl oder meinen Bewertungen bzw. sonstige Kommentare könnt Ihr >>>HIER<<< loswerden. Filmliste (alphabetisch nach Filmtitel sortiert)
James Bond 007
Der österreichische Film, Kurzfilm und sonstiges
Serien, Dokus und sonstiges
... die Top 3 aus 2008 *** ... die 3 schlechtesten 2008 gesehenen Filme **** ... 2008 zum ersten Mal gesehen ** ... nicht bzw. noch nicht in meiner DVD-Sammlung enthalten *** ... nur Filme, welche ich 2008 zum ersten Mal gesehen habe Links (sofern vorhanden) führen derzeit entweder zu meiner DVD-Sammlung oder zum jeweiligen Post Meine persönlichen All-Time-High-Filme
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Geändert von Jurgy (14.01.2009 um 18:57 Uhr) |
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TRUE LIES
(True Lies, 1994) Regie: James CAMERON Cast: Arnold SCHWARZENEGGER, Jamie Lee CURTIS, Tom ARNOLD, Bill PAXTON, Tia CARRERE, Art MALIK ... Link zu meiner DVD-Sammlung Wikipedia DVD-Review von Redwings76 IMDb-Rating: 7.2/10 Meine Bewertung: 4,5/5 ![]() Als ersten Film im neuen Jahr habe ich mir wohl eine der besten Agentenkomödien ever ausgesucht ... TRUE LIES von James CAMERON und mit unserer steirischen Eiche Arnold SCHWARZENEGGER in Höchstform. Eine Action-Komödie der besonderen Art, die sich selbst nicht allzu ernst nimmt mit gut aufgelegten Hauptdarstellern und einer lustigen, wenn auch natürlich realitätsfremden Story. Aber alles der Reihe nach ... Nach den Terminator Filmen, wo CAMERON bereits erfolgreich mit Arnold SCHWARZENEGGER zusammen gearbeitet hat, und ALIENS sowie THE ABYSS war es für ihn wohl mal an der Zeit, eine Komödie zu drehen. Aber mit einer normalen Komödie hätte sich James CAMERON wohl nicht zufrieden gegeben. Ein großes Budget, bekannte Darsteller und eine interessante Story mussten her. Und mit 110 Mio. Dollar kann man sich auch einen Cast wie Arnold SCHWARZENEGGER und Jamie Lee CURTIS leisten ... und mit einer Agenten-Parodie traf er auch bei der Story voll ins Schwarze. Es war übrigens Arnold SCHWARZENEGGER, der James CAMERON auf die französische Komödie LA TOTALE! aufmerksam gemacht hat, welche Grundlage für das Drehbuch von TRUE LIES war. Die Chemie zwischen SCHWARZENEGGER und CURTIS hat in diesem Film perfekt gepasst. Dass Arnold SCHWARZENEGGER auch in Komödien überzeugen kann, hat er vor TRUE LIES bereits in TWINS und KINDERGARTEN COP bewiesen. Und über Jamie Lee CURTIS braucht man nicht viele Worte verlieren, hatte sie doch ihre erste Kinorolle bereits 1978 in HALLOWEEN und sowieso von Haus aus perfekte Schauspielgene im Blut ... und auch sie hat in mehreren Komödien überzeugt, darunter in TRADING PLACES an der Seite von Dan AYKROYD und Eddie MURPHY und natürlich nicht zu vergessen A FISH CALLED WANDA an der Seite von John CLEESE und Kevin KLINE. Aber Jamie Lee CURTIS hat nicht nur einen perfekten Body und großes schauspielerisches Talent ... sie ist auch eine toughe Lady! Und das hat sie nicht zuletzt in TRUE LIES mit dem Helicopter-Stunt bewiesen, welchen sie selbst ausführte. Auch der Striptease von ihr wurde von einem Internetportal zum besten Film-Strip aller Zeiten gewählt ... was ich durchaus verstehen kann ![]() Natürlich darf man den Film nicht ernst nehmen ... das tut dieser ja nicht mal selbst. In bester James Bond-Manier ist hier der Superheld über jeden Zweifel erhaben und beinahe unverletzlich ... kann alles, weiß alles und geht jeder Kugel gekonnt aus dem Weg. Trotzdem ist es einfach irre komisch, wenn der Frau unseres Superhelden die Maschinenpistole aus der Hand und über die Stufen fällt ... und so nebenbei alle Bösen aus der Welt schafft. Da will man einfach nicht darüber nachdenken, ob denn das überhaupt möglich ist ... wen interessiert das auch! Es passt einfach ... wo wie jede andere Szene auch in diesem Film! Aber dafür hatte man ja auch James CAMERON als Regisseur, um eine perfekte Inszenierung zu erleben. 364 Mio. Dollar Einspielergebnis, ein paar gewonnene große Preise und Millionen von lachenden Gesichtern nach dem Ansehen dieses Films sollten den Erfolg dieses Films bestätigen. Ich fühle mich jedenfalls immer köstlich unterhalten, wenn ich diese großartige Agentenparodie sehe ... und somit ein perfekter Filmauftakt im neuen Jahr
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Geändert von Jurgy (01.01.2008 um 19:32 Uhr) |
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GONE BABY GONE
(Gone Baby Gone, 2007) Regie: Ben AFFLECK Cast: Casey AFFLECK, Michelle MONAGHAN, Morgan FREEMAN, Ed HARRIS, Amy RYAN, Amy MADIGAN, Tom KEMP ... Link zu meiner DVD-Sammlung Wikipedia Film-Review von MEMENTO Diskussionsthread im Forum IMDb-Rating: 8.0/10 Meine Bewertung: 5/5 ![]() Ben AFFLECK hat in seiner Film-Karriere schon einiges gemacht ... unzählige Rollen als Darsteller (mit mehr oder weniger gutem Erfolg), Produzent, Drehbuchautor ... und sogar gesungen hat er in zwei Filmen, wo sich diese Songs sogar auf dem Soundtrack befinden. Aber als Regisseur gab er in GONE BABY GONE sein Debüt ... und was für eines!!! Bei GONE BABY GONE war Ben AFFLECK aber nicht nur als Regisseur tätig, sondern auch für das Drehbuch und die Produktion verantwortlich ... hätte eigentlich nur mehr gefehlt, dass er auch selbst die Hauptrolle übernommen hätte. Aber da hat er einen besseren gefunden ... seinen jüngeren Bruder Casey AFFLECK. Die Story hinter GONE BABY GONE basiert auf einem Roman von Dennis LEHANE aus dem Jahre 1998 den ich zwar nicht kenne, aber angeblich hat sich AFFLECK beim Drehbuch sehr nah am Roman gehalten. GONE BABY GONE beginnt mit einer Kindesentführung und der Beauftragung eines Privatdetektiven, die Polizei bei der Suche nach dem Kind zu unterstützen. Was nach einer harmlosen und normalen Thriller-Geschichte aussieht, entwickelt sich zu einem beeindruckenden Film mit einigen Wendungen, welcher den Zuseher ganz sicher nicht nur auf der emotionalen, sondern auch auf der intellektuellen Ebene fordert. Mir zumindest ist es so ergangen, denn auch wenn das Thema Kidnapping im Zentrum steht, so machen doch die weiteren schwierigen Themen, welche sich dieser Film annimmt, weitaus mehr nachdenklich: Wo genau ist die Grenze zwischen Gut und Böse bzw. richtig und falsch??? Muss ein junger Mensch automatisch zum Scheitern verurteilt sein, nur weil die Eltern bereits gescheitert sind??? Und wenn schon mal die Eltern bzw. die Mutter sich mit dem Ableben des Kindes abfinden hat müssen und es dem Kind bei den Entführern zweifellos gut geht ... soll man doch wieder das Kind zur leiblichen Mutter bringen und die Gefahr für das Leben des Kindes deutlich erhöhen??? Hat nicht jeder Mensch das Recht auf eine faire zweite Chance, auch wenn dabei für das Kind ein großes Risiko eingegangen wird??? Die Botschaft des Films bzw. des Drehbuchs ist eindeutig, auch wenn man uns den zukünftigen Ausgang dieser Geschichte (natürlich) vorenthalten hat. Wie MEMENTO in seinem Review schon geschrieben hat, ist es definitiv ein wichtiger und vor allem "must see" Film, über den man aber auch stundenland diskutieren kann. Das Ende ist zwar handwerklich sehr gelungen, aber ich denke, dass MEMENTO das eher auf die Story und nicht auf die Regie bezogen hat. Und da bin ich mir noch immer nicht wirklich sicher, ob ich das genauso sehe. Ich denke mal, dass es MEMENTO und mir da in der Diskussion so gehen würde wie Patrick und Angela im Film. Es ist bereits alles geschehen und jeder hat sich mit der Situation mehr oder weniger abgefunden. Warum dann wieder das Leben und das Umfeld des Kindes (vor allem zum Negativen) verändern??? Naja ... lassen wir das ... zumal ich mir da selbst nicht sicher bin, wie ich in dieser Situation entscheiden würde. Auch wenn in GONE BABY GONE Ben AFFLECK nur hinter der Kamera zu sehen war, so geben sich die AFFLECKs auch vor der Kamera noch lange nicht geschlagen. Bens kleiner Bruder Casey bietet jedenfalls seine bisher mit Abstand beste Darstellung seiner Karriere und wird uns in Zukunft wohl noch des Öfteren begegnen. Aber auch die Darbietungen von Morgan FREEMAN, Ed HARRIS und vor allem Amy RYAN (welche zurecht mit einer Golden Globe-Nominierung belohnt wurde) sind sehr authentisch und dürfen nicht unerwähnt bleiben. Einmal wird es mir MEMENTO noch erlauben, aus seinem Review zu zitieren: Zitat:
Wer auf gute Thriller mit interessanten Wendungen und einer Vielzahl dramatischer Elemente steht, der wird an GONE BABY GONE nicht vorbeikommen. Ansehen Pflicht!!! Hirn ausschalten spielts aber bei diesem Film nicht ...
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Geändert von Jurgy (23.03.2008 um 00:10 Uhr) |
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NEUJAHRSKONZERT DER WIENER PHILHARMONIKER 2008
unter der Leitung von Georges PRÊTRE Regie: Brian LARGE Link zu meiner DVD-Sammlung (noch nicht vorhanden) Wikipedia IMDb-Rating: - Meine Bewertung: 4,5/5 ![]() Mit dem 83-jährigen Georges PRÊTRE leitete heute erstmals ein französischer Dirigent die Wiener Philharmoniker beim traditionellen Neujahrskonzert im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins und war somit der älteste Dirigent, der bisher das Neujahrskonzert geleitet hat. PRÊTREs Verbindung zu Wien und den Wiener Philharmonikern reicht bis in die frühen sechziger Jahre zurück. 1962 dirigierte er auf Einladung des damaligen Staatsoperndirektors Herbert VON KARAJAN einige Aufführungen der Oper CAPRICCIO von Richard STRAUSS. Bereits zum 50. Mal übertrug der ORF das Neujahrskonzert, eines der größten Ereignisse der klassischen Musik, in alle Welt. Georges PRÊTREs Engagement für das Neujahrskonzert bringt eine neue Farbe zu den bisherigen Dirigenten. Diese Wahl spiegelte sich in der "französischen" Programmgestaltung wider, die mit einigen Novitäten aufwarten konnte. Ein Millionenpublikum auf der ganzen Welt war Zuhörer einer österreichisch-französischen Darbietung, u.a. "Napoleon-Marsch", "Pariser Walzer", "Freuet euch des Lebens", sowie "Russischer Marsch" und "Chineser-Galopp". Insgesamt 21 Stücke (inklusive Zugaben) von Johann STRAUSS Sohn, Johann STRAUSS Vater, Joseph STRAUSS, Joseph HELLMESBERGER jun. und Joseph LANNER standen auf dem Programm. Die Übertragung des Neujahrskonzertes in ORF 2 bot heute noch weitere Premieren: Zum ersten Mal war die Albertina Schauplatz für das Ballett der Wiener Staatsoper und Volksoper. Für den zweiten Auftritt der Tänzer wurde der Karlsplatz ausgewählt. Choreograph Nicolas MUSIN widmete dem Fußball aus Anlass der Europameisterschaft ein witzig-frech pointiertes Ballettstück. Die Ballett-Regie dieser beiden Werke übernahm Karina FIBICH. Die Lipizzaner "tanzten" zur Polka francaise "Die Pariserin" in der Wiener Hofreitschule. Ebenfalls zum ersten Mal wurde der Donauwalzer in der Choreographie von Christian TICHY live im Musikverein getanzt. Die Bildregie lag wieder in den bewährten Händen von Starregisseur Brian LARGE. Der Pausenfilm des NEUJAHRSKONZERTES 2008 stand ganz im Zeichen der Fußball-Europameisterschaft 2008 - der Ball rollt durch Österreich. Filmemacher Georg RIHA zeichnete für diesen 25-minütigen Film mit dem Titel AUSTRIAN KICKOFF verantwortlich. Als "Markenzeichen" seiner Filme und Dokumentationen zeigte RIHA auch hierbei wieder eindrucksvolle österreichische Landschaften, kulturelle Höhepunkte und architektonische Sehenswürdigkeiten, durch die (sich) diesmal allerdings immer wieder ein Fußball bewegte bzw. bewegt worden ist. Meist humorvoll, schmunzelnd oder leicht skurril verbinden diese kurzen Szenen Land und Leute von der Schweizer Grenze in Vorarlberg bis in den Wiener Musikverein. So "besuchte" der Ball die Bregenzer Festspiele, ist plötzlich Mittelpunkt von "Jedermanns" Tischgesellschaft oder landet mitten auf der Staumauer des Silvretta-Stausees. In einer der wohl spektakulärsten Ball-Szenen springt Thomas MORGENSTERN mit einem Fußball von der Bergisel-Schanze. Wie immer war das Neujahrskonzert ein absolutes Highlight des Jahres. Musikalisches Highlight war der "Kaiser-Walzer" von Johann STRAUSS Sohn, aber auch anlässlich der EURO 2008 die "Sport-Polka" von Josef STRAUSS. Leider hat irgend so ein Pfeiferling den "Donauwalzer" komplett vernichtet. Entweder ist der zu nahe bei einem Mikrophon gesessen oder hat einfach zu euphorisch in sein Instrument geblasen ... schade! Der "Radetzkymarsch" war leider a bisserl zu emotionslos ... das hatte PRÊTRE leider nicht so im Griff. 2009 wird übrigens mit Daniel BARENBOIM wieder ein "Neuling" das Neujahrskonzert dirigieren ... und ich freue mich schon heute drauf! Programm: Johann Strauß, Sohn - Napoleon-Marsch, op. 156 Josef Strauß - Dorfschwalben aus Österreich. Walzer, op. 164 Josef Strauß - Laxenburger Polka, op. 60 Johann Strauß, Vater - Paris. Walzer, op.101 Johann Strauß, Vater - Versailler-Galopp, op. 107 Johann Strauß Sohn - Orpheus-Quadrille, op. 236 Joseph Hellmesberger jun. - Kleiner Anzeiger. Galopp, op. 4 Pausenfilm: Austrian Kickoff (Regie: Georg RIHA) Johann Strauß, Sohn - Ouvertüre zu "Indigo und die vierzig Räuber" ohne op. Johann Strauß, Sohn - Freuet Euch des Lebens. Walzer, op. 340 Johann Strauß, Sohn - Bluette. Polka francaise, op. 271 Johann Strauß, Sohn - Tritsch-Tratsch. Polka, op. 214 Josef Lanner - Hofball-Tänze. Walzer, op. 161 Josef Strauß - Die Libelle. Polka mazur, op. 204 Johann Strauß, Sohn - Russischer Marsch, op. 426 Johann Strauß, Sohn - Die Pariserin. Polka francaise, op. 238 Johann Strauß, Vater - Chineser-Galoppe, op. 20 Johann Strauß, Sohn - Kaiser-Walzer, op. 437 Johann Strauß, Sohn - Die Bajadere. Polka schnell, op. 351 Zugaben: Josef Strauß - Sport-Polka (schnell). op. 170 Johann Strauß, Sohn - An der schönen blauen Donau, op. 314 Johann Strauß, Vater - Radetzkymarsch, op. 228
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Geändert von Jurgy (03.01.2008 um 02:23 Uhr) |
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FARGO
(Fargo, 1996) Regie: Joel COEN Cast: William H. MACY, Steve BUSCEMI, Peter STORMARE, Frances MCDORMAND, Kristin RUDRÜD, Harve PRESNELL, Tony DENMAN ... Link zu meiner DVD-Sammlung Wikipedia IMDb-Rating: 8.2/10 (# 116 der IMDb Top 250) Meine Bewertung: 5/5 ![]() Da ich vorgestern das neueste, so hochgelobte Werk der COEN-Brüder (NO COUNTRY FOR OLD MEN) gesehen habe und ich heute zufällig FARGO im aktuellen Fernsehprogramm erspähte, stand mein Nachmittagsfilm auch schon fest. Es ist schon eine zeitlang her, dass ich diesen skurrilen, aber verdammt guten Film das letzte Mal gesehen habe. FARGO vereint genau jene Elemente, welche einen typischen COEN-Film auszeichnen und mir teilweise bei NO COUNTRY FOR OLD MEN gefehlt hat: Teils skurrile, teils naive Charaktere vermischen sich mit der gemeinen Landbevölkerung in der hintersten Einöde, um jede Menge Blut zu vergießen und dabei knochentrockenen, tiefschwarzen Humor zu versprühen. Genau so wurde aus FARGO der Kultfilm, den alle ... na sagen wir die meisten ... Filmliebhaber so lieben! Am Anfang des Films wird behauptet, dass es sich bei FARGO um eine wahre Geschichte handelt. Mit dieser Lüge muss mal aufgeräumt werden. Nachforschungen von Journalisten haben nämlich zu keinen diesbezüglichen Beweisen geführt. Mit diesen Erkenntnissen konfrontiert mussten auch die COEN-Brüder zugeben, dass es sich hierbei um einen Scherz ihrerseits handelte. Dass die COEN-Brüder ihr Handwerk verstehen ist unbestritten. Und wenn man sich auf die Suche nach ihrem handwerklich besten Film macht, dann kommt man an FARGO nicht vorbei. Die Inszenierung ist meiner Meinung nach einfach perfekt. Die Bilder aus dem verschneiten nördlichen Mittleren Westen bringen die COEN-Brüder perfekt in Szene. Mit viel Gefühl für die richtige Atmosphäre zeichnen sie die ländliche Gegend von Minnesota. In der verschneiten Winterlandschaft hebt sich das viele Blut deutlich vom frischen, weißen Schnee ab und wirkt dabei wie ein perfekt abgestimmtes Gesamtkunstwerk. Der Film lebt aber vor allem von seinen grandiosen Darstellern und deren übertrieben verwendeten Original-Dialekt. Man sollte also nicht den Fehler machen, den Film auf Deutsch anzusehen, denn dann geht ein Gutteil der Atmosphäre verloren. Die eigenwillig verwendeten Ausdrücke und skurrilen Dialoge vervollständigen den Eindruck, dass die Charaktere einfach nur Hinterwäldler sind. Auch beim Cast hat man wirklich alles richtig gemacht. William H. MACY überzeugt als naiver Autoverkäufer mit dem man beinahe Mitleid haben könnte. Das ständige Bemühen um ein makelloses Familienbild nach Außen ist typisch für den mittelständischen amerikanischen Spießbürger. Ob gewollt oder nicht teilen die COEN-Brüder mit FARGO auch ein paar Seitenhiebe auf das amerikanische Spießbürgertum aus. Aber auch Steve BUSCEMI und Peter STORMARE glänzen als ungleiches, psychopathisches Kleinganoven-Duo auf blutige und skurrile Art. Der Fuß, der aus dem Häcksler bei der Verhaftung von Gaear ragt, hat beinahe schon den Charakter einer MONTY PYTHON-Szene. Besonders überzeugen kann allerdings Francis MCDORMAND als hochschwangere Polizistin, die für ihre Rolle auch hochverdient mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Mit FARGO ist den COEN-Brüdern ganz sicher ein sehr böser und schwarzer Film gelungen ... wenn nicht sogar der böseste und schwärzeste der 90er-Jahre. Aber ich kenne natürlich nicht alle Filme, weshalb ich mich da nicht festlegen kann
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Geändert von Jurgy (14.08.2008 um 20:53 Uhr) |
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LAWS OF ATTRACTION - WAS SICH LIEBT, VERKLAGT SICH
(Laws of Attraction, 2004) Regie: Peter HOWITT Cast: Pierce BROSNAN, Julianne MOORE, Michael SHEEN, Parker POSEY, Frances FISHER ... Link zu meiner DVD-Sammlung Wikipedia IMDb-Rating: 5.7/10 Meine Bewertung: 2,5/5 ![]() LAWS OF ATTRACTION ist eine typische Romantikgeschichte, welche wohl allen Liebhabern dieses Genres gefallen wird. Allerdings gibt es auch in diesem Genre deutlich bessere Filme. Pierce BROSNAN und Julianne MOORE biete in dieser Geschichte nichts Innovatives ... eben nur eine nette Liebeskomödie mit Happy-End ... aber genau darum gehts ja wohl in einer Romantikkomödie
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Geändert von Jurgy (03.01.2008 um 02:23 Uhr) |
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DAS FÜNFTE ELEMENT
(The Fifth Element, 1997) Regie: Luc BESSON Cast: Bruce WILLIS, Gary OLDMAN, Ian HOLM, Mila JOVOVICH, Chris TUCKER, Luke PERRY, Brion JAMES ... Link zu meiner DVD-Sammlung Wikipedia IMDb-Rating: 7.3/10 Meine Bewertung: 4,5/5 ![]() Luc BESSON gehört definitiv zu den ganz großen Regisseuren und Produzenten des Filmbusiness. Ich kann mich noch ganz genau an den Tag erinnern, als ich SUBWAY zum ersten Mal gesehen habe. Schon alleine aus sentimentalen Gründen gehört dieser Film nach wie vor zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Aber so wirklich bekannt wurde er natürlich mit den folgenden Filmen LE GRAND BLEU, NIKITA und LÉON, welche allesamt künstlerische Meisterwerke wurden. Mit diesen Erfolgen auf der Referenzliste bekam er auch das Budget zur Verfügung gestellt, um seinen ganz persönlichen Traum zu realisieren: Die Verfilmung seiner Sci-Fi-Geschichte THE FIFTH ELEMENT. Die Idee zu dieser Geschichte hatte Luc BESSON bereits 1975 ... damals gerade mal 16 Jahre alt. Zu dieser Zeit schrieb er den ersten Roman. Als er 1990 das Drehbuch zu THE FIFTH ELEMENT fertig hatte, sollten 1991 die Dreharbeiten beginnen. Allerdings waren Warner die veranschlagten mehr als 100 Mio. Dollar doch zu viel und das Projekt wurde gestoppt und konnte erst nach dem überragenden Erfolg von LÉON wieder aufgenommen werden ... mit einem Budget von knapp 90 Mio. Dollar. Herausgekommen ist einer der erfolgreichsten Sci-Fi-Filme aller Zeiten ... und meiner Meinung nach auch einer der Besten dieses Genres! Gut ... eine wirklich sinnige Geschichte kann THE FIFTH ELEMENT jetzt nicht vorweisen: Aus einem winzig kleinen DNS-Rest wird eine wunderschöne Frau samt Erinnerung rekonstruiert ... die Steine, um die sich die Jagd dreht, werden im Inneren einer riesigen, außerirdischen Opernsängerin versteckt ... und der Bösewicht des Films legt sich mit etwas noch Böserem ins Bett und verdrängt von Anfang an die Tatsache, dass auch er das Zeitige segnen wird, wenn das Böse obsiegt. Aber muss eine Story immer logisch sein um zu gefallen??? Viel wird immer auch über die Vergleiche zu BLADE RUNNER geschrieben ... und ganz kann ich mich diesen Ähnlichkeiten auch nicht verschließen. Natürlich nicht in der Story selbst, aber das Design der Stadt, in der Dallas wohnt, ist ganz offensichtlich an den wohl besten Sci-Fi-Film aller Zeiten angelehnt ... nur viel bunter und ohne Nebelschaden. Auch die fliegende chinesische Küche passt da in diese Vergleiche. Leider entzieht es sich meiner Kenntnis, ob es sich dabei um eine Hommage oder Persiflage an BLADE RUNNER handelt ... beides wäre in diesem Fall möglich. Bunt ist jedenfalls das Stichwort für den gesamten Film. Die gesamte Ausstattung des Films ist bunt und poppig ... und vor allem extrem witzig. Auch wenn es sich bei THE FIFTH ELEMENT jetzt nicht wirklich um eine Komödie handelt, so kann man sich zweifellos bei der einen oder anderen Szene das Lachen nicht verkneifen. Beinahe jeder bekommt in diesem Film sein Fett weg. Angefangen bei der Tabakindustrie (eine kleine Zigarette mit riesigem Filter) bis hin zu den Medien (auch wenn das Overacting von Chris TUCKER beinahe auf die Nerven geht). Auch über die Besetzung braucht man sich in diesem Film nicht beschweren. Bruce WILLIS darf endlich wieder sein Unterhemd tragen, welches wir in DIE HARD so liebgewonnen haben. Da verschmerzt man auch die blonden Haare. Mila JOVOVICH ist jetzt zwar nicht so mein persönliches Schönheitsideal (da fehlen ihr ein paar überzeugende Argumente ), aber trotzdem passt sie in diesen poppigen Film ... auch wenn sie nicht unbedingt als göttliches Wesen durchgeht.Handwerklich ist der Film sicher über jeden Zweifel erhaben. Und aufgrund seiner tollen Ausstattung, der fantastischen Besetzung und des interessanten Scores kann man auch die Löcher in der Story verschmerzen. THE FIFTH ELEMENT ist ganz sicher kein perfekter Film, versteht es aber trotzdem immer wieder mich bestens zu unterhalten.
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Geändert von Jurgy (30.01.2008 um 00:44 Uhr) |
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DER KRIEG DES CHARLIE WILSON
(Charlie Wilson's War, 2007) Regie: Mike NICHOLS Cast: Tom HANKS, Julia ROBERTS, Philip Seymour HOFFMAN ... Link zu meiner DVD-Sammlung Wikipeda IMDb-Rating: 7.4/10 Meine Bewertung: 4/5 ![]() A stiff drink. A little mascara. A lot of nerve. Who said they couldn't bring down the Soviet empire Die Handlung der wahren Geschichte des demokratischen, texanischen Kongressabgeordneten Charles Nesbitt "Charlie" WILSON beginnt mitten im Kalten Krieg. 1979 marschierten die sowjetischen Truppen in Afghanistan ein, um die dortigen Kommunisten an der Macht zu behaupten. Dadurch entwickelte sich der zehn Jahre dauernde Krieg zwischen der sowjetischen Besatzungsmacht und den von den USA, Saudi-Arabien und Pakistan unterstützten Mudschaheddin. Die USA haben die Mudschaheddin von Anfang an unterstützt ... mit Waffen aus dem 2. Weltkrieg. Mit Steinen schossen die Mudschaheddin auf die modernsten Kampfubschrauber. Erst durch Charlie WILSON stiegen die Zahlungen von 5 Mio. Dollar auf später über eine Milliarde pro Jahr!!! Auch wenn es durchaus Charlie WILSON zu verdanken ist, dass die Mudschaheddin den Krieg gegen die Sowjetunion gewinnen konnten (was auch mitverantwortlich war, dass die Sowjetunion zerfallen ist), so waren die Folgen für viele (auch für Charlie WILSON) verhersehbar, als die finanzielle Unterstützung sofort nach dem Abzug der Sowjets verebbte. "Wer A sagt, muss auch B sagen", lautet ein altes Sprichwort. Der Wiederaufbau des total zerbombten Afghanistan hätte uns allen ... aber vor allem den USA selbst sehr viel erspart. Um in den Worten von Charlie WILSON diesen Geschichtsunterricht zu beenden: Zitat:
Ob Tom HANKS die Idealbesetzung für einen texanischen Kongressabgeordneten ist, darüber lässt sich sicher streiten. Trotz der Cowboy-Stiefel, die er in bester texanischer Manier auf den Bürotisch geknallt hat, habe ich ihm den Cowboy nicht wirklich abgenommen. Aber das war auch schon das Einzige was mir missfiel ... ansonsten spielt HANKS seine Rolle durchaus gekonnt und überzeugend. Julia ROBERTS erstrahlt in CHARLIE WILSON'S WAR erblondet nach mittlerweile drei geborenen Kindern. Sie spielt ihre Nebenrolle als gut situierte und überzeugte Antikommunistin jederzeit glaubwürdig und überzeugt zum ersten Mal seit ERIN BROCKOVICH wieder als ernstzunehmende Schauspielerin. Und eines muss man ihr lassen: Mit nun 40 Jahren und drei Kindern ist diese Frau schöner denn je! Über die Golden Globe Nominierung für Tom HANKS und Julia ROBERTS können wir diskutieren ... nicht aber über die von Philip Seymour HOFFMAN. Wie eigentlich immer kann dieser Darsteller oberster Güte mehr als nur überzeugen und geht in seiner Rolle als CIA-Agent richtig auf. Sein Charakter ist auch hauptverantwortlich für die richtige Portion Ironie. HOFFMAN macht nie halbe Sachen und spielt seine Charaktere nicht nur, sondern wird zu ihnen. Es gibt zwar bei den Globes mit Javier BARDEM (NO COUNTRY FOR OLD MEN) beinahe unüberwindbare Konkurrenz, aber auch HOFFMAN hätte sich diesen Preis durchaus verdient. Die überwiegend weiblichen Nebenrollen sind allesamt sehr gut bestückt ... äh ... besetzt, es soll ja auch der Charakter von WILSON als Playboy gut untermauert werden Die Regie von Altmeister Mike NICHOLS ist durchwegs solide. Und wer seine Werke kennt (CLOSER, PRIMARY COLOURS, REGARDING HENRY usw.) der weiß, was ihm handwerklich mit CHARLIE WILSON'S WAR geboten wird. Die Voraussetzungen für eine Politsatire der besonderen Art hätten aber auch besser gar nicht sein können: eine interessante (wahre) Story, ein anspruchsvoller und guter Regisseur und durchwegs Oscarpreistäger in den Titelrollen. Nur betreffend des Drehbuchs darf eine kleine Kritik erlaubt sein: Es ist leider ein klein bisschen zu oberflächlich und zu eng fokussiert geschrieben. Auch wenn es sich hierbei um die Geschichte einer Person handelt, so hatte diese doch massive Auswirkungen auf die Weltpolitik und wäre auch die Darstellung des breiteren politischen Kontexts interessant gewesen. Wenn manchmal in Filmen von Längen gesprochen werden muss, so hätte diesem Film die eine oder andere Minute mehr durchaus gut getan. Aber zurück zum Positiven ... Aaron SORKIN zeichnete für das Drehbuch verantwortlich ... und auch sein Stil ist beinahe unverkennbar. Was hat dieser Typ nur ständig mit den Korridoren, Türen und Restaurants, dass diese immer vermehrt in seinen Drehbüchern vorkommen. Natürlich gibt es da eine bestimmte Szene mit Charlie und Gust, welche einfach nur irre komisch ist, aber hin und wieder übertreibt er es damit auch. Als Politsatire kann dieses Script jedenfalls überzeugen und bietet einige auch sehr gut umgesetzte ironische Szenen. Und trotz seines ernsten Hintergrundes zeigt dieser Film auch, wie das Kräftespiel in den verschiedensten politischen Häusern funktioniert. Die Golden Globe Nominierung für Aaron SORKIN ist trotzdem nicht wirklich angebracht. Wer Angst davor hat, dass sich die Amis wieder mal selbst beweihräuchern, um ihre Helden ins rechte Licht zu rücken, der kann sorglos ins Kino gehen. Von diesem ewig gefürchteten Pathos gibt es zum Glück in diesem Film nichts zu sehen ... es ist eher das Gegenteil der Fall. "I'm a man of many faults", sagte Charles WILSON über sich selbst. Wie in einer kurzen Inhaltsangabe zu lesen ist, handelt es sich bei CHARLIE WILSON'S WAR tatsächlich um schlaue und geistreiche Erwachsenenunterhaltung und einen amüsanten Blick auf historisch verbürgte Hinterhofdiplomatie.
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Geändert von Jurgy (14.08.2008 um 20:53 Uhr) |
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TODESZUG NACH YUMA
(3:10 to Yuma, 2007) Regie: James MANGOLD Cast: Russell CROWE, Christian BALE, Logan LERMAN, Ben FOSTER, Peter Fonda, Gretchen MOL, Alan TUDYK ... Link zu meiner DVD-Sammlung Wikipedia Film-Review von MEMENTO Diskussionsthread im Forum IMDb-Rating: 8.0/10 Meine Bewertung: 4,5/5 ![]() Grundsätzlich ist der Western gar nicht so mein Genre. Haben mir diese früher durchaus gefallen, so fange ich mit vielen davon heute einfach nix mehr an. Das hat aber auch sicherlich damit zu tun, dass viele der früheren Western einfach nicht gut gemacht waren. BANDIDAS hier überhaupt zu erwähnen ist eigentlich schon beinahe eine Frechheit, aber ist der letzte Western, den ich gesehen habe ... und das ist fast auf den Tag genau ein Jahr her. Und dieser befindet sich auch nur in meiner Sammlung, weil Salma HAYEK mitspielt. Aber seit dem Megahit DANCES WITH WOLVES von und mit Kevin COSTNER im Jahr 1990 sind wirklich gute und anspruchsvolle Western äußerst dünn gesäht. UNFORGIVEN, TOMBSTONE, WYATT EARP und OPEN RANGE haben es noch verdient, in dieser Kategorie erwähnt zu werden. Nur noch die TV-Mini-Serie INTO THE WEST kann man noch als anspruchsvoll und gut erwähnen (nach meiner persönlichen Einschätzung nach). 3:10 TO YUMA ist zwar grundsätzlich ein klassischer Western, funktioniert aber auch als perfekt gespieltes Charakterdrama. James MANGOLD zeigt uns mit seinem Western-Debüt einen hervorragend inszenierten Film von der ersten bis zur letzten Minute. Vor allem der 30-minütige atemberaubende Showdown ist großes Kino allererster Güte. Die Action des Films ist hart, wie es sich für einen old-fashioned Western gehört und kommt ohne irgendwelche modernen Spezialeffekte aus. Der Score von Marco BELTRAMI wurde im klassischen Westernstil komponiert, ist dezent und passt ideal zu allen Szenen ... auch wenn in Summe nichts Besonderes. Auch wenn die Story selbst schon sehr gut ist und von James MANGOLD perfekt in Szene gesetzt wurde, so steht das Schauspiel zweier absolut großartiger Darsteller im Mittelpunkt des Films. Russell CROWE und Christian BALE gehören definitiv zu meinen Lieblingsdarstellern. Und was gibt es dann besseres, als beide vereint in einem Film mit guter Story zu sehen??? CROWE spielt den charismatischen, Charmanten und intelligenten Outlaw einfach mit jeder Faser perfekt. Trotz seiner Bösartigkeit fällt es dem Zuschauer sicherlich schwer, ihn nicht zu mögen. CROWE hat auch kein Problem damit, die vielen Facetten seines Charakters glaubwürdig zu spielen. Aber mit spielen hat das auch nichts zu tun ... Russell CROWE wurde für die Rolle als Ben Wade geboren. Aber wieder einmal das Maß aller Dinge ist der für mich beste Schauspieler der Gegenwart ... Christian BALE. Sein Charakter ist ein geradliniger, rechtschaffener Familienvater, der an das Gesetz glaubt und dieses auch verteidigt. Und als er die Möglichkeit sieht, der Schuldenfalle zu entkommen UND das Gesetz zu verteidigen, greift er sofort zu. Und BALE spielt diesen geradlinigen Farmer mit einer Intensität, obwohl sich dieser vom Anfang bis zum Schluss nicht ändert. Aber nicht nur die Hauptrollen sind topbesetzt und glänzen durch grandiose Darbietungen, denn beinahe hätte Ben FOSTER beide Hauptprotagonisten an die Wand gespielt. FOSTER spielt seinen psychotischen Charakter Charlie Prince unbarmherzig bis ins Mark und übernimmt damit die eigentliche Rolle des Bösewichts. Aber auch Peter FONDA als Kopfgeldjäger Elroy punktet mit einer perfekten Umsetzung seines Charakters. 3:10 TO YUMA ist ein perfekt inszenierter Western, aber auch ein perfekt gespieltes Charakterdrama, in welchem sich gleich mehrere Kandidaten für eine verdiente Oscar-Nominierung aufdrängen. Von dieser Art könnte es zukünftig ruhig mehrere Western geben ... obwohl ich nicht daran glaube.
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Geändert von Jurgy (14.08.2008 um 20:55 Uhr) |
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JUDGE DREDD
(Judge Dredd, 1995) Regie: Danny CANNON Cast: Sylvester STALLONE, Armand ASSANTE, Rob SCHNEIDER, Jürgen PROCHNOW, Max von SYDOW, Diane LANE, Joan CHEN ... Link zu meiner DVD-Sammlung Wikipedia IMDb-Rating: 4.7/10 Meine Bewertung: 1,5/5 ![]() Sylvester STALLONE, Armand ASSANTE, Rob SCHNEIDER, Jürgen PROCHNOW, Max von SYDOW, Diane LANE, Joan CHEN ... was für eine Besetzung für eine Comic-Verfilmung der britischen Comicserie 2000 A.D. ... und gleichzeitig was für eine Desaster! Da frag ich mich wirklich was mich damals geritten hat, diesen Film zu kaufen. Aber nicht nur ich habe ich damals wohl geirrt ... immerhin hat dieser Film ja vier SATURN-Nominierungen erhalten. Gut ... Nominierungen könnte ich diesem Film auch verleihen: Fehlkauf des Jahres 2003, unnötigste Comic-Verfilmung aller Zeiten (sogar ELEKTRA gefällt mir noch besser ... wenn auch nicht viel), sinnlosest vergeudete Zeit des Jahres 2008 ... auch sicher noch ein paar schlechte Filme dazukommen werden. Naja ... es hat wohl jeder solche "Perlen" in seiner Sammlung ... und da meine doch etwas größer ist, gibts da leider mehr davon.
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AN JEDEM VERDAMMTEN SONNTAG
(Any Given Sunday, 1999) Regie: Oliver STONE Cast: Al PACINO, Cameron DIAZ, Dennis QUAID, James WOODS, Jamie FOXX, Bill BELLAMY, Lauren HOLLY, Lela ROCHON ... Link zu meiner DVD-Sammlung Wikipedia DVD-Review von Christian Ponweiser IMDb-Rating: 6.5/10 Meine Bewertung: 4/5 ![]() Es gibt Eishockey, es gibt Baseball und es gibt Basketball ... aber in Sachen Popularität ist und bleibt American Football nicht nur in den USA die Nummer 1. Die Superbowl ist international gesehen eine der größten Sportveranstaltungen der Welt. Da war es wohl auch mal an der Zeit, dass es einen Film über diesen großartigen Sport gibt. Und dann noch mit der Besetzung ... Man kann zu Oliver STONE stehen wie man will, aber bestreiten kann man nicht, dass er eine Vielzahl an tollen Filmen gemacht hat. WALL STREET, PLATOON, NIXON, JFK, THE DOORS ... in all diesen Filmen, welche sich auch in meiner Sammlung befinden, war er neben der Regie auch für das Drehbuch verantwortlich. So auch in ANY GIVEN SUNDAY zusammen mit Daniel PYNE und John LOGAN. Und es wäre kein STONE-Drehbuch, wenn es nicht auch kritische Aspekte beinhalten würde. Und das ist gut so ... auch wenn ihm deswegen die NFL die Unterstützung untersagt hat. So durfte teilweise nicht mal in NFL-Stadien gedreht werden. Und wenn Oliver STONE in Form ist, dann kann man sich immer auf fantastische und in diesem Fall auch farbenprächtige Bilder freuen. STONE greift in diesem Sportdrama gleich mehrere interessante Themen auf, welche sich auch mit dieser Sportart identifizieren können und auch eng miteinander verbunden sind: Auswirkungen des Kommerz auf den Sport und die Spieler sowie Egoismus vs. Teamgeist. Ich hab natürlich keine Lust, hier über diese beiden Themen zu philosophieren, denn dann kann ich gleich ein Buch schreiben. Aber natürlich hat der Kommerz und das Fernsehen die Welt des Sports (und nicht nur diese) nachhaltig verändert. Zum Vorteil sicherlich für die Zusehen, welche kaum noch ein Spiel ihrers Lieblingssports versäumen müssen. Aber wo viel Licht, ist immer auch Schatten ... und auch diesen verheimlicht STONE in ANY GIVEN SUNDAY nicht. Ob nun übertrieben oder nicht mag ich nicht zu beurteilen ... glauben könnte man einige Dinge jederzeit. Es muss ja nicht immer Kokain im Spiel sein ... Unterstützt wird Oliver STONE bei seiner sehr guten Inszenierung von einem hervorragend aufgelegten Cast: Al PACINO brilliert gewohnt sicher als Football-Coach, der anscheinend zu seinen Spielern nicht mehr durchdringt. Dennis QUAID als alternder Quarterback und James WOODS als Arzt können in ihren Nebenrollen durchaus überzeugen. Aber die Überraschungen des Films sind sicherlich Cameron DIAZ und Jamie FOXX. Dass DIAZ als Clubbesitzerin neben Al PACINO nicht völlig untergeht, kann man ihr schon als großes Lob anrechnen. Sie überzeugt in diesem Film zum ersten Mal in einer ernsteren Rolle, auch wenn sie trotzdem nie zu meinen Lieblingsdarstellerinnen zählen wird. Jamie FOXX war bis zu diesem Film nicht unbedingt als großer Schauspieler bekannt. Er kann in seiner Rolle als rasch zum Superstar aufsteigender Spieler, der zu Beginn mit dem Erfolg so gar nicht umzugehen vermag, aber durchaus überzeugen. Auch wenn er in diesem Film noch nicht die Form seiner nachfolgenden Filme ala RAY und COLLATERAL ausspielen konnte. Sogar seine Sangeskünste darf er präsentieren, denn zwei seiner eigenen Songs befinden sich auch auf dem Soundtrack. A bisserl sportbegeistert sollte man schon sein, wenn man sich diesen Film anschauen will. Aber wer den bis heute noch immer nicht gesehen hat, weil er von American Football keine Ahnung hat, der kann sich den getrost mal ansehen. Es werden zwar keine Regeln erklärt und man hat somit nach dem Ansehen weiterhin keine Ahnung, aber das ist für das Gesamtverständnis dieses Films auch nicht notwendig. Denn auch wenn es ein Sportdrama ist, so beziehen sich die zentralen Themen dieses Films nicht nur auf den Sport, sondern gelten auch für das Leben abseits des Sports.
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Geändert von Jurgy (01.02.2008 um 13:50 Uhr) |
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ABBITTE
(Atonement, 2007) Regie: Joe WRIGHT Cast: Keira KNIGHTLEY, Harriet WALTER, James MCAVOY ... Link zu meiner DVD-Sammlung Wikipedia IMDb-Rating: 7.9/10 Meine Bewertung: 2,5/5 ![]() Grundsätzlich bin ich eigentlich ein Fan von guten Literaturverfilmungen, von denen es ja auch einige gibt. Aber natürlich gibt dieser Begriff auch wieder einiges an Raum für Definitionsmöglichkeiten, denn wer genau bestimmt, ob ein Roman literarisch wertvoll ist und mit jenem künstlerischen Anspruch ausgestattet ist, dass man bei der filmischen Umsetzung von einer Literaturverfilmung sprechen darf??? Da es sich bei ATONEMENT von Ian MCEWAN um ein Romantikdrama während des Zweiten Weltkriegs handelt hatte ich doch die Hoffnung, dass dieser Roman auch nach meiner Definition künstlerisch wertvoll ist ... 11. Gebot: Du sollst Dich nicht täuschen! ... allerdings hätte ich es doch besser lassen sollen. Die Story ist von Anfang an einfach nicht meins und auch mit einigen Darstellern kann ich wenig bis gar nichts anfangen. Ich will das schauspielerische Talent einer Keira KNIGHTLEY nicht schmälern, aber diese jubelnden Töne allerseits kann ich in keinster Weise teilen. Und wenn sie dann noch ihren Mund zu einem arroganten Blick verzieht (was in ATONEMENT des Öfteren zu sehen ist), dann schaut sie einfach nur dämlich aus. Hat mir auch schon in der Piraten-Trilogie die eine oder andere Szene verdorben. Die schlimmste Szene war, wie sie mit der Badehaube beim See liegt ... sorry ... einfach nur peinlich und als "Frau" sowieso nicht tragbar das dürre Gestrüpp! James MCAVOY allerdings wird zurecht in den höchsten Tönen gelobt. Seine Performance ist sehr gut und überzeugend ... hat mich aber auch schon in THE LAST KING OF SCOTLAND und THE CHRONICLES OF NARNIA: THE LION, THE WITCH AND THE WARDROBE überzeugt. Empfinde ich als sehr guten Charakterdarsteller, von dem man durchaus noch mehr hören wird. Natürlich kann man nicht behaupten, dass der Film schlecht ist ... aber die ganzen Lobeshymnen kann ich in keinster Weise nachvollziehen. Sieben Golden Globe Nominierungen ... und da der Film aus England stammt wird es wohl auch jede Menge BAFTA Awards und auch Oscars regnen ... leider!
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Geändert von Jurgy (14.08.2008 um 20:56 Uhr) |
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DRACHENLÄUFER
![]() (The Kite Runner, 2007) Regie: Marc FORSTER Cast: Khalid ABDALLA, Atossa LEONI, Shaun TOUB, Sayed Jafar Masihullah GHARBZADA, Zekeria EBRAHIMI, Ahmad Khan MAHMIDZADA, Homayoun ERSHADI ... Link zu meiner DVD-Sammlung Wikipedia Film-Review von MEMENTO Diskussionsthread im Forum IMDb-Rating: 7.8/10 Meine Bewertung: 5/5 ![]() Hin und wieder gibt es Filme, wo ich von der ersten bis zur letzten Sekunde eine Gänsehaut habe ... ja sogar noch Tage später bekomme ich diese, wenn ich nur an diesen Film denke. Dass ich dieses Gefühl allerdings in wenigen Tagen gleich zweimal erleben durfte, grenzt beinahe an ein Wunder. Nach I'M NOT THERE dachte ich nicht, dieses Gefühl so rasch wieder erleben zu dürfen ... aber danke, dass es solch grandiose Regisseure gibt wie Marc FORSTER ... Auch wenn Marc FORSTER bereits im Jahr 2001 mit MONSTER'S BALL seinen ersten großen Hit landete, so dauerte es doch bis zum Jahr 2005, bis ich mir diesen Film angesehen hatte. Wie so oft habe ich es im nachhinein bereut, dass ich mir so einen großartigen Film solange vorenthalten habe. Aber dafür konnte ich im gleichen Jahr mit FINDING NEVERLAND gleich noch einen Film dieses Ausnahmeregisseurs genießen. Und STAY war dann im Vorjahr (weil wieder etwas später dran mit dem ansehen) sehr, sehr lange an der Spitze meiner persönlichen Hitliste. Aber das wirklich beeindruckende bei Marc FORSTER ist, dass man zwar in jedem seiner Filme (EVERYTHING PUT TOGETHER kenne ich allerdings nicht) eindeutig seinen Stil erkennen kann, obwohl kein einziger dieser Filme miteinander vergleichbar ist. Ob Komödie, Drama, Biopic, Romantikdrama oder Mysterythriller ... FORSTER fühlt sich wohl in jedem Genre zu Hause! For you, a thousand times over Als ich die ersten Infos zu THE KITE RUNNER gelesen habe, wusste ich nicht so recht, was ich von diesem Projekt halten soll. Aber da ich noch keinen einzigen Film von Marc FORSTER schlechter als 4,5/5 bewertet hatte, ging ich auch in diesen Film von ihm wie in die letzten zuvor: völlig unvorbereitet, ohne jegliche Information oder jemals einen Trailer gesehen zu haben! Und das war auch richtig so ... THE KITE RUNNER war der zweite Film binnen drei Tagen, den ich zum Thema Afghanistan zur Zeit des Einmarsches der Sowjets gesehen habe ... auch wenn dieser Film mit CHARLIE WILSON'S WAR bis auf das Grundthema Afghanistan genau nichts gemeinsam hat. THE KITE RUNNER ist auch keine biografische Politsatire, sondern behandelt eine Vielzahl von Themen, welche allesamt auch wo anders hätten spielen können, aber wohl nicht so perfekt als Roman bzw. Film ohne diesen politischen Hintergrund hätten umgesetzt werden können. Der erste, viel beachtete Roman von Khaled HOSSEINI (den ich mir unbedingt kaufen muss) beginnt zu einer Zeit, als der Kommunismus weltweit (so auch in Afghanistan) im Wachsen war. Kabul war zwar eine arme, aber bunte und lebhafte Stadt, wo Mitte der 70er-Jahre sogar ein U-Bahn gebaut werden sollte ... aber es sollte alles ganz anders kommen! I dream that my son will grow up to be a good person, a free person. I dream that someday you will return to revisit the land of our childhood. I dream that flowers will bloom in the streets again... and kites will fly in the skies! Freundschaft, Liebe und Toleranz ... aber auch Reue, Wut, Verzweiflung und Intoleranz sind jene Themen, welche vor diesem politischen und religiösen Hintergrund in THE KITE RUNNER behandelt werden. Und Marc FORSTER gelingt es, uns eine perfekte Inszenierung dieser Geschichte zu präsentieren, welche von der ersten Sekunde an nicht nur emotional wirkt, sondern auch nachhaltig in Erinnerung bleibt. Bereits die Title-Credits wurden stilistisch bestens umgesetzt ... und der fabelhafte, persische Score des Spaniers Alberto IGLESIAS untermalt bereits die Title-Credits bravurös, was sich auch während des gesamten Films nicht ändern sollte. FORSTER gilt nicht nur als Perfektionist ... er ist es einfach ... und das merkt man in jeder Szene dieses nicht nur handwerklich perfekten Films. Grandiose landschaftliche Aufnahmen, ein toll rekonstruiertes Kabul mit vielen Bäumen und Blumen (welche die Russen alle dem Erdboden gleichgemacht haben) während der Jugend der Hauptprotagonisten sowie die zerstörenden Bilder des völlig veränderten Afghanistans nach der Vertreibung der Russen und der Machtübernahme durch die fundamentalen Taliban vergisst man sicherlich nicht so schnell. Aber im Vordergrund steht natürlich diese emotionale und einfühlsame Tragödie über die Freundschaft, Liebe und Reue zweier Freunde aus völlig unterschiedlichen Verhältnissen (oder doch nicht???) Überraschenderweise können auch die bis auf Shaun TOUB (THE PATH TO 9/11, CRASH) völlig unbekannten Darsteller durchwegs überzeugen. Die Naivität der jungen Freunde vertreibt für kurze Zeit die grausame Realität, welche sich über der gesamten Bevölkerung langsam zusammenbraut. FORSTER schafft es durch den Blickwinkel der kindlichen Darsteller die Welt ringsherum vergessen und nur das naive Spiel der beiden Freunde wirken zu lassen. Auch wenn man bei den erwachsenen Darstellern natürlich andere Maßstäbe ansetzen muss, so können auch diese in ihren Rollen durchaus überzeugen. Das Jahr ist noch sehr jung und ich habe erst sechs mir bisher unbekannte Filme gesehen. Trotzdem könnte ich mir vorstellen, dass die Eins neben diesem Film sehr lange dort stehen wird ... vielleicht sogar bis zum nächsten Film von Marc FORSTER (QUANTUM OF SOLACE), auf den ich mich natürlich auch schon sehr freue??? Die Golden Globe Nominierung als Bester ausländischer Film freut mich, auch wenn in dieser Kategorie die Konkurrenz sehr gut ist. Aber wenn ich daran denke, dass ATONEMENT mitunter als Beste Regie und Bester Film nominiert ist, dann kann man eigentlich nur davon ausgehen, dass Marc FORSTER einen Ehrenpreis aus Platin erhalten muss. Bei aller Freundschaft ... aber der Londoner Joe WRIGHT kann vielleicht bei einem Regisseur wie Marc FORSTER in die Lehre gehen, aber noch darf er ihm nicht mal das Wasser halten. Egal ... ich freue mich nach wie vor, dass ich so einen grandiosen Film habe sehen dürfen
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Geändert von Jurgy (14.08.2008 um 20:56 Uhr) |
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STIGMATA
(Stigmata, 1999) Regie: Rupert WAINWRIGHT Cast: Patricia ARQUETTE, Gabriel BYRNE, Jonathan PRYCE, Nia LONG, Thomas KOPACHE ... Link zu meiner DVD-Sammlung Wikipedia IMDb-Rating: 6.0/10 Meine Bewertung: 3,5/5 ![]() Wie immer wenn es einen Film gibt, indem die Kirche irgendeine Rolle spielt, gibt es großes Geheul. Das ist alles nicht so ... wir versuchen ja gar nichts zu verheimlichen usw. usw. So geschehen auch bei STIGMATA ... obwohl der Film sicherlich nie den Anspruch stellte, eine wahre Geschichte zu erzählen. Es handelt sich hierbei um einen Mystery-Thriller mit religiösem Hintergrund und nicht um die Verfilmung von wahren Ereignissen. (Was soll an dieser verlogenen röm.-kath. Kirche auch wahr sein ... aber das ist eine andere Geschichte ...) Regisseur Rupert WAINWRIGHT war vor diesem Film nur als Werbefilmer und Produzent von Videoclips für Michael JACKSON bzw. als mittelmäßiger B-Movie Produzente bekannt. Dementsprechend auch die Bildersprache, welche in STIGMATA verwendet wird. Man könnte a bisserl vom Exorzist im MTV-Stil sprechen. Mir gefallen diese hochstilisierten Bilder sehr gut. Auch der Score ist sehr eigenwillig und für viele wohl gewöhnungsbedürftig ... wechselt er doch sehr rasch zwischen Rock und Kirchenmusik. Mit Patricia ARQUETTE und Gabriel BYRNE spielen zwei meiner Lieblingsdarsteller mit. Unerreicht natürlich die Performance von ARQUETTE in LOST HIGHWAY bzw. TRUE ROMANCE, aber auch in STIGMATA gefällt sie mir sehr gut, wird aber wie Gabriel BYRNE aufgrund des doch nur durchschnittlichen Drehbuchs nicht wirklich gefordert. Aber soweit möglich spielen diese beiden ihre Rollen perfekt. Auch wenn dieser Film nichts Außergewöhnliches bietet, so kann er mich doch immer wieder unterhalten und gefällt mir auch heute noch sehr gut.
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Geändert von Jurgy (01.02.2008 um 13:52 Uhr) |
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ATTENTAT AUF RICHARD NIXON
(The Assassination of Richard Nixon, 2004) Regie: Niels MUELLER Cast: Sean PENN, Naomi WATTS, Don CHEADLE ... Wikipedia IMDb-Rating: 7.2/10 Meine Bewertung: 3,5/5 ![]() Hochkarätig besetzt und gut inszeniert präsentiert sich diese wahre Geschichte um einen Mann, der seinen Glauben an das Leben verloren hat und die Schuld beim Establishment sucht. Vor allem der Präsident von Amerika ist ihm ein Dorn im Auge, weshalb er kurzentschlossen ein Attentat auf diesen plant. Sean PENN, Noami WATTS und Don CHEADLE überzeugen in diesem Drama. Diese grandiosen Charakterdarsteller geben dieser beklemmenden Psychostudie einen absolut authentischen Touch. Vielleicht nicht gewollt aber doch stellt sich allerdings beim Ansehen dieses Films die Frage, warum ein intelligenter, vernünftiger und einfühlsamer Mensch, der einfach nur an das Gute im Menschen und an bessere Zeiten glaubt, um Attentäter wird??? Viele Beispiele in der jüngeren Vergangenheit gibt es, wo Menschen das Gute und Gerechte predigten, aber exakt das Falsche gemacht haben. Niels MUELLER gelingt mit dieser Verfilmung über einen verhinderten Attentäter ein gutes und ansprechendes, vor allem aber leider zeitgerechtes Werk, das genau die richtigen Fragen stellt.
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ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT II
(Back To The Future Part II, 1989) Regie: Robert ZEMECKIS Cast: Michael J. FOX, Christopher LLOYD, Leo THOMPSON, Elisabeth SHUE, Thomas F. WILSON Link zu meiner DVD-Sammlung Wikipedia IMDb-Rating: 7.2/10 Meine Bewertung: 5/5 ![]() Große Erfolge provozieren in Hollywood natürlich Fortsetzungen ... und die Schwierigkeit liegt darin, dass diese Fortsetzung nicht allzusehr aufgesetzt wirken soll und der Charme des ersten Teils nicht verloren geht. Viele Beispiele fallen mir spontan ein, wo das nicht mal annähernd gelungen ist ... BACK TO THE FUTURE PART II gehört für mich definitiv nicht dazu. Ganz im Gegenteil! Teil 2 ist viel anspruchsvoller, da einige Szenen von Teil 1 einen integrierenden Bestandteil von dieser Forsetzung bilden. War sicherlich nicht ganz einfach, dieses Drehbuch zu verfassen und umzusetzen, ohne gravierende Fehler zu begehen. Und das ist Robert ZEMECKIS und Bob GALE hervorragend gelungen. Auch die Darsteller waren gefordert, spielten sie doch ihre Rollen in verschiedenen Altersstufen, was wieder stundenlange Maskenarbeiten bedeutete. Vor allem Michael J. FOX saß stundenlang beim Maskenbildner, spielte er nicht nur seine junge und ältere Version und seinen Sohn, sondern auch seine eigene Tochter ... und dass einmal alles zusammen in einer Szene. Durch die verschiedenen Masken dauerte alleine diese Szene mehrere Tage ... Das wirklich geniale an diesem Film ist aber, dass den Produzenten nicht ein einziger logischer Fehler unterlaufen ist. Obwohl die Forsetzung in drei verschiedenen Zeitebenen spielt, lässt sich die gesamte Handlung logisch einordnen. Und auch wenn man sich ein wenig mehr anstrengen muss, um den verschiedensten Wendungen und Handlungen in diesen Zeitebenen folgen zu können, so hat das auch mein nicht mal neunjähriger Sohn geschafft ![]() Mehr Action, mehr Spannung, überzeugende Darsteller und jede Menge Spaß ... so stelle ich mir eine Komödie vor! BACK TO THE FUTURE PART II gehört deshalb für mich zu den besten Actionkomödien aller Zeiten ... nur der Abschluss dieser genialen Trilogie konnte da nicht mehr ganz mithalten ... aber das ist eine andere Geschichte
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MEINE STIEFMUTTER IST EIN ALIEN
(My Stepmother Is An Alien, 1988 ) Regie: Richard BENJAMIN Cast: Dan AYKROYD, Kim BASINGER, Jon LOVITZ, Alyson HANNIGAN, Juliette LEWIS ... Link zu meiner DVD-Sammlung Wikipedia IMDb-Rating: 4.7/10 Meine Bewertung: 3/5 ![]() Im Film MY STEPMOTHER IS AN ALIEN wurden all jene bestätigt, die schon immer davon überzeugt waren, dass die bezaubernde Kim BASINGER nicht von diesem Planeten stammen kann. Auch wenn dieser Film aus den 80er-Jahren nicht unbedingt ein absoluter Comedy-Kracher ist, so versprüht dieser Film doch einen gewissen Charme, der auch heute noch gut funktioniert. Das liegt aber nicht nur an Kim BASINGER, die in diesem Film wieder beweist, dass sie auch in Komödien überzeugen kann. Auch Dan AYKROYD sehe ich einfach immer wieder gerne. THE BLUES BROTHERS, TRADING PLACES, SPIES LIKE US und natürlich GHOSTBUSTER ... in den 80ern hat Dan AYKROYD einige verdammt gute Komödien gemacht, bei welchen ich immer wieder hängen bleibe.
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Geändert von Jurgy (20.01.2008 um 10:43 Uhr) |
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MISSION: IMPOSSIBLE 3
(Mission: Impossible III, 2006) Regie: J.J. ABRAMS Cast: Tom CRUISE, Philip Seymour HOFFMAN, Ving RHAMES, Billy CRUDUP, Michelle MONAGHAN, Laurence FISHBURNE, Keri RUSSELL ... Link zu meiner DVD-Sammlung Wikipedia Film-Review von eXistenZ DVD-Review von Patrick Steiner Diskussionsthread im Forum IMDb-Rating: 6.9/10 Meine Bewertung: 4/5 ![]() Als ich MISSION: IMPOSSIBLE III im November 2006 zum ersten Mal gesehen hatte, war ich wohl einigermaßen von diesem Film enttäuscht. Denn meine Aufzeichnungen zeigten, dass ich diesen Actioner nur mit 3/5 bewertet hatte. Keine Ahnung mehr warum ... konnte mich an die Handlung überhaupt nicht mehr erinnern (während die Erinnerung an Teil 1 nach wie vor vorhanden ist) ... war wohl nicht so einprägsam damals. Gestern war dies allerdings gänzlich anders! Die Geschichte selbst hat mir ganz gut gefallen ... besitzt wie auch die vielen Actionszenen die richtige Härte, um überzeugen zu können. Auch wenn man zugegebenermaßen nicht von einer wirklich anspruchsvollen Geschichte sprechen kann. Die Darsteller wären durchaus dafür vorhanden gewesen, um eine gute Geschichte mit Leben zu erfüllen. Zumindest hat man etwas in die Entwicklung der Hauptfigur investiert. Ethan aus Teil 1 war smart und clever ... an diesen sehr guten Film kommt MISSION: IMPOSSIBLE III nicht heran. Der Ethan aus Teil 2 war ein hochstilisierter Superheld. Die Verfilmung von John WOO war mehr eine Comicverfilmung als glaubwürdiger Action-Thriller. Für Teil 3 haben sich die Produzenten wieder mehr an Teil 1 orientiert und verleihen ihrer Hauptfigur wieder mehr Menschlichkeit, lassen ihn lieben und leiden ... und auch scheitern! J.J. ABRAMS ist als Drehbuchautor, Produzent und als Regisseur von TV-Serien bekannt. MISSION: IMPOSSIBLE III war der erste Spielfilm, bei dem ABRAMS für die Regie verantwortlich zeichnete. Erinnert man sich noch an diese übermäßigen Zeitlupeneinstellungen von John WOO im zweiten Teil, so fehlen diese bei ABRAMS zum Glück gänzlich. ABRAMS setzt auf Tempo und eine härtere, kompromisslose Actionsprache. Vielleicht war es die wackelige Kameraführung von Dan MINDEL, welche mir beim ersten Mal ansehen gestört hat (weshalb mir dieses Filmtagebuch auch so gefällt, um solche Dinge eben nicht mehr zu vergessen) ... gestern war dies in keiner einzigen Szene der Fall, auch wenn dieses Stilmittel an der Grenze zur Übertreibung eingesetzt wurde. Darstellerisch war MISSION: IMPOSSIBLE III aufgrund der eher geringen Anforderungen an die Charaktere beinahe überbesetzt. Tom CRUISE kann die Verzweiflung seiner Figur durchaus glaubwürdig darstellen, das Drehbuch lässt aber auch ihm wenig Chancen, seine zweifellos vorhandenen darstellerischen Fähigkeiten zu präsentieren. Michelle MONAGHAN wird als netter Aufputz genutzt, mehr aber auch nicht. Leider kam auch Philip Seymour HOFFMAN viel zu kurz. HOFFMAN kann ALLES spielen ... aber in diesem Film hatte er nur ganz wenige Möglichkeiten zu beweisen, dass eine ausgezeichnete darstellerische Leistung oftmals reicht, um dem Filmpublikum eine Gänsehaut alleine aufgrund der Präsenz zu bereiten. Ein paar Actionszenen weniger und mehr Investition in die Charaktere hätte aus MISSION: IMPOSSIBLE III mit dieser Besetzung wohl einen großartigen Film machen können. Trotzdem sehr interessant, dass ich bisher noch keinen einzigen Film beim wiederholten Ansehen höher bewertet habe. Bei mir geht die Tendenz eher nach unten, was wohl auch daran liegt, dass ich früher (aber sicher auch heute noch) zu freizügig mit hohen Bewertungen war. MISSION: IMPOSSIBLE III ist der erste Film, dessen Bewertung ich deutlich nach oben schrauben musste.
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Geändert von Jurgy (02.03.2008 um 01:29 Uhr) |
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#19 (permalink) |
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EIN MUTIGER WEG
(A Mighty Heard, 2007) Regie: Michael WINTERBOTTOM Cast: Angelina JOLIE, Dan FUTTERMAN, John BUSSEY, Will PATTON, Archie PANJABI, Mohammed AFZAL ... Link zu meiner DVD-Sammlung Wikipedia - Film Wikipedia - Daniel Pearl Film-Review von MEMENTO Diskussionsthread im Forum IMDb-Rating: 6.8/10 Meine Bewertung: 4/5 ![]() Für das Ehepaar PITT und JOLIE war die Verfilmung der wahren Geschichte des Journalistenehepaares Daniel und Mariane PEARL eine Herzensangelegenheit. Unter der Regie des aus THE ROAD TO GUANTANAMO bekannten Regisseurs Michael WINTERBOTTOM schlüpfte Angelina JOLIE auch in die weibliche Hauptrolle, während sich Ehemann Brad PITT auf die Rolle des Produzenten dieses intelligenten Thriller-Dramas beschränkte. Natürlich gibt es bei der Verfilmung einer wahren Geschichte immer ein großes Problem: Der Ausgang ist bekannt! Und da sich bei diesem Biopic auch noch der Handlungsbogen auf einige wenige Tage beschränkt ist es sehr schwer, die richtige Spannung aufzubauen. Erschwerend kommt dann noch hinzu, dass Michael WINTERBOTTOM wie bei THE ROAD TO GUANTANAMO auf einen streng dokumentarischen Stil setzte. Ob dies nun von Mariane PEARL so gewünscht war oder nicht, darüber hab ich mich nicht erkundigt, aber es war tatsächlich ein "mutiger Weg" und wird nicht jedem gefallen. Zumindest hat es in THE ROAD TO GUANTANAMO viel besser funktioniert. Michael WINTERBOTTOM fühlt sich anscheinend in Pakistan sehr wohl. Denn nach IN THIS WORLD und THE ROAD TO GUANTANAMO drehte WINTERBOTTOM schon zum dritten Mal zumindest Teile seiner Filme in diesem Land. Ich mag grundsätzlich seinen Stil, der von großem Handkameraeinsatz und teilweise etwas verwirrenden Schnitten geprägt ist und es schafft, eine erstklassige Authentizität zu erzeugen. Allerdings ist A MIGHTY HEART kein Polit-Drama, auch wenn dieser Film ein Politikum thematisiert, sondern ein Biopic aus der Sicht der Autorin Mariane PEARL, die nur ihren Mann gesund zurück haben will. Durch diesen dokumentarischen Stil ist es aber großteils sehr schwierig, eine Beziehung zu dieser Hauptperson aufzubauen. Wohl am Besten funktioniert dieser Film, wenn man eine dokumentarische Verfilmung eines internationalen Konflikts auf politischer Ebene sehen möchte. Die Vermittlungen und Untersuchungen auf oberster wie unterster Stelle wurden sehr gut umgesetzt. Besser gesagt ... es bekommt jeder rasch einen kleinen Einblick, wie gut die modernen Terrorzellen organisiert sind. Man erhält zwar eine Vielzahl an Daten, aber für vernünftige Ergebnisse benötigt man einfach eine gewisse Zeit, welche man in solch einer Situation natürlich nicht hat. Vielleicht hat man auch die Gegner unterschätzt und ihnen solch eine Tat nicht zugetraut ... aber das ist eine andere Geschichte! Darstellerisch lässt der Dokumentarstil wenig zu. Bis auf wenige Ausnahmen kann Angelina JOLIE (schrecklich wie dünn diese Frau jetzt ist) ihr großes schauspielerisches Können nicht unter Beweis stellen. Authentizität ist ja gut und wichtig, aber den aufgesetzten französischen Dialekt brachte JOLIE nicht wirklich gut rüber ... und diese Korkenzieherlocken passen ihr auch nicht wirklich. Die Nebenrollen sind gut besetzt, vor allem Will PATTON und Archie PANJABI haben mir sehr gut gefallen. Die Verfilmung A MIGHTY HEART war der Wunsch von Mariane PEARL, um so ihrem Sohn den vor seiner Geburt getöteten Vater etwas näher zu bringen und nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Ist doch schön, wenn sich dann auch noch Produzenten finden, welche einem diesen Wunsch erfüllen. Meiner bescheidenen Meinung nach hätte sich dieser Film auch etwas mehr Aufmerksamkeit verdient, als ihm dann trotz der guten Besetzung tatsächlich zu Teil wurde. Denn es steckt doch viel mehr Aussagekraft in diesem Film, als man zu Beginn vermuten könnte.
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Geändert von Jurgy (02.03.2008 um 01:29 Uhr) |
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THE HUNTING PARTY
(The Hunting Party, 2007) Regie: Richard SHEPARD Cast: Richard GERE, Terrence HOWARD, James BROLIN, Jesse EISENBERG, Ljubomir KEREKES, Diane KRUGER ... Link zu meiner DVD-Sammlung Wikipedia - Film Wikipedia - Radovan Karadžic Artikel - What I did on my Summer vacation (Equire) Film-Review von MEMENTO Diskussionsthread im Forum IMDb-Rating: 7.1/10 Meine Bewertung: 4/5 ![]() Am 23. April 2000 trafen sich fünf Kriegsjournalisten, Scott ANDERSON, Sebastian JUNGER und John FALK aus den USA sowie Harald DOORNBOS aus Holland und Philippe DEPREZ aus Belgien, an ihrem ehemaligen Kriegsschauplatz in Bosnien. Treffpunkt war das Café Cacadu, zwar eine eher kleine, aber auch heute noch sehr gut frequentierte Bar in Sarajewo. Und in einer Bar unter dem Einfluss von Bier und šljivovica können schon ein paar dumme Ideen entstehen ... wie z.B. die Suche nach einem Kriegsverbrecher durch Journalisten, den angeblich die ganze Welt sucht, aber keiner findet bzw. finden will. Was eigentlich gar nicht so schwer ist, aber dazu später ... Im Oktober 2000 brachte einer dieser Reporter, Scott ANDERSON, im Esquire seinen Bericht unter dem Titel WHAT I DID ON MY SUMMER VACATION heraus. Richard SHEPARD lies sich von diesem Artikel für ein Drehbuch inspirieren und zeichnete bei der Verfilmung auch für die Regie verantwortlich. Ich hatte so meine Bedenken vor dem Ansehen des Films, weil ich doch in Bosnien-Herzegowina sehr viele Menschen kenne und auch geschäftlich hin und wieder in Sarajewo zu tun habe. Eine Satire über einen der meistgesuchten Kriegsverbrecher konnte ich mir somit nicht wirklich vorstellen. Nichts an einem Krieg kann mit einem Augenzwinkern abgetan werden ... schon gar nicht die zahlreichen Massenvergewaltigungen und ethnischen Säuberungen (auf allen drei Seiten wohlgemerkt) in diesem schmutzigen Krieg, der ein Land, in welchem auch Olympische Winterspiele stattgefunden haben, auf Jahrzehnte verwüstet hat. Auch wenn sich mittlerweile in Sarajewo Glaspaläste von Banken und Hotels breit machen und auch die Brücke von Mostar wieder in ihrer ursprünglichen Form aufgebaut wurde, so gibt es (gerade in Mostar) noch Viertel, wo man beim Vorbeifahren eine Gänsehaut bekommt. Noch heute zieren viele tausende Einschusslöcher die Fassaden von Wohnhäusern und öffentlichen Gebäuden ... was auch im Film auf verstörende Art und Weise gezeigt wurde. Das Leid der Menschen möchte ich mir gar nicht vorstellen müssen ... von Normalität kann man wohl auch in einigen Jahren, wenn nicht Jahrzehnten noch nicht sprechen! Aber das Drehbuch von Richard SHEPARD kann man getrost als gelungen bezeichnen und er bewegt sich auch während des gesamten Films gekonnt zwischen zwei Genres. Was viele nur als Hollywood-like betrachten (was immer alle gegen Hollywood-Filme haben ) ist für mich ein gut gemachter Thriller mit einem ordentlichen Spannungsaufbau. Über die satirischen Elemente des Films kann man wohl diskutieren, aber es haben genau diejenigen die Lacher auf ihrer Seite, welche es auch verdient haben. Ob nun der indische Leiter der UN Police Task Force, Boris (dessen wirklichen Namen wir wohl nicht erfahren werden) oder der Zwerg, der den Schwarzmarkt in Bosnien leitet ... diese Personen gab bzw. gibt es tatsächlich und warum sollte man darüber nicht ein wenig schmunzeln dürfen? Zeigen doch vor allem alljene, welche in offizieller Mission in diesem Land stationiert waren, die Unfähigkeit oder besser gesagt die Unwilligkeit auf der Suche nach den Verantwortlichen hinter manch unglaublichen Taten.Neben den Dreharbeiten an vielen Originalschauplätzen, was dem Film eine ungeheure Authentizität verleiht, können auch die Darsteller allesamt gefallen. Richard GERE beglückt uns mit einer seiner besten Darstellungen seit Langem. Man nimmt ihm den heruntergekommenen, charismatischen Kriegsberichterstatter in jeder Sekunde ab. Terrence HOWARD bildet quasi als Kameramann den ruhenden Pol neben dem charismatischen Reporter. HOWARD spricht auch mit seiner gewohnt ruhigen Stimme aus dem Off. Vielleicht hat er gerade aufgrund seiner ruhigen Art eine enorme Ausstrahlung, welche beim Zuseher sehr gut ankommt. Auch die Nebenrollen sind durchwegs gut besetzt, auch wenn James BROLIN und vor allem Diane KRUGER nicht zeigen dürfen, was sie wirklich können. Diane KRUGER für diese kleine Rolle zu engagieren war sowieso ein Fehler. In Sarajewo gibt es so viele weit schönere Frauen, die ein perfektes Englisch und/oder Deutsch sprechen ... da hätte man nur eine x-beliebige fragen müssen ![]() Die Anspielungen von dem Fuchs auf die beiden Kriegsverbrecher Ratko Mladić und vor allem Dr. Radovan Karadžic werden und können auch gar nicht abgelehnt werden. Alleine vom Aussehen her wurde in Ljubomir KEREKES ein Darsteller gefunden, der Radovan Karadžic ähnlich sieht. Leider beruht ja das Ende nicht auf einer wahren Begebenheit, denn das hätte wohl vielen gefallen, wenn Radovan Karadžic mitten in einer Stadt voller Bosniaken ausgesetzt worden wäre. Dann bräuchte man ihn heute auch nicht mehr suchen ... Man stellt sich schon die Frage, warum es UNO, NATO und vor allem die USA mit den Mitteln ihres Geheimdienstes CIA seit Jahren nicht schaffen, zwei der größten Kriegsverbrecher des Bosnien-Krieges zu fassen? Welche Gründe kann es geben, dass man Ratko Mladić und Dr. Radovan Karadžic gar nicht finden will? Wird der Kriegsverbrecher Karadžic tatsächlich von der Bevölkerung beschützt? Viele Fragen tauchen im Zusammenhang mit dem Krieg und den gegenseitigen Anschuldigungen auf und werden auch im Film von SHEPARD ganz gut dargestellt. Auch wenn man vielleicht das Warum nicht herausfinden wird, so ist eines definitiv fix: Dr. Radovan Karadžic zu finden wäre wirklich nicht schwierig! Immerhin hat es Karadžic trotz der allso umfangreichen, weltweiten Suche geschafft, seit dem Kriegsende seinem Hobby zu frönen und mindestens drei literarische Werke zu veröffentlichen ... wäre wohl etwas schwierig für jemanden, der ständig auf der Flucht ist Interessehalber habe ich heute unseren Vertriebsleiter in Bosnien-Herzegowina gefragt, der selbst in Višegrad in der Republika Srpska, nur 8 km von der Serbischen Grenze entfernt aufgewachsen ist und beim Massaker in Višegrad einen Bruder verloren hat, wie eigentlich die Menschen in der Republika Srpska über Dr. Radovan Karadžic denken? Seine Antwort war sehr einfach: Es wird einfach NIE darüber geredet! Dieses Thema gibt es einfach nicht! Obwohl sich die Anzeichen verdichten, dass die Rückendeckung für Karadžic zerbröckelt ... na wir werden sehen! THE HUNTING PARTY ist sicherlich kein perfekter Film und man hätte durchaus um einiges mehr aus diesem Thema herausholen können. Aber meine anfängliche Bedenken wurden serh rasch zerstreut, denn die Verbindung aus Thriller nach Hollywood-Muster und Satire passt sehr gut ...
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Geändert von Jurgy (14.08.2008 um 20:59 Uhr) |
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