Startseite
DVD
Blu-ray
Kino
Games
Zensur
Forum
Suche

Zurück   DVD-Forum.at - Das Entertainment Magazin > Alles rund um das Thema Film > Film Allgemein > Filmtagebücher

Antwort
 
LinkBack Themen-Optionen Ansicht
Alt 01.01.2009, 14:38   #1 (permalink)
Moderator
 
Benutzerbild von Jurgy
 
Registriert seit: 18.08.2002
Ort: Burgenland
Beiträge: 12.896
Abgegebene Danke: 3
Erhielt 21 Danke für 19 Beiträge
Land:
Standard Jurgys Filmtagebuch 2009

Jurgy's Filmtagebuch 2009

Hier findet Ihr eine Übersicht (alphabetisch nach Filmtitel sortiert) sowie Details (in den weiteren Posts) über alle meine seit 1. Jänner 2009 gesehenen Filme, TV-Serien und Dokumentationen ... egal ob TV, DVD oder Kino.

Kritik, Wünsche und Anregungen zu meiner Filmauswahl oder meinen Bewertungen bzw. sonstige Kommentare könnt Ihr jederzeit in meinem Filmtagebuch 2009 oder >>>HIER<<< loswerden.

Ein bestimmtes Motto habe ich mir auch für heuer keines vorgenommen, auch wenn ich heuer wieder gerne mal das Gesamtwerk von David LYNCH unter die Lupe nehmen würde. Mal schauen, ob sich das heuer bewerkstelligen lässt, nachdem 2008 nur TWIN PEAKS (zum wiederholten Male) auf dem Programm stand.

Filmliste (alphabetisch nach Filmtitel sortiert)
FilmtitelOriginaltitelJahrRegieBewertung
12 MonkeysTwelve Monkeys1995Terry Gilliam4,5/5
96 Hours *,**Taken2008Pierre Morel4/5
Die AkteThe Pelican Brief1993Alan J. Pakula4/5
Akte X - Jenseits der Wahrheit *,**The X Files: I Want to Believe2008Chris Carter2/5
Der AnschlagThe Sum of all Fears2002Phil Alden Robinson4/5
Australia *,**Australia2008Baz Luhrmann3,5/5
Der Baader Meinhof KomplexDer Baader Meinhof Komplex2008Uli Edel4/5
Das Beste kommt zum Schluss *,**The Bucket List2007Rob Reiner3,5/5
CasinoCasino1995Martin Scorsese5/5
Deja VuDeja Vu2006Tony Scott4/5
Eiskalt wie die Hölle *,**Absolute Zero2005Robert Lee0,5/5
Das Gesetz der Ehre *,**Pride and Glory2008Gavin O'Connor4/5
Harry Potter und der Orden des PhönixHarry Potter and the Order of the Phoenix2007David Yates3,5/5
Hellboy II: Die goldene ArmeeHellboy II: The Golden Army2008Guillermo del Toro3,5/5
Hitler - Der Aufstieg des BösenHitler: The Rise of Evil2003Christian Duguay4/5
Huo Yuan Jia *,**Jet Li - Fearless2006Ronny Yu3,5/5
The International *,**The International2009Tom Tykwer3,5/5
Der KnochenjägerThe Bone Collector1999Phillip Noyce4/5
Kurzer Prozess - Righteous Kill *,**Righteous Kill2008Jon Avnet3,5/5
L.A. ConfidentialL.A. Confidential1997Curtis Hanson5/5
Lara Croft: Tomb RaiderLara Croft: Tomb Raider2001Simon West4/5
Lethal Weapon 2: Brennpunkt L.A.Lethal Weapon 21989Richard Donner5/5
Lethal Weapon 4: Zwei Profis räumen aufLethal Weapon 41998Richard Donner5/5
Man on Fire - Mann unter FeuerMan on Fire2004Tony Scott4,5/5
Michael Collins *,**Michael Collins1996Neil Jordan4/5
Milk *,**Milk2008Gus Van Sant5/5
Million Dollar BabyMillion Dollar Baby2004Clint Eastwood5/5
Mord nach PlanMurder by Numbers2002Barbet Schroeder2,5/5
Operation: KindomThe Kingdom2007Peter Berg4/5
Operation Walküre *,**Valkyrie2008Bryan Singer4/5
The Quiet Earth - Das letzte Experiment *The Quiet Earth1985Geoff Murphy2,5/5
Rambo IIIRambo III1988Peter MacDonald3/5
Robin Hood - Ein Leben für Richard LöwenherzRobin Hood1991John Irvin3/5
RocknRolla *,**RocknRolla2008Guy Ritchie3,5/5
Der seltsame Fall des Benjamin Button *,**The Curious Case of Benjamin Button2008David Fincher5/5
SleepersSleepers1996Barry Levinson4/5
Slumdog Millionaire *,**Slumdog Millionaire2008Danny Boyle5/5
Spider-Man 3Spider-Man 32007Sam Raimi4/5
Der SternwandererStardust2007Matthew Vaughn5/5
Stirb Langsam 4.0Live Free or Die Hard2007Len Wiseman4/5
Swing Vote *,**Swing Vote2008Joshua Michael Stern3/5
Total Recall - Die totale ErinnerungTotal Recall1990Paul Verhoeven4,5/5
Und täglich grüßt das MurmeltierGroundhog Day1993Harold Ramis5/5
Der Vorleser *,**The Reader2008Stephen Daldry4/5
W. - Ein missverstandenes Leben *W.2008Oliver Stone3,5/5
Watchmen *,**Watchmen2009Zack Snyder5/5
Der Wolf hetzt die Meute *,**Tightrope1984Richard Tuggle3,5/5
The Wrestler *,**The Wrestler2008Darren Aronofsky5/5
Zufällig verheiratet *,**The Accidental Husband2007Griffin Dune3/5
Zum Ausziehen verführtFailure to Launch2006Tom Dey2,5/5

Der österreichische Film, Kurzfilm und sonstiges
TitelOriginaltitelJahrRegisseurBewertung
Komm, süßer TodKomm, süßer Tod2000Wolfgang Murnberger4/5
Neujahrskonzert 2009 - Daniel Barenboim *,**Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker 20092009Brian Large5/5
Revanche *,**Revanche2008Götz Spielmann4/5
SilentiumSilentium2004Wolfgang Murnberger4,5/5
Stauffenberg *,**Stauffenberg2004Jo Baier3,5/5

Serien, Dokus und sonstiges
TitelOriginaltitelJahrRegisseurBewertung
24 - Season 7242008Diverselaufend
30 Rock - Season 130 Rock2006Diverse4/5
30 Rock - Season 230 Rock2007Diverse3,5/5
30 Rock - Season 330 Rock2008Diverselaufend
Desperate Housewives - Season 5Desperate Housewives2008Diverselaufend
Dexter - Season 3Dexter2008Diverse4,7/5
Dirty Sexy Money - Season 1 *,**Dirty Sexy Money2007Diverse4/5
Dirty Sexy Money - Season 2 *,**Dirty Sexy Money2008Diverse4/5
Dollhouse - Season 1Dollhouse2009Diverselaufend
Fringe - Season 1Fringe2008Diverselaufend
Heroes - Season 3Heroes2008Diverselaufend
Lost - Season 5Lost2008Diverselaufend
Prison Break - Season 4Prison Break2008Diverselaufend
Stargate Atlantis - Season 5 *,**Stargate Atlantis2008Diverse4,08/5
Terminator: The Sarah Connor Chronicles - Season 2Terminator: The Sarah Connor Chronicles2008laufend 
United States of Tara - Season 1United States of Tara2009Diverselaufend


... die Top 3 aus 2009 ***
... die 3 schlechtesten 2009 gesehenen Filme ***

* ... 2009 zum ersten Mal gesehen
** ... nicht bzw. noch nicht in meiner DVD-Sammlung enthalten
*** ... nur Filme, welche ich 2009 zum ersten Mal gesehen habe
Links (sofern vorhanden) führen derzeit entweder zu meiner DVD-Sammlung oder zum jeweiligen Post

Meine persönlichen All-Time-High-Filme
PlatzFilmtitelOriginaltitelJahrRegie
1Der PateThe Godfather1972Francis Ford Coppola
2Die VerurteiltenThe Shawshank Redemption1994Frank Darabont
3Lost HighwayLost Highway1997David Lynch
4
Der Pate IIThe Godfather: Part II1974Francis Ford Coppola
5Mulholland Drive Mulholland Dr.2001David Lynch
__________________


70% of the world is covered by water ... the rest by Charles WOODSON

Geändert von Jurgy (13.03.2009 um 13:45 Uhr)
Jurgy ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt Werbung
Beitrag Sponsored Links

__________________
Diese Werbung wird dir als registriertes Mitglied nicht angezeigt.
Werden sie noch heute kostenlos Mitglied auf DVD-Forum.at - Das Entertainment Magazin


Horrorfilme bei Hitmeister.de
   
Alt 01.01.2009, 15:06   #2 (permalink)
Moderator
 
Benutzerbild von Jurgy
 
Registriert seit: 18.08.2002
Ort: Burgenland
Beiträge: 12.896
Abgegebene Danke: 3
Erhielt 21 Danke für 19 Beiträge
Land:
Standard

NEUJAHRSKONZERT DER WIENER PHILHARMONIKER 2009
unter der Leitung von Daniel BARENBOIM
Regie: Brian LARGE

Wikipedia
IMDb-Rating: -
Meine Bewertung: 5/5




Nach Georges PRÊTRE haben sich die WIENER PHILHARMONIKER einen weiteren Neujahrskonzert-Debutanten geholt: Daniel BARENBOIM wird die musikalische Grußbotschaft Österreichs an die Welt, das "Konzert der Konzerte" zum ersten Mal dirigieren. Der argentinisch-israelische Pianist und Dirigent mit russischer Abstammung ist von jeher Kosmopolit und aufgrund seiner humanistischen Einstellung eine Idealbesetzung für die völkerverbindende Idee der weltweiten Übertragung des Neujahrskonzerts.

"Musik ist eine Kunst, die alle Grenzen überschreitet", sagte er bei der Verleihung des Wolf-Preises vor dem israelischen Parlament. Unter zahlreichen anderen Ehrungen wurde ihm 2006 in Wien der internationale Ernst von Siemens Musikpreis verliehen. Das Kuratorium der Stiftung hob dabei sein "völkerverbindendes Engagement und seine Bemühungen für einen Frieden im Nahen Osten" hervor. Im September 2007 wurde BARENBOIM zum Friedensbotschafter der UNO ernannt.

Zwei Ballette wurden schon im Sommer vom Startänzer und Ballettintendanten der Berliner Staatsoper Unter den Linden, Vladimir MALAKHOV gestaltet. Er bringt diesmal auch zwei Gast-Solisten aus seiner Berliner Company mit: Elena PRIS wird zusammen mit MALAKHOV und Solisten des Balletts der Wiener Staatsoper und Volksoper zu den Klängen des "Schatzwalzers" von Johann STRAUSS tanzen.

Dinu TAMASLACARU wird zusammen mit der Georgierin Ketevan PAPAEVA den temperamentvollen Czardas "Eljen a Magyar" interpretieren. Das Eisenstädter Schloss Esterhazy und sein romantischer Park mit Teich und Leopoldinentempel dienen dabei als historische Kulisse. Damit setzt das Neujahrskonzert den Beginn des großen Joseph HAYDN-Jubiläums-Jahres 2009.

Der Pausenfilm LINZ 09 steht ganz im Zeichen der Landeshauptstadt von Oberösterreich. Linz präsentiert sich 2009 als europäische Kulturhauptstadt. Der Film beschreibt mit faszinierenden Bildern die Stadt und ihre Umgebung und macht neugierig auf ihre Vielfalt in Kunst und Kultur. Die begleitende Musik wird von Mitgliedern der WIENER PHILHARMONIKER interpretiert und in außergewöhnlichen Motiven präsentiert.

Programm (ohne Zugaben):
Spoiler:
Johann Strauß: Ouvertüre zu "Eine Nacht in Venedig" (Berliner Fassung)
Johann Strauß: Märchen aus dem Orient. Walzer, op. 444
Johann Strauß: Annen-Polka, op. 117
Johann Strauß: Schnellpost-Polka. Polka schnell, op. 159
Johann Strauß: Rosen aus dem Süden. Walzer, op. 388
Johann Strauß: Freikugeln. Polka schnell, op. 326

Pausenfilm: LINZ 09 (Regie: Felix BREISACH)

Johann Strauß: Ouvertüre Zigeunerbaron
Johann Strauß: Einzugsmarsch Zigeunerbaron
Johann Strauß: Schatz-Walzer, op. 418
Josef Hellmesberger: Valse espagnole
Johann Strauß-Vater: Zampa Galopp
Johann Strauß: Alexandrinen-Polka, op. 198
Johann Strauß: Unter Donner und Blitz. Polka schnell, op. 334
Josef Strauß: Sphärenklänge. Walzer, op. 235
Johann Strauß: Éljen a Magyár! Polka schnell, op. 332
Joseph Haydn: Abschiedssymphonie, 4. Satz
Heuer hat auch wieder alles gepasst. Von der großartigen Programmauswahl bishin zur tadellosen Umsetzung der Wiener Philharmoniker und natürlich auch des großartigen Dirigenten Daniel BARENBOIM. Schön, dass heuer wieder zwei meiner Lieblingswalzer (ROSEN AUS DEM SÜDEN und SCHATZ-WALZER ... beide von Johann STRAUSS Sohn) auf dem Programm standen.

Auch der Pausenfilm aus meiner Heimatstadt hat mir sehr gefallen. Würde mich natürlich sehr freuen, wenn das Engagement von Linz als Kulturhauptstadt Europas 2009 ein großer Erfolg für Linz und das gesamte Oberösterreich werden würde. Es ist höchste Zeit einem breiteren Publikum kundzutun, dass Linz nicht nur aus Chemie- und Stahlfabriken besteht, sondern viel, viel mehr zu bieten hat.

Das Neujahrskonzert 2010 wird wieder von Georges PRÊTRE geleitet werden, der schon 2008 diese Ehre hatte. Allerdings war das Neujahrskonzert 2008 für mich das schlechteste der letzten Jahre, Georges PRÊTRE hat also einiges gutzumachen

Und zum ersten Mal kann man das Neujahrskonzert nicht nur als CD und DVD, sondern auch als Blu-ray kaufen. Alle drei Versionen gibt es bereits zum Vorbestellen bei Amazon.

CD ... EUR 14,95

Bestellen bei Amazon

DVD ... EUR 21,95

Bestellen bei Amazon

Blu-ray ... EUR 26,99

Bestellen bei Amazon
__________________


70% of the world is covered by water ... the rest by Charles WOODSON

Geändert von Jurgy (18.01.2009 um 12:22 Uhr)
Jurgy ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 02.01.2009, 20:12   #3 (permalink)
Moderator
 
Benutzerbild von Jurgy
 
Registriert seit: 18.08.2002
Ort: Burgenland
Beiträge: 12.896
Abgegebene Danke: 3
Erhielt 21 Danke für 19 Beiträge
Land:
Standard 1. Jänner 2009


DIRTY SEXY MONEY
(Dirty Sexy Money, 2007)
Regie: Diverse
Cast: Peter KRAUSE, Donald SUTHERLAND, Jill CLAYBURGH, William BALDWIN, Glenn FITZGERALD, Natalie ZEA, Samaire ARMSTRONG, Setz GABEL, Zoe MCLELLAN, Blair UNDERWOOD, Lucy LIU, Candis CAYNE, Bellamy YOUNG, Tamara FELDMAN, Sofía VERGARA ...

Wikipedia
IMDb-Rating: 8.1/10
Meine Bewertung: 4/5




Am Neujahrstag standen nebem dem obligatorischen Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker und dem Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen noch Season 1 und Season 2 (soweit bisher ausgestrahlt) von DIRTY SEXY MONEY auf dem Programm.

Leider hat ja ABC bereits am 20. November 2008 bekannt gegeben, dass keine weiteren Episoden mehr gedreht werden und DIRTY SEXY MONEY mitten in Season 2 eingestellt wird. Bisher wurden somit erst 10 Episoden von Season 1 und 9 Episoden von Season 2 gezeigt. Die bisher letzte Episode lief am 17. Dezember 2008 auf ABC. Die weiteren vier bisher nicht gezeigten Episoden von Season 2 sollen angeblich im Sommer 2009 gezeigt werden. Weitere drei Episoden aus Season 1 werden wohl nie im TV zu sehen sein.

Inhalt:
Spoiler:
Nick George hat sein ganzes Leben im Schatten der Darling-Familie gelebt, doch als Erwachsener führt er das perfekte Leben eines idealistischen Anwalts. Zumindest bis sein Vater, der jahrelang als persönlicher Anwalt der Darling-Familie arbeitete und dadurch seine eigene Familie vernachlässigte, auf mysteriöse Weise ums Leben kommt. Nach dem Tod von Nicks Vater bittet Tripp, das Familienoberhaupt der Darlings, Nick den Posten seines Vaters als persönlicher Anwalt der steinreichen Familie zu übernehmen. Zunächst ist Nick nicht davon angetan, doch als er erfährt, wie viel Geld die Darlings ihm zur Verfügung stellen würde, um gute Taten zu vollbringen, nimmt er den Job an und taucht in eine Welt ein, die von Macht, Privilegien und Geld regiert wird.
Mir persönlich hat DIRTY SEXY MONEY sehr gut gefallen. Auch wenn die Story jetzt nicht wirklich etwas Besonderes hergab, so konnten die Darsteller voll punkten. Peter KRAUSE in der Hauptrolle des Nick George passte sehr gut für die Rolle des Familienanwalts, auch William BALDWIN konnte mich mehr als nur überzeugen. Aber alles an die Wand gespielt hat - nicht weiter verwunderlich - Donald SUTHERLAND als Familienoberhaupt Tripp Darling. Aber auch der weitere Cast hat mir sehr gut gefallen.

Schade drum ... eine nette Serie mit einer Fortsetzungsgeschichte, wo es natürlich doppelt bitter ist, wenn die Serie mittendrin beendet wird und es vor lauter Cliffhanger nur so wimmelt

Doppelt bitter eben, wenn man sieht, wie viel Schrott sonst noch überall läuft ... und das schon jahrelang. Aber ABC kann sich mit DESPERATE HOUSEWIVES, LOST und GREY'S ANATOMY trösten und sich somit leichter von diversen Shows trennen ... leider!
__________________


70% of the world is covered by water ... the rest by Charles WOODSON

Geändert von Jurgy (02.01.2009 um 20:41 Uhr)
Jurgy ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 02.01.2009, 20:31   #4 (permalink)
Moderator
 
Benutzerbild von Jurgy
 
Registriert seit: 18.08.2002
Ort: Burgenland
Beiträge: 12.896
Abgegebene Danke: 3
Erhielt 21 Danke für 19 Beiträge
Land:
Standard 2. Jänner 2009

THE WRESTLER
(The Wrestler, 2008 )
Regie: Darren ARONOFSKY
Cast: Mickey ROURKE, Marisa TOMEI, Evan Rachel WOOD, Mark MARGOLIS, Todd BARRY, Wass STEVENS ...

Wikipedia
Film-Review von MEMENTO
Diskussionsthread im Forum
IMDb-Rating: 8.8/10 (#75 der IMDb-Top-250)
Meine Bewertung: 5/5




Der 1969 in Brooklyn geborene Regisseur Darren ARONOFSKY ist in meinem persönlichen Ranking ein ganz besonderer Fall, denn auch wenn seine bisherigen Regiearbeiten eigentlich genau nichts miteinander zu tun haben, so haben diese mittlerweile vier Filme bei mir eines gemeinsam: die Bewertung mit 5/5 Punkten!

Für mich entdeckt habe ich ARONOFSKY allerdings erst im Jahr 2005, als Arthaus sein Erstlingswerk PI auf DVD herausbrachte. Und dieser klaustrophobische Psycho-Thriller mit ungewöhnlichen Schwarzweißbildern, in dessen Zentrum die fortschreitende Paranoia eines Mathematik-Genies steht, hat mich dermaßen beeindruckt, dass ich mir sofort REQUIEM FOR A DREAM besorgen musste. Ein gänzlich anderer Film, den ich für mich am Besten mit den Worten erschreckend, hypnotisch, brutal und brillant beschreiben würde. REQUIEM FOR A DREAM befindet sich mehr als nur zurecht mit einer Bewertung von 8.5/10 auf Platz 66 der IMDb-Top-250. Sein letzter Film THE FOUNTAIN kam bei einigen Kritikern wohl nicht ganz so gut an, aber mich hat diese bildgewaltige Mischung aus Science-Fiction, Historienfilm und Drama wieder mehr als nur in seinen Bann gezogen.

Für seinen neuesten Film THE WRESTLER ist ARONOFSKY zum ersten Mal nicht für das Drehbuch verantwortlich, welches Robert D. SIEGEL schrieb, der mir bisher noch nicht wirklich untergekommen ist. Trotzdem ist ARONOFSKY wieder ein absolutes Highlight gelungen ...

Inhalt:
Spoiler:
Die Zeit des Glamours ist lange vorbei. Vor Jahren, oder besser vor Jahrzehnten, war Randy the Ram derart berühmt, dass von ihm sogar Actionfiguren als Wrestler hoch im Kurs standen. Viele Kinder, die mit seinen Modellen spielten, himmelten ihn förmlich an. Doch dies ist Geschichte. Jetzt warten höchstens noch eine Handvoll, in der Vergangenheit lebende Fans einen Kampf ab, um ein Autogramm zu bekommen. In der momentanen Situation muss das Geld für die Miete aufgetrieben werden. Dazu dient ein Job in einem Supermarkt. Und um die Raten des Wohnwagens zu bezahlen, tritt er ab und zu in schäbigen Wrestlershows auf. Auch die Hoffnung, eines Tages wieder ein Aufsehen erregendes Comeback zu starten, ist noch nicht ganz erloschen. Aber seine Schmerzen werden alltäglich größer. Und die Knochen machen die Torturen einfach nicht mehr mit. Zu guter letzt scheint auch sein Herz allmählich zu streiken.

Randy lebt einsam und allein. Daher zieht es den alternden Wrestler des Öfteren in eine Stripbar. In dem Schuppen verdient Cassidy allabendlich ihr hart verdientes Geld, um für sich und ihren kleinen Jungen zu sorgen. Um der Tänzerin näher zu sein, bezahlt Randy ihre Drinks oder ab und zu für einen Lapdance. Auf die Bitte sich auch außerhalb der Lokalität treffen zu können, lehnt Cassidy kategorisch ab. Denn ihr Vorsatz lautet: “ Treffe dich nie mit einem Kunden “. Sie gibt Randy den Tipp, wieder Kontakt mit seiner mittlerweile im Teenagerstadium befindlichen Tochter, in Verbindung zu setzen. Randy legte seine Prioritäten immer in seine Profession und kümmerte sich nicht um seine Familie. Daher herrscht seit vielen Jahren Funkstille zwischen Vater und Tochter. Erst ein Schicksalsschlag wird die bestehende Situation dahingehend ändern, das Cassidy ihren Vorsatz bricht und Stephanie, Randys Tochter, wieder so etwas wie Zuneigung empfinden kann.
Bei den drei Vorgängern war es vor allem die meist eigenwillige und packende Ästhetik, mit der uns ARONOFSKY begeistern konnte. Doch bei THE WRESTLER ist diesmal alles anders. Nicht optische Raffinessen stehen im Vordergrund, sondern eine dichte und strenge Regie mit grandiosen Darstellungen und eine beinahe im Dokustil gedrehte, zwar einfache aber dafür brillante Geschichte.

Zu Beginn bewegt sich die Kamera ständig hinter dem Hauptprotagonisten, aus dessen Sicht die gesamte Story erzählt wird. Keine einzige Szene gibt es ohne Mickey ROURKE, der die schwierige Aufgabe in diesem Film hat, dadurch die gesamte Geschichte zu tragen. Auch wenn ich Nicolas CAGE sehr schätze, so hätte ich mir diesen Film mit CAGE, der eigentlich für diese Rolle vorgesehen war, nicht mal ansatzweise vorstellen können. Mickey ROURKE dagegen bietet eine wahre Meisterleistung. ROURKE kauft man sein müdes, ausgelaugtes Auftreten jederzeit ab, nie wirkt seine Darstellung übertrieben. Mit seinen langen blondierten Haaren und dem geschundenen Körper weiß er in jeder Minute zu überzeugen und trägt so ganz wesentlich zum Gelingen des Films bei. Aber auch Marisa TOMEI weiß nach BEFORE THE DEVIL KNOWS YOU'RE DEAD wieder mehr als nur zu überzeugen. Und das nicht nur mit ihrem Äußeren, sieht sie doch trotz ihrer bereits 44 Jahre nach wie vor perfekt aus. Beide haben sich ihre Globe-Nominierungen wahrlich verdient.

Und im Gegensatz zu seinen bisherigen Filmen ist der Stil des Filmes absolut schnörkellos. Keine unnötigen Spielereien, keine extravaganten Bilder, kein Freiraum für den Betrachter, da alles, was ARONOFSKY erzählen will, auch mit eindeutigen Bildern gezeichnet wurde. Aber trotz einer reduzierten Ästhetik wird der Film nie langweilig. Kameramann Maryse ALBERTI versteht es perfekt, aus nichts sehr viel zu machen.

Trotz der vielen guten Kritiken zu dem Film war ich zu Beginn etwas skeptisch, ob mir ein Film über einen abgehalfterten Wrestler wirklich zusagen würde, fange ich persönlich mit Wrestling ja genau gar nichts an. Aber mit THE WRESTLER hat Darren ARONOFSKY wieder bewiesen, warum er zu meinen Lieblingsregisseuren zählt. Absolut großes Kino
__________________


70% of the world is covered by water ... the rest by Charles WOODSON

Geändert von Jurgy (02.01.2009 um 20:31 Uhr)
Jurgy ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 03.01.2009, 00:36   #5 (permalink)
Moderator
 
Benutzerbild von Jurgy
 
Registriert seit: 18.08.2002
Ort: Burgenland
Beiträge: 12.896
Abgegebene Danke: 3
Erhielt 21 Danke für 19 Beiträge
Land:
Standard 2. Jänner 2009

MILK
(Milk, 2008 )
Regie: Gus VAN SANT
Cast: Sean PENN, Josh BROLIN, Emile HIRSCH, James FRANCO, Diego LUNA, Alison PILL, Lucas GRABEEL, Victor GARBER ...

Wikipedia
Diskussionsthread im Forum
IMDb-Rating: 8.4/10 (#173 der IMDb-Top-250)
Meine Bewertung: 5/5




Ich wiederhole mich sehr gerne wenn ich sage, dass ich auf gute Biopics stehe ... egal ob es sich dabei um einen Sportler, einen Politiker (wie z.B. bei NIXON oder erst kürzlich bei FROST/NIXON), einen Künstler (RAY, WALK THE LINE ...) oder eben einen schwulen Politiker handelt. Umso mehr erfreulich, wenn sich gute Regisseure eines Biopics annehmen ... und Gus VAN SANT mit MILK auch einem heute noch aktuellen und heiklen Thema.

Harvey Bernard MILK
Spoiler:
Harvey Bernard Milk (* 22. Mai 1930 in Woodmere, New York; † 27. November 1978 in San Francisco) war ein US-amerikanischer Politiker und Bürgerrechtler der Schwulen- und Lesbenbewegung. Er war der erste bekennend homosexuelle Stadtrat San Franciscos.

Harvey Milk und der damalige Bürgermeister San Franciscos, George Moscone, wurden im Jahre 1978 vom ehemaligen Stadtrat Dan White im Rathaus erschossen. Frustriert von der Lokalpolitik war White zuvor von seinem Sitz im Stadtrat zurückgetreten. Nachdem er seine Meinung geändert hatte, bat er Bürgermeister Moscone, ihn wieder einzusetzen. Dieser verweigerte die Bitte, u.a. auf Anraten von Harvey Milk, was nach geltendem Recht richtig war. Ein erneutes Einsetzen in das Amt war juristisch nicht möglich. Darüber geriet White so in Rage, dass er Moscone und Milk nacheinander erschoss.

Nach der Verkündung des milden Urteils gegen White (sieben Jahren Gefängnis wegen Totschlags) kam es in San Francisco im Mai 1979 zu schweren Zusammenstöße zwischen Schwulen und der Polizei auf dem Platz vor dem Rathaus, den so genannten White Night Riots. In Folge dessen stürmte die örtliche Polizei auch in das – überwiegend von Schwulen und Lesben bewohnte – Castro-Viertel und zerstörte die Einrichtung mehrerer schwullesbischer Bars.
Es gibt viele traurige Kapitel auf dieser Welt und eigentlich ist es schade, dass man überhaupt Bürgerrechtler braucht. Ein ebenso trauriges Kapitel erzählt uns Gus VAN SANT mit dem Film MILK, der uns acht Jahre des US-amerikanischen Politikers und Bürgerrechtlers der Schwulen- und Lesbenbewegung Harvey MILK zeigt. Und dem Amerikaner VAN SANT ist ein überaus guter Film gelungen.

Ich kann jetzt nicht unbedingt behaupten, dass ich ein Fan von allen Filmen von VAN SANT bin, aber vor allem MY OWN PRIVATE IDAHO, GOOD WILL HUNTING und FINDING FORRESTER sind ganz große Filme. Manche mögen mir da jetzt vielleicht vorwerfen, dass es sich hierbei um die Mainstream-Filme von VAN SANT handelt. Aber als bekennender Lynchian bin ich auch offen für den experimentiellen Film ... aber ein Film muss auch immer noch gut sein ... und das waren GERRY, ELEPHANT und LAST DAYS einfach nicht ... und PARANOID PARK hab ich mir dann gleich geschenkt. Und trotzdem war ich überzeugt davon, dass MILK wieder einer der guten Filme von VAN SANT werden wird ... und ich bin nicht enttäuscht worden.

VAN SANT gelingt es einzigartig, den Flair der 70er-Jahre einzufangen und neue Aufnahmen mit dokumentarischen Bildern der damaligen Zeit zu verbinden. Aber nicht nur die damalige Zeit wird hervorragend reflektiert und dank Kameramann Harris SAVIDES mit einigen schönen Aufnahmen bedacht. Auch der Score von Danny ELFMAN hat mir sehr gut gefallen.

Die Geschichte an und für sich ist schon hochinteressant und sehr gut erzählt, aber MILK lebt von der großartigen Performance von Sean PENN. Egal für welche Rolle er gecastet wird, Sean PENN weiß immer bis ins kleinste Detail zu überzeugen. Und vor allem die Details und kleinen Gesten sind bei MILK das um und auf, ob eine Darstellung überzeugend wirkt oder nur aufgesetzt. Es würde mich aufgrund dieser hervorragenden Performance nicht wundern, wenn zur 5. Globe-Nominierung sich auch die 5. Oscar-Nominierung gesellen würde. Für MYSTIC RIVER hat er ja beides mehr als nur verdient erhalten ... vielleicht auch heuer wieder? Nun ... die Konkurrenz bei der Golden Globe Verleihung am 11.1.2009 ist nicht ohne, konnten doch auch Frank LANGELLA in FROST/NIXON und vor allem Mickey ROURKE in THE WRESTLER mehr als nur überzeugen. THE CURIOUS CASE OF BENJAMIN BUTTON sehe ich erst morgen, weshalb ich eine abschließende Meinung zu den fünf Nominierten verschieben muss.

Aber nicht nur Sean PENN konnte überzeugen. Auch Josh BROLIN ist für mich ein großartiger Darsteller und wie kein zweiter wandlungsfähig. NO COUNTRY FOR OLD MEN, IN THE VALLEY OF ELAH, AMERICAN GANGSTER, PLANET TERROR, W. und MILK ... sechs hochklassige Darbietungen in zwei Jahren ... äußerst produktiv der Pursche. Neben BROLIN hat mir aber auch James FRANCO sehr gut gefallen, der für seine James DEAN Performance in der gleichnamigen TV-Produktion aus dem Jahre 2001 schon mal mit einem Globe ausgezeichnet wurde. Und auch für seine Rolle in PINEAPPLE EXPRESS wurde er heuer nominiert. Aber eigentlich gebührt dem gesamten Cast ein Dank für eine sehr gute Leistung.

Ende der 70er-Jahre wurde der erste bekennende Homosexuelle US-amerikanische Politiker gewählt, 2008 der erste schwarze Präsident Amerikas ... gehören damit die Probleme der Homosexuellen sowie der Schwarzen der Vergangenheit an??? Wohl noch lange nicht, weshalb es weiterhin wichtig sein wird, solche Filme über das eine oder andere dunkle Kapital der Menschheit zu produzieren. Gus VAN SANT macht dies mit MILK auf eine mutige und weitsichtige Art, ohne dabei die eine noch die andere Seite auf den Pranger zu stellen. Toleranz ist eines der Zauberwörter der heutigen Zeit ... und für nichts anderes hat Harvey Bernard MILK gekämpft und gewonnen, auch wenn es ihm das Leben gekostet hat.
__________________


70% of the world is covered by water ... the rest by Charles WOODSON

Geändert von Jurgy (03.01.2009 um 00:37 Uhr)
Jurgy ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 04.01.2009, 03:42   #6 (permalink)
Moderator
 
Benutzerbild von Jurgy
 
Registriert seit: 18.08.2002
Ort: Burgenland
Beiträge: 12.896
Abgegebene Danke: 3
Erhielt 21 Danke für 19 Beiträge
Land:
Standard 3. Jänner 2009

Eigentlich wollte ich mir ja heute mit THE CURIOUS CASE OF BENJAMIN BUTTON den prognostizierten Film des Jahres ansehen, aber geworden sind es dann doch ganz andere ...

Al PACINO und Robert DE NIRO hatten den Wunsch, nochmals gemeinsam in einem Film vor der Kamera zu stehen. Und diesen Wunsch hat man ihnen mit dem - leider doch etwas zu durchsichtigen - Copthriller RIGHTEOUS KILL erfüllt. Der Film ist alles andere als schlecht, aber von diesen beiden großartigen Darstellern möchte man eben immer auch nur besondere Filme sehen. Aber das ist RIGHTEOUS KILL nun auch wieder nicht. Aufgrund der beiden Hauptdarsteller sehenswert ... ansonsten zeigt RIGHTEOUS KILL nichts, was man nicht schon in anderen Filmen gesehen hätte. 3,5/5 Punkte von mir!

Am Nachmittag sind wir zufällig über Bruce WILLIS und den vierten Teil der DIE HARD-Saga gestoßen ... da kann man dann ja auch nur schwer umschalten. Und LIVE FREE OR DIE HARD ist ja auch gar nicht mal so schlecht ... nach wie vor 4/5 Punkte von mir

Und bevor die NFL-Playoffs mit dem heutigen Wildcard-Wochenende begonnen haben, ging sich noch wunderbar STARDUST aus. Einer der besten Fantasy-Filme der letzte Jahre und immer wieder sehenswert ... aber zu diesem Film gibt es ja eh bereits einen ausführlicheren Filmtagebucheintrag, den sich dieser Film wahrlich verdient hat. Nach wie vor hochverdiente 5/5 Punkte für diesen wunderbaren Film
__________________


70% of the world is covered by water ... the rest by Charles WOODSON
Jurgy ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 06.01.2009, 03:37   #7 (permalink)
Moderator
 
Benutzerbild von Jurgy
 
Registriert seit: 18.08.2002
Ort: Burgenland
Beiträge: 12.896
Abgegebene Danke: 3
Erhielt 21 Danke für 19 Beiträge
Land:
Standard 5. Jänner 2009

SLUMDOG MILLIONAIRE
(Slumdog Millionaire, 2008 )
Regie: Danny BOYLE
Cast: Dev PATEL, Anil KAPOOR, Saurabh SHUKLA, Rajendranath ZUTSHI, Freida PINTO ...

Wikipedia
Film-Review von MEMENTO
Diskussionsthread im Forum
IMDb-Rating: 8.7/10 (#34 der IMDb-Top-250)
Meine Bewertung: 5/5




Danny BOYLE ... klingelt es da wirklich sofort bei irgend jemandem??? Ok ... TRAINSPOTTING wird den Meisten definitiv etwas sagen, A LIFE LESS ORDINARY kenne ich auch ... auch THE BEACH ist mir ein Begriff ebenso wie MILLIONS. Nur 28 DAYS LATER ist so gar nicht mein Ding und habe ich erst gar nicht angesehen. Aber 1. reißt mich keiner dieser Filme so wirklich vom Hocker und 2. hätte ich vor dem heutigen Tage von keinem dieser Filme den Regisseur nennen können ... absofuckinglutely not!

Mich interessieren die Awards schon lange. Ob nun die Globes, Oscar, BAFTA oder SATURN ... schau ich doch immer wieder gerne, wer was gewonnen hat bzw. hab ich das ja auch auf meiner Online DVD-Sammlung als Feature integriert. Und da am Sonntag die Globes vergeben werden und die Nominierungen schon eine geraume Zeit bekannt sind, geistert seit längerem ein Filmtitel durch meinen Kopf ... SLUMDOG MILLIONAIRE. IMDb-Rating extrem hoch ... vier Globe Nominierungen ... aber ein indischer Film mit einem britischen Regisseur? Was soll's, bei so viel Vorschusslorbeeren muss ich mir den Film einfach anschauen.

Gesagt - getan - und dann das! Ein Film über die indische Version von WHO WANTS TO BE A MILLIONAIRE? Na bitte net! Hab das ja bei uns im ORF auch anfangs sehr gerne gesehen, aber mittlerweile müsste ich sogar nachschauen, wie der Titel bei uns genau lautet ... so viel Interesse ist an dem Scheiß geblieben. Aber wenn ich schon mal da bin, dann schau ich auch weiter ... und ich sollte es nicht bereuen!!!

Hätte ich auch nur ein bißchen mehr Informationen als das IMDb-Rating und die vier Globe-Nominierungen über diesen Film vorher erhalten, ich hätte mir den ganz sicher nicht angesehen ... und wäre um einen der Top-Filme des Jahres umgefallen. Denn auch wenn ich heuer noch nicht viele Filme gesehen habe und noch einige voraussichtlich ganz, ganz gute auf mich warten, so lässt SLUMDOG MILLIONAIRE schon mal THE WRESTLER und MILK ganz eindeutig hinter sich ... von den bisher gesehenen sonstigen Globe-Nominierten Dramen mal ganz zu schweigen. Weder FROST/NIXON (wenn auch ganz und gar kein schlechter Film) noch REVOLUTIONARY ROAD (der ist sowieso mies) können da auch nur ansatzweise mithalten. THE READER werde ich bis zum Sonntag leider nicht mehr sehen können, aber THE CURIOUS CASE OF BENJAMIN BUTTON steht noch an ... doch FINCHER muss sich schon mächtig ins Zeug gelegt haben, um mit SLUMDOG MILLIONAIRE mithalten zu können.

Inhalt
Spoiler:
Bis zur 14. Frage ist Jamal bei der indischen Version von "Wer wird Millionär?" bereits gekommen - am nächsten Tag soll die noch ausstehende Frage ausgespielt werden. Die Produzenten glauben nicht, dass der aus ärmsten Verhältnissen stammende Junge die Antworten selbst gewusst haben kann und lassen ihn von Polizisten mit harten Methoden verhören. Den Beamten erzählt Jamal, dass er nicht geschummelt hat: Jede Frage hatte etwas mit seiner Lebensgeschichte zu tun, seiner Kindheit in Mumbai, dem Tod seiner Mutter, der Flucht mit seinem Bruder und seiner großen Liebe, die er mit dem Fernsehauftritt wiederzufinden hofft.
Danny BOYLE wollte ursprünglich den Film gar nicht produzieren, bis er erfahren konnte, dass Simon BEAUFOY neben dem Drehbuch für SLUMDOG MILLIONAIRE auch das für einen seiner Lieblingsfilme, THE FULL MONTY, geschrieben hatte. Er änderte seine Meinung und tat gut daran, denn dieser Film wird nicht nur bei den British Independent Film Awards Preise erhalten ... davon bin ich überzeugt.

Bevor Simon BEAUFOY das Drehbuch auf Basis des Romans Q AND A von Vikas SWARUP fertig schrieb, bereiste er dreimal Indien und befragte Straßenkinder. Es ist schon beeindruckend, wie BEAUFOY es geschafft hat, verschiedene Erzählstränge miteinander zu verknüpfen. Mit seinem berauschenden Drama über einen mittellosen indischen Jungen, der es bei WHO WANTS TO BE A MILLIONAIRE? bis zur letzten Frage geschafft hat, erzählt er die Geschichte der verzweifelten großen Liebe eines Lebens und entwirft im weiteren Verlauf des Filmes ein präzises Bild von grenzenloser Armut in Zeiten der Globalisierung. Und der Clou dieses mehr als clever konstruierten Drehbuchs ist es, dass jede Frage bei der Show etwas mit entscheidenden Momenten in Jamals Leben zu tun hat. Einfach nur genial ... und die Globe-Nominierung mehr als nur verdient.

Danny BOYLE steigt brutal in den Film ein, handfest und abrupt, mit einer Flut an Bildern, Informationen und einem visuellen Einfallsreichtum, der einigen ganz großen Filmen Konkurrenz macht. Mit wenigen Bildern schafft er es, die Figuren und die Welt in der sie leben zu etablieren. War ich zu Beginn noch etwas geschockt, weil ich - zum Glück - in eine völlig falsche Richtung dachte, so blieb mir gar nicht wirklich viel Zeit darüber nachzudenken. BOYLE präsentiert uns in einer wilden wie unterhaltsamen und doppelt ineinander verschränkten Rückblendenstruktur einerseits Jamals Auftritt bei der Show und andererseits das Leben von Jamal vor seinem Auftritt bei der Show.

Der Film wurde in Indien mit vielen Laiendarstellern gedreht. Und vielleicht macht es gerade dieser Umstand aus, dass man keinen Moment an der Authentizität des Films zweifelt. In brillianten Bildern zeigt uns BOYLE das Elend des Lebens in den Slums, die Ermordung von Jamals Mutter bei einem Überfall des aufgebrachten Mobs auf eine islamische Siedlung, die Versklavung Jamals und seines Bruders Salim, die bei einem skrupellosen Kinderhändler landen. Mit ihrer Flucht öffnen sich die Bilder und BOYLE präsentiert uns ein atemberaubendes Indien zwischen Tradition und Moderne, in dem Reichtum immer auf dem Rücken der Armen erkauft wird. Und es beginnt eine bewegende, sehnsüchtige Liebesgeschichte, die schließlich Jahre später mit Jamals Fernsehauftritt ihren Höhepunkt erlangt.
Zitat:
Es wäre eine bittere Ballade über Armut und Elend, Verrat und Ausnutzung, über den Preis, der für die Globalisierung zu zahlen ist, wenn die brodelnde und unmittelbar eingefangene Energie des Landes und seiner Menschen den Film nicht immer unnachgiebig, regelrecht lustvoll vorantreiben würden, begleitet von einem elektrisierenden Soundtrack, der auch als kluger Kommentar eingesetzt wird.
[Quelle: Film.de]
Dem kann ich nur zustimmen, weshalb es auch wenig verwunderlich ist, dass auch der Score von A.R. RAHMAN eine Globe-Nominierung erhalten hat. In einigen Szenen ist es tatsächlich absolut nicht notwendig, dass die Darsteller Worte verlieren. Und perfekt abgestimmt verlaufen alle anstehenden offenen Fragen und Konflikte auf jenen Moment zu, an dem Jamal die alles entscheidende und letzte Frage gestellt bekommt. Der Frage, mit welcher sich das Schicksal aller Beteiligten entscheiden wird. Und wie den ganzen Film über liegen Triumph und Untergang ganz, ganz nahe beisammen.

Es ist ja erst der 6. Januar des neuen Jahres. Aber den ersten Film, der sich wohl auch am Ende des Jahres unter den Top 5 meiner persönlichen Hitliste wiederfinden wird, habe ich wohl gestern abend gesehen. SLUMDOG MILLIONAIRE wurde von Kritik und Publikum mit lang anhaltenden Standing Ovations gefeiert, gewann sowohl den begehrten Publikumspreis beim Toronto International Film Festival als auch beim Chicago International Film Festival. Am 30. November wurde der Film bei den Best British Independent Awards als Bester Britischer Independent Film, Danny BOYLE als Bester Regisseur und Dev PATEL als vielversprechendster Newcomer gekürt. Damit gehört SLUMDOG MILLIONAIRE schon jetzt zu den am meisten ausgezeichneten Filmen des Jahres ... und das mehr als zurecht. SLUMDOG MILLIONAIRE wird niemanden kalt lassen ... anschauen unbedingt Pflicht
__________________


70% of the world is covered by water ... the rest by Charles WOODSON

Geändert von Jurgy (08.02.2009 um 00:15 Uhr)
Jurgy ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 07.01.2009, 00:59   #8 (permalink)
Moderator
 
Benutzerbild von Jurgy
 
Registriert seit: 18.08.2002
Ort: Burgenland
Beiträge: 12.896
Abgegebene Danke: 3
Erhielt 21 Danke für 19 Beiträge
Land:
Standard 6. Jänner 2009

DER SELTSAME FALL DES BENJAMIN BUTTON
(The Curious Case of Benjamin Button, 2008 )
Regie: David FINCHER
Cast: Brad PITT, Cate BLANCHETT, Julia ORMOND, Taraji P. HENSON, Tilda SWINTON, Faune A. CHAMBERS, Jared HARRIS, Jason FLEMYNG ...

Wikipedia
Film-Review von MEMENTO
Diskussionsthread im Forum
IMDb-Rating: 8.4/10 (#107 der IMDb-Top-250)
Meine Bewertung: 5/5




My name is Benjamin Button, and I was born under unusual circumstances.
So beginnt THE CURIOUS CASE OF BENJAMIN BUTTON, die Filmfassung einer Kurzgeschichte von F. Scott FITZGERALD aus den 1920er-Jahren: Ein Mann kommt als über 80-jähriger Greis auf die Welt und wird immer jünger - ein Mann wie du und ich: Auch er kann die Zeit nicht anhalten. In New Orleans werden wir Zeugen seiner Lebensgeschichte, vom Ende des Ersten Weltkriegs 1918 bis ins 21. Jahrhundert - einer Lebensgeschichte, wie sie ungewöhnlicher gar nicht sein könnte. Das grandiose Schicksalspanorama eines wahrlich bemerkenswerten Mannes und der Menschen, denen er auf seinem Lebensweg begegnet. Er findet die Liebe und verliert sie wieder, er freut sich des Lebens und trauert um die Toten - vor allem aber lernt er, was wirklich von zeitloser Bedeutung ist.

Wer wie ich nicht nur auf gute Filme sondern auch auf herausragende literarische Werke steht, der kommt an F. Scott FITZGERALD nicht vorbei. Seine Romane und Geschichten aus den Roaring Twenties sind charakteristisch für die Zeit zwischen Erstem Weltkrieg und Weltwirtschaftskrise. Künstlich gesteigerter Reichtum prägte die damaligen 20er-Jahre, gefolgt von der großen Depression. Klingt irgendwie vertraut, wenn man an die Ereignisse der letzte Monate denkt, oder? Aber das ist eine andere Geschichte ...

Man durfte gespannt sein, was David FINCHER und Eric ROTH aus der Novelle THE CURIOUS CASE OF BENJAMIN BUTTON zaubern konnten. Ein Stoff, der sich irgendwie so gar nicht in die Filmographie des Meisters einreihen wollte. ALIEN³, SE7EN, THE GAME, FIGHT CLUB, PANIC ROOM und ZODIAC lautet die bisherige Erfolgsliste von FINCHER ... und da ist kein schlechter Film dabei, auch wenn ALIEN³ nicht die Qualität der anderen Filme erreicht. Aber auch FINCHER schreckt nicht vor neuen Herausforderungen zurück und wagte sich an die Verfilmung dieser komplexen Geschichte.

Auf den ersten Blick sieht alles nach einem typischen Oscarfilm aus, wie wenn dieser einzig und allein für die Awardseason gedreht worden wäre: Interessante Geschichte eines Lieblingsautors von unterschiedlichsten Persönlichkeiten und Vorbild von Ernest HEMINGWAY, Drehbuch von Eric ROTH, oscarprämierter Cast und ein Budget von geschätzten 200 Mio. Dollar. Jetzt kann es sicherlich zutreffend sein, dass Warner und Paramount die Awardseason im Hinterkopf hatten, als sie dieses Riesenbudget zur Produktion von THE CURIOUS CASE OF BENJAMIN BUTTON freigaben. Und wenn auch ... die Rechnung ist in jedem Fall aufgegangen, denn der Film wächst mit laufender Spielzeit - und schließlich sogar über sich hinaus.

Angesichts der Laufzeit von 165 Minuten könnte man annehmen, dass FINCHER sich nicht nur auf die Geschichte von Benjamin und Daisy konzentriert, sondern diverse Nebenplots thematisiert. Und da die Geschichte am letzten Tag des Ersten Weltkrieges beginnt und 2005 während des Hurricane Katrina endet, gäbe es ja genügend Möglichkeiten für diverse Subplots. Völlig falsch gedacht! Der Film beginnt im August 2005, zur Zeit des Hurricane Katrina, wo die alte Daisy im Sterben liegt. Ihre Tochter möchte sie auf ihrem letzten Weg begleiten und wird von ihrer Mutter gebeten, aus dem Tagebuch eines Freundes - Benjamin Button - vorzulesen. Dies ist der Aufhänger für die Handlungen entsprechend der Novelle, die sich voll und ganz auf Benjamin und Daisy konzentriert ... und trotzdem dabei nie langweilig wird.

Wer die Romane von FITZGERALD ein wenig kennt dem wird auffallen, dass das Drehbuch von Eric ROTH nur den Titel und das ursprüngliche Konzept eines rückwärts alternden Mannes beinhaltet. ROTH hat sich eher das Gesamtwerk von FITZGERALD und seine Biografie als Vorbild genommen und entführt uns in eine Reise durch das gesamte 20. Jahrhundert. Und auch wenn man auf diverse Subplots verzichtet, so weiß man ständig in welcher Zeit eine Szene spielt. So sieht man die Beatles im Fernsehen oder den Start einer Rakete, während Benjamin und Daisy sich verliebt in die Augen sehen. Benjamin trifft die unterschiedlichsten interessanten Charaktere auf seiner Reise durch die Welt und lebt dabei trotzdem a life lived out of the public eye.

Angeblich wurde THE CURIOUS CASE OF BENJAMIN BUTTON über einen Zeitraum von 15 Jahren entwickelt. Ron HOWARD war als Regisseur vorgesehen und John TRAVOLTA für die Rolle des Benjamin Button! Auch wenn ich beide schätze, so wären beide für diesen Stoff eine absolute Fehlbesetzung gewesen. So bekam FINCHER die Gelegenheit, sein Können zu präsentieren und tut dies in unnachahmlicher Manier. Schon alleine die unterschiedlich verwendeten Filmstilrichtungen während der unterschiedlichen Zeitepochen, wenn z.B. Charaktere über ihre Erfahrungen reden - so auch der Running-Gag eines alten Mannes, der sieben Mal vom Blitz getroffen wurde. Und trotz der zahlreichen emotionalen und sentimentalen Momente während des Films überschreitet FINCHER nie die Grenze zur Belanglosigkeit oder drückt zu sehr auf die Tränendrüse.

Die größte Herausforderung war wohl die körperliche Entwicklung von Benjamin Button mit dem Gesicht von Brad PITT. Und dies war wohl auch der Grund, warum dieser Film vor 15 Jahren nicht produziert wurde. Wenn sich Benjamin und Daisy zum ersten Mal begegnen sind die beiden zwar beinahe gleich alt, nur steckt der eine eben in einem Körper eines alten Mannes. Aber in Zeiten der digitalen Errungenschaft ist dies auch kein Problem mehr und den Verantwortlichen perfekt gelungen. Aber nicht das Makeup spielte in diesem Film, dafür waren dann doch noch immer Brad PITT und eine wie immer hervorragende Cate BLANCHETT verantwortlich.

Brad PITT hat zwar bei den Globes mit Frank LANGELLA (FROST/NIXON) und Mickey ROURKE (THE WRESTLER) beinahe unüberwindbare Konkurrenz, erforderten diese beiden Darstellungen doch um einiges mehr an Schauspielkunst als die Rolle des Benjamin Button. Und doch gebührt ihm Lob für seine Performance, wie auch der wieder gnadenlos guten BLANCHETT. Sie hat mir wieder bewiesen, warum sie meine aktuelle Lieblingsdarstellerin ist. Beide mussten ja ihr jüngeres und älteres ich spielen, während sie zwar ziemlich gleich alt waren, jedoch Daisy normal alterte und Benjamin immer jünge wurde. FINCHER, PITT und BLANCHETT, die moderne Technik und Makeup nahmen auch diese Hürde bravourös.

Life isn't measured in minutes, but in moments
Vielleicht sind die ersten 40 Minuten etwas zu schleppend erzählt und hätte FINCHER dieses Tempo beibehalten, so wäre THE CURIOUS CASE OF BENJAMIN BUTTON nicht zu dem großen Film geworden, der er schlussendlich geworden ist: Ein fantasievolles Drama mit einem hervorragenden Cast, einem tollen Score und sehr, sehr eindringlichen Bildern. THE CURIOUS CASE OF BENJAMIN BUTTON wird definitiv nicht jedermanns Sache sein. Für mich allerdings ist THE CURIOUS CASE OF BENJAMIN BUTTON sogar noch eine Spur besser als THE DARK KNIGHT ... und das war mein Film des Jahres 2008 ...
__________________


70% of the world is covered by water ... the rest by Charles WOODSON

Geändert von Jurgy (08.02.2009 um 00:17 Uhr)
Jurgy ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2009, 16:07   #9 (permalink)
Moderator
 
Benutzerbild von Jurgy
 
Registriert seit: 18.08.2002
Ort: Burgenland
Beiträge: 12.896
Abgegebene Danke: 3
Erhielt 21 Danke für 19 Beiträge
Land:
Standard


DEXTER - Season 3
(Dexter, 2008 )
Regie: Diverse
Cast: Michael C. HALL, Julie BENZ, Jennifer CARPENTER, Lauren VELEZ, David ZAYAS, James REMAR, C.S. LEE, Christina ROBINSON, Preston BAILEY, Jimmy SMITS, Desmond HARRINGTON, David RAMSEY, Liza LAPIRA, Valerie CRUZ ...

Wikipedia
Dexter Wiki
Episodenguide zu Season 3
IMDb-Rating: 9.1/10
Meine Bewertung: 4,7/5




VORSICHT!!! Es handelt sich hier um meinen persönlichen Filmtagebucheintrag und nicht um ein spoilerfreies Review!!! Wer Season 3 von DEXTER noch nicht gesehen hat, dies aber zu tun gedenkt, der sollte sich das Lesen dieses Tagebucheintrages schenken!!!

Nach der Suche nach dem Ice-Truck-Killer in Season 1 und der Suche nach dem Bay Harbour Butcher ... eben DEXTER himself ... in Season 2 gibt es natürlich auch in Season 3 einen Serienkiller. Dieses Mal ist es der Skinner, der seinen Leichen Teile der Haut abzieht .. bevor er diese tötet! Aber eigentlich ist dies nur eine interessante Nebenhandlung. Im Vordergrund stehen die Entwicklung der Beziehung von DEXTER zu Rita, die feststellt, dass sie schwanger ist und seine Freundschaft zu Miguel Prado.

Kann ein Serienkiller, der ein normales Leben als Tarnung führt, tatsächlich einen Freund haben, mit dem er alles teilen kann ... auch seine dunkelsten Geheimnisse??? Es ist natürlich verdammt schwer, sich gedanklich in diese Lage zu versetzen, wenn man selbst kein Serienkiller ist Doch niemand (ist zumindest meine Meinung) kann ein Leben in Einsamkeit führen bzw. nur ein Scheinleben führen, ohne jemanden an seiner Seite zu haben, mit dem man über alles reden kann! So glaubt auch DEXTER in Miguel Prado einen Seelenverwandten kennen gelernt zu haben ... und doch hätte er auf die Warnungen seines Stiefvaters hören sollen! Auch die Beziehung zu Rita leidet unter der Tatsache, dass sich DEXTER nicht wirklich mit dem Gedanken anfreunden kann, selbst Vater zu werden. Die Verantwortung für ein Kind zu übernehmen, dass vielleicht auch einen dunklen Passagier in sich trägt wie er???

Antworten auf diese Fragen zu finden steht im Mittelpunkt von Season 3, neben zahlreichen kleineren Nebenhandlungen, versuchten doch die Produzenten, vor allem Debra noch etwas mehr in die Serie einzubinden. Aber alleine die gezeigten Gedanken von DEXTER, wie das Kind mal werden könnte, dessen Vater er sein wird oder der gedankliche Wutausbruch als er feststellt, dass Miguel ihn nur benutzt hat ... einfach nur genial. Aber auch das Manko von Season 3 ist nicht zu übersehen. Auch wenn ich nach wie vor der Meinung bin, mit Episode 9 und vor allem 10 die beiden besten Episoden von TV-Serien gesehen zu haben, die jemals produziert wurden, so leidet Season 3 an dem Versuch, zu viele Geschichten erzählen zu wollen. Vor allem die letzten beiden Episoden und somit das große Finale haben dann leider die Höchstnote auch für diese Season verhindert. Zu rasch wollte man einige Haupthandlungsstränge schließen. 15 Minuten mehr hätten der finalen Episode sehr, sehr gut getan und uns wieder eine perfekte Season geliefert. So kann ich leider mein Abschluss-Statement des Filmtagebucheintrages von Season 2 nur wiederholen: Von nun an kann es nur mehr bergab gehen ... denn Season 1 und vor allem 2 waren einfach PERFEKT!!!

Der große Unterschied zu den beiden vorherigen Episoden ist, dass es keine Rückblenden mehr in DEXTER's Vergangenheit gibt, sondern Fantasy Szenen mit Harry, der DEXTER berät und ihn vor der Freundschaft mit Miguel warnt. Und während vor allem nach Season 2 wirklich keine Frage mehr offen blieb, endet zum ersten Mal eine Staffel von DEXTER mit kleineren, aber nicht wesentlichen Cliffhangern:

Am Schreibtisch von Debra liegt das Bild von DEXTER's leiblicher Mutter. Debra versucht ja herauszufinden, mit wem Harry eine Affäre gehabt hat. Auch hat DEXTER herausgefunden, dass Rita ihm ihre erste Hochzeit verschwiegen hat ... sie aber nie zur Rede gestellt. In der Schlussszene fallen allerdings ein paar Bluttropfen von DEXTER's Gips auf Ritas Kleid ... eine mögliche Metapher wie DEXTER's dunkler Passagier ihr gemeinsames Leben beeinflussen wird??? Aber auch die Untersuchung von Miguels Tod kam nicht weiter zur Sprache und es ist unklar, ob irgendwelche Leads zu DEXTER führen. Und last but not least gab es ja eine Storyline zum Charakter und Background von Quinn, die ebenfalls offen ist. Es gibt also einige Möglichkeiten für Spekulationen auf den Inhalt von Season 4, die ja im Herbst 2009 auf Showtime zu sehen sein wird.

Trotz kleinerer Mankos, die sich zwangsläufig auch in DEXTER eingeschlichen haben (obwohl man den Produzenten nach wie vor ein absolutes Lob aussprechen muss), werde ich dieser grenzgenialen Serie auch in Season 4 und 5 (beide wurden ja von Showtime schon genehmigt) treu bleiben. Die Ehe mit Rita, die Geburt des gemeinsames Kindes und dessen charakterliche Eigenschaften (inkl. dunkler Passagier?), die kleineren Cliffhanger aus Season 3 ... es gibt also noch genügend Geschichten über den sympathischsten Serienkiller der TV-Geschichte zu erzählen ... auch wenn dieses grenzgeniale Niveau von Season 2 wohl nicht mehr erreicht werden wird
__________________


70% of the world is covered by water ... the rest by Charles WOODSON

Geändert von Jurgy (08.01.2009 um 16:08 Uhr)
Jurgy ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 10.01.2009, 17:10   #10 (permalink)
Moderator
 
Benutzerbild von Jurgy
 
Registriert seit: 18.08.2002
Ort: Burgenland
Beiträge: 12.896
Abgegebene Danke: 3
Erhielt 21 Danke für 19 Beiträge
Land:
Standard


STARGATE ATLANTIS - Season 5
(Stargate Atlantis, 2008 )
Regie: Diverse
Cast: Joe FLANIGAN, Robert PICARDO, Jewel STAITE, Rachel LUTTRELL, David HEWLETT, Jason MOMOA, David NYKL, Amanda TAPPING, Paul MCGILLION ...

Stargate Wiki
Gateworld - Your Complete Guide to Stargate!
Diskussionsthread im Forum
Episodenguide zu Season 5
IMDb-Rating: 8.3/10
Meine Bewertung: 4,08/5 (Mittelwert aller 20 Episoden)




Gestern lief also in den USA die 100. und leider auch allerletzte Episode des STARGATE SG-1 Spin-Offs STARGATE ATLANTIS. Und da hat es sich angeboten, dass auch ich mir die letzten Episoden von Season 5 ansehen werde. Und man muss schon sagen, dass die letzte Episode den Produzenten sehr, sehr gut gelungen ist. Wie auch die gesamte Season 5 mit sehr interessanten, aber auch mit einigen weniger interessanten Episoden aufwarten konnte ...

Während Torri HIGGINSON als Dr. Elizabeth Weir in den ersten drei Staffeln das Kommando auf Altantis innehatte und Amanda TAPPING als Col. Samantha Carter in Staffel vier nachfolgte, bekam STARGATE ATLANTIS in der letzten Staffel wieder einen neuen Kommandanten. Robert PICARDO, allen Trekkies bestens bekannt als Holo-Doktor in STAR TREK: VOYAGER, als Richard Woolsey hatte die Ehre, das Kommando in der abschließenden Staffel zu übernehmen. Und wie auch in STAR TREK: VOYAGER hat mir PICARDO auch in STARGATE ATLANTIS sehr gut gefallen und war ein Bereicherung für den Hauptcast. Auch Jewel STAITE alias Jennifer Keller gehörte ab der 5. Staffel zum regluären Hauptcast.

Zum Glück werden aber auch die Abenteuer von STARGATE ATLANTIS wie jene von STARGATE SG-1 weitergehen, wenn auch nicht mehr als regelmäßige Serie. Auch beim Ansehen des Staffelfinales werden viele erkennen, dass es sich bei ENEMY AT THE GATE nicht um eine klassische Schlussepisode einer Serie handelt, wurde diese doch nie als solche konzipiert. Das Aus kam ja während der Dreharbeiten zu IDENTITY (5.17), womit kaum Zeit für Änderungen blieb.
Zitat:
Die Folge hat schöne Action, tolle Effekte und einen wirklich schönen emotionalen Touch am Ende. Ich denke, es war eine schöne Art, die Serie nicht nur zu beenden, sondern auch die Tür offen zu lassen für weitere Filme, denn an dem Punkt, an dem die Folge endet, stellt sich auf jeden Fall die Frage: Was kommt als Nächstes? Ich denke, es ist ein gut ausgearbeitetes Finale.
[Zitat: Robert PICARDO]
Dem kann ich mich nur anschließen!

Und bereits im Frühjahr sollen die Dreharbeiten zum ersten Film zu STARGATE ATLANTIS beginnen, der den Arbeitstitel TWILIGHT trägt. Der Film wird direkt an ENEMY AT THE GATE anschließen und soll auch die Weichen zur neuen STARGATE Serie mit dem Titel STARGATE UNIVERSE legen. Man darf gespannt sein ...

Nach dem Kinofilm STARGATE mit Kurt RUSSELL und James SPADER, 213 Episoden und mittlerweile 2 TV-Filmen von STARGATE SG-1 mit Richard Dean ANDERSON, Amanda TAPPING, Michael SHANKS, Christopher JUDGE und Don S. DAVIS sowie 100 Episoden von STARGATE ATLANTIS mit Joe FLANIGAN, Rachel LUTTRELL, David HEWLETT und Jason MOMOA erwarten uns noch hoffentlich viele, viele neue Abenteuer aus dem STARGATE Universum. Und ich werde jedes einzelne davon mit Sicherheit sehen, bin ich doch nach wie vor der Meinung, dass STARGATE auf einer Stufe mit STAR TREK und BABYLON 5 steht

Vielen Dank für 100 interessante Abenteuer aus der Pegasus-Galaxie und freuen wir uns auf neue und spannende Abenteuer in den kommenden Filmen und der neuen Serie STARGATE UNIVERSE
__________________


70% of the world is covered by water ... the rest by Charles WOODSON
Jurgy ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 14.01.2009, 19:32   #11 (permalink)
Moderator
 
Benutzerbild von Jurgy
 
Registriert seit: 18.08.2002
Ort: Burgenland
Beiträge: 12.896
Abgegebene Danke: 3
Erhielt 21 Danke für 19 Beiträge
Land:
Standard

Die letzten Tage an der Filmfront ...

HARRY POTTER AND THE ORDER OF THE PHOENIX fand ich zufällig beim Durchzappen und bin dabei hängen geblieben. Auch wenn die HARRY POTTER Filme düsterer geworden sind, was mir grundsätzlich sogar besser gefallen würde, so hat das Niveau bei HARRY POTTER AND THE ORDER OF THE PHOENIX doch gewaltig nachgelassen. Der bisher schlechteste Film der Reihe und nur mehr 3,5/5 Punkte.

Auch HELLBOY II: THE GOLDEN ARMY stand am 6.1. wieder auf dem Programm. Beim zweiten Mal ansehen hat mir der Film von Guillermo del TORRO beinahe noch besser gefallen als beim ersten Mal. Gute Unterhaltung, auch wenn die Fortsetzung nicht mit Teil 1 mithalten kann. Natürlich kann HELLBOY II: THE GOLDEN ARMY auch nicht mit EL LABERINTO DEL FAUNO verglichen werden. Aber vielleicht kommen ja die HOBBIT-Filme wieder an diese Qualität heran.

Letzten Donnerstag am Abend standen drei interessante, aber gänzlich verschiedene Filme auf dem Programm. Den Beginn machte MICHAEL COLLINS von Neil JORDAN mit Liam NEESON in der Rolle des MICHAEL COLLINS und Julia ROBERTS als Kitty Kiernan. Mit einigen historischen Ungenauigkeiten zeigt der Film die Geschichte des irischen Unabhängigkeitskampfs vom Osteraufstand 1916 bis zur Ermordung von MICHAEL COLLINS, der als umstrittener Gründer der IRA gilt, am 22. August 1922. Regisseur JORDAN ist es dabei gelungen, die jüngste Geschichte Irlands und Unterhaltung durchwegs interessant zu zeigen. 4/5 Punkte von mir!

Nach MICHAEL COLLINS folgte LARA CROFT: TOMB RAIDER mit der damals noch wunderschönen Angelina JOLIE, bevor sie der Magersucht verfallen ist. Na ok ... magersüchtig ist sie zwar nicht, aber a bisserl mehr Fleisch hatte sie Anfang dieses Jahrtausends schon noch auf den Knochen ;-) Mir gefällt dieser Film nach wie vor sehr gut und bin wieder bestens unterhalten worden. Nach wie vor 4/5 Punkte von mir!

Den Abschluss machte mit RAMBO III der schlechteste Film der RAMBO-Reihe ... auch wenn es natürlich deutlich schlechtere Filme gibt. Aber mehr als 3/5 Punkte gibt es dafür nicht

Am 9.1. hab ich nach langer, langer Zeit wieder mal TIGHTROPE mit Clint EASTWOOD von Richard TUGGLE gesehen. TIGHTROPE würde eigentlich sehr gut in die DIRTY HARRY Reihe passen ... zumindest handelt es sich dabei um einen ähnlich gearteten Polizeithriller mit Gewalt, vereinfachter Psychologie und stereotypen Charakteren. 3,5/5 Punkte für EASTWOOD
__________________


70% of the world is covered by water ... the rest by Charles WOODSON
Jurgy ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 17.01.2009, 01:03   #12 (permalink)
Moderator
 
Benutzerbild von Jurgy
 
Registriert seit: 18.08.2002
Ort: Burgenland
Beiträge: 12.896
Abgegebene Danke: 3
Erhielt 21 Danke für 19 Beiträge
Land:
Standard 16. Jänner 2009

ROCK'N'ROLLA
(RocknRolla, 2008 )
Regie: Guy RITCHIE
Cast: Nonso ANOZIE, Charlotte ARMER, Gemma ARTERTON, Gerard BUTLER, Tom HARDY, Tom WILKINSON, Toby KEBBELL, Jeremy PIVEN, Idris ELBA ...

Wikipedia
Diskussionsthrea im Forum
IMDb-Rating: 7.5/10
Meine Bewertung: 3,5/5




Inhalt
Spoiler:
Lenny (Tom WILKINSON) hat Sorgen: Sein Sohnemann Johnny (Toby KEBBELL), seines Zeichens verlotterter Rockstar, ist wie vom Erdboden verschluckt. Das Verschwinden ärgert auch Manager Mickey (Jeremy PIVEN). Um ihn zu finden, nutzt er ein angeblich Glück bringendes Gemälde, das er sich von einem russischen Milliardär "ausborgt". Ausgerechnet da verschwindet das teure Bild und nun müssen seine beiden Hitmen (Gerard BUTLER, Idris ELBA) ran.
Ich kann jetzt nicht unbedingt behaupten, ein großer Fan von Guy RITCHIE zu sein, aber LOCK, STOCK AND TWO SMOKING BARRELS sowie SNATCH. sind schon verdammt coole britische Unterweltkomödien, die ihn einst zum heißesten Regisseur des Königreichs werden ließen. Und genau an den Stil dieser beiden Filme schließt auch RITCHIEs neuester Film ROCKNROLLA an. Schon kurz nach den mehr als genialen Title-Credits hat man sich wieder in den labyrinthischen Wendungen verloren. Irgendwie geht es um ein wertvolles Gemälde, das man während des gesamten Filmes nicht zu sehen bekommt, um Loyalitäten und schmutzige Geschäfte, in die alle Beteiligte verstrickt sind, was zu Abhängigkeiten unterschiedlicher Art führt.
Zitat:
Es geht um Alles. Und um Nichts. Und irgendwie ist es egal, weil der eigentliche Spaß darin besteht, wie RITCHIE all die verschiedenen Bälle jongliert und dabei kunstvoll immer wieder aneinander klackern lässt. Am Schluss gibt es eine Auflösung, die alles erklärt, aber so vertrackt ist, dass sie sich bis in den Abspann erstreckt. Aber auch das ist egal, es geht nicht um die Story, sondern ihre Figuren. Und die sind so stark wie eben seit den frühen Filmen des Meisters nicht mehr.
[Quelle: kino.de]
Nun ... von "Meister" würde ich bei RITCHIE zwar nicht sprechen, aber den Rest kann ich so unterschreiben. Die Figuren sind wieder große Klasse. Angefangen vom kleinen Gauner One Two, der von Gerard BUTLER sehr gut gespielt wird, der mit seinen Kumpels Handsome Bob (Tom HARDY) und Mumbles (Idris ELBA) Geld für ein Stück Land benötigt. Tom WILKINSON spielt Lenny Cole, einen verschlagenen Londoner Gangster-Boss, der ihnen das Geld borgt, nur um die drei Gauner Minuten später zu betrügen. Genial aber auch die Besetzung und auch der gewählte Name für den russischen Investor Uri Obamavich, heißt der nicht nur so ähnlich wie Roman ABRAMOVICH. Karel RODEN spielt diese Rolle und sieht aus wie der Zwillingsbruder des russischen Oligarchen ... genial!

Auch die Buchhalterin von Obamavich, gespielt von Thandie NEWTON, möchte a bisserl mehr vom russischen Geld und heuert One Two und seine Crew für einen Deal an. Und dann ist hier noch Mark STRONG als Archie, der rechten Hand von Cole, der wegen dem geheimnisvollen Informanten Sidney Shaw, der ebenfalls durch die Geschichte geistert, für vier Jahre ins Gefängnis musste. Last but not least gibt es noch den unberechenbaren Stiefsohn von Cole, Johnny Quid, das schwarze Schaf der Familie, ein gescheiterter und bis unter die schmale Hutkrempe zugedröhnter RocknRoll-Star, der instinktiv dumme Dinge tut, die allen das Leben schwer machen. Dazu kommen die zwei hartnäckigsten russischen Killer der Filmgeschichte, zwei gewiefte Musikpromoter und so viele Haken und Ösen, dass man einen rechten Spaß daran hat, den Überblick zu verlieren. Und trotz der ganzen Verwirrungen und Wendungen bleibt am Ende dann doch nur die Frage offen, ob One Two nach dem Geständnis von Handsome Bob diesen nun geküsst hat oder nicht

Trotz der bekannten Atmosphäre der beiden Vorgänger aus früheren Jahren und den wieder grandios gezeichneten Figuren, kann ROCKNROLLA nicht ganz mit LOCK, STOCK AND TWO SMOKING BARRELS (4,5/5 Punkte) und SNATCH. (4/5 Punkte) mithalten. Und doch kann man von einem mehr als gelungenen Comeback von Guy RITCHIE sprechen, der wieder zu seinen Anfängen zurück gefunden hat ... und genau dort, der seichten britischen Gangsterkomödie, ist er meiner Meinung nach perfekt aufgehoben. Bitte mehr davon
__________________


70% of the world is covered by water ... the rest by Charles WOODSON

Geändert von Jurgy (17.01.2009 um 01:04 Uhr)
Jurgy ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 18.01.2009, 12:20   #13 (permalink)
Moderator
 
Benutzerbild von Jurgy
 
Registriert seit: 18.08.2002
Ort: Burgenland
Beiträge: 12.896
Abgegebene Danke: 3
Erhielt 21 Danke für 19 Beiträge
Land:
Standard 17. Jänner 2009

L.A. CONFIDENTIAL
(L.A. Confidential, 1997)
Regie: Curtis HANSON
Cast: Kevin SPACEY, Russell CROWE, Guy PEARCE, James CROMWELL, Kim BASINGER, Danny DEVITO, David STRATHAIRN, Ron RIFKIN ...

Link zu meiner DVD-Sammlung
Wikipedia
IMDb-Rating: 8.4/10 (#64 der IMDb-Top-250)
Meine Bewertung: 5/5




James ELLROY verbrachte Nächte auf Parkbänken, war über 30-mal kurz im Gefängnis und war alkoholabhängig. Er hört 1975 mit dem Trinken auf und 1977 mit den Drogen. 1987 beginnt ELLROY mit seiner L.A.-Tetralogie und beendet diese 1992. Die vier Titel - allesamt Bestseller - lauten THE BLACK DAHLIA (1987), THE BIG NOWHERE (1988 ), L.A. CONFIDENTIAL (1990) und WHITE JAZZ (1992). ELLROY beschreibt mit Vorliebe die dunklen Seiten der US-amerikanischen Gesellschaft, in der L.A.-Tetralogie jene der späten 40er und 50er Jahre in Los Angeles, und ließ sich dabei von wahren Ereignissen oder Personen inspirieren. Seine Romane zeichnen sich durch eine dichte Handlung und eine gründlich pessimistische Weltsicht aus. ELLROY ist sparsam, verschwendet kein unnötiges Wort und beschreibt die Szenen kompromisslos realistisch
Zitat:
ELLROY ist der wohl wahnsinnigste unter den lebenden Dichtern und Triebtätern der amerikanischen Literatur.
[Quelle: Süddeutsche Zeitung]
Das kann man wohl sagen und ich kann die Romane von James ELLROY nur allen empfehlen.

Die Grundlage für L.A. CONFIDENTIAL waren solch Charaktere wie Meyer Harris "Mickey" COHEN (Gangsterboss in L.A., der nicht nur im Film L.A. CONFIDENTIAL vorkam, sondern auch in THE TWO JAKES und BUGSY), Jack DRAGNA alias Ignazio DRAGNA, ein in Corleone geborener Gangster, Johnny STOMPANATO, der mit Lana TURNER liiert war (gibt ja diesbezüglich eine ganz lustige Szene in L.A. CONFIDENTIAL) oder Robert HARRISON, der 1952 das Magazin CONFIDENTIAL herausbrachte ... im Film besser bekannt als Hush-Hush-Magazin.

Warum ich solange auf James ELLROY herumreite? Nun ... 1. handelt es sich bei James ELLROY um einen meiner Lieblingsautoren, 2. ist das Buch L.A. CONFIDENTIAL noch besser als der Film ... und der ist ja schon brilliant und 3. haben HANSON und HELGELAND einen Oscar für das beste adaptierte Drehbuch erhalten. By the way ... das Buch (deutscher Titel STADT DER TEUFEL) gibt es für unter 10 Euro bei Amazon. 535 Seiten über ein gefährliches Netz aus Macht, Sex, Prostitution, Korruption und Mord. Einer der besten Kriminalromane, der jemals geschrieben wurde ... spannend, raffiniert, komplex und intelligent bis zum Schluss, aber auch anspruchsvoll aufgrund der unzähligen Handlungsstränge.

Curtis HANSON und Brian HELGELAND sind beide große Fans der Krimis von James ELLROY. Als Warner sich die Filmrechte an L.A. CONFIDENTIAL sicherte und Curtis HANSON als Regisseur beauftragte, ging für ihn ein Wunschtraum in Erfüllung. Und als HELGELAND davon erfuhr, versuchte er alles, um beim Drehbuch beteiligt sein zu dürfen. Bei einem Treffen von HANSON und HELGELAND fanden bei heraus, dass sie nicht nur große Fans der Bücher von ELLROY sind, sondern auch die gleichen Vorstellungen für das Drehbuch von L.A. CONFIDENTIAL hatten. Zwei Jahre arbeiteten sie gemeinsam an der Umsetzung des Drehbuches, ließen andere Jobs dafür sausen und warfen nicht weniger als sieben fertige Versionen wieder in den Müll. HANSON und HELGELAND waren auch gezwungen, einige Änderungen zum Originalroman von ELLROY zu machen, sonst hätte der Film ja eine Laufzeit von 4 Stunden! Man reduzierte die Handlung auf die drei Hauptprotagonisten und warf alle Storylines, welche nicht diese drei betrafen, über Board. Aber trotz der (notwendigen) Kürzungen von acht auf drei Handlungsstränge erhielten sie die Freigabe von ELLROY und wurden für ihre Bemühungen mit dem Oscar belohnt!

Aber HANSON war nicht nur als Screenwriter und Regisseur, sondern auch noch als Ko-Produzent am Film beteiligt. Und er hatte das Glück, dass ihm Warner das große Privileg einräumte, L.A. CONFIDENTIAL frei nach seinen eigenen Vorstellungen zu drehen, ohne besondere Auflagen oder die Verpflichtung von obligatorischen Stars. Warner hatte zwar Bedenken gegen die beiden Australier Russell CROWE und Guy PEARCE und hätte gerne amerikanische Darsteller gesehen, aber HANSON setzte sich durch. Der Grund für die Besetzung der beiden bis dahin unbekannten Darsteller war simpel:
Zitat:
You don't like any of these characters at first, but the deeper you get into their story, the more you begin to sympathize with them. I didn't want actors audiences knew and already liked
Plan voll aufgegangen kann man nur sagen.

Für die Rolle der Lynn Bracken war eigentlich Bond-Girl Izabella SCORUPCO vorgesehen, aber diese lehnte die Rolle ab. Kim BASINGER wird ihr dafür wohl auf immer dankbar sein, brachte ihr diese Rolle doch einen Golden Globe und einen Oscar ein. Und Kevin SPACEY, der kurz zuvor einen Oscar für THE USUAL SUSPECTS erhalten hatte, war für Curtis HANSON prädestiniert für die Rolle des Jack Vincennes, dessen Figur dem wahren Dectective Martin "Marty" WYNN nachempfunden ist. "A movie star among cops" ... und SPACEY sollte mit seinem Moviestar Charisma diese Rolle spielen. Das Casting war perfekt, konnte HANSON doch auch noch James CROMWELL, David STRATHAIRN und Ron RIFKIN engagieren. Das ganze bei einem Budget von "nur" 35 Mio. Dollar.

Curtis HANSON schaffte mit L.A. CONFIDENTIAL einen perfekten Film-Noir, der bis zum Schluss packend erzählt wird. Die trotz einiger Reduzierungen noch immer sehr intelligente Story wird von HANSON ausgezeichnet inszeniert. Er schafft von der ersten Szene an eine außergewöhnliche Atmosphäre, die den Zuschauer in eine andere Welt verführt ... in ein gefährliches Netz aus Macht, Sex, Prostitution, Korruption und Mord. Die Darsteller sind ohne Fehl und Tadel und spielen die perfekt gezeichneten Charaktere grandios. Abgerundet wird einer der besten Filme aller Zeiten von einem genialen Score, für den Jerry GOLDSMITH verantwortlich zeichnete und ebenfalls mit einer Oscar-Nominierung belohnt wurde.

L.A. CONFIDENTIAL ist zweifellos einer der ganz wenigen perfekten Filme ohne den geringsten Fehler. Und auch wenn niemand an einen kommerziellen Erfolg glaubte, so konnte L.A. CONFIDENTIAL doch über 126 Mio. US-Dollar an den Kinokassen weltweit einspielen. Und es wäre vielleicht etwas mehr gewesen, aber 1997/98 gab es leider eine unüberwindbare Konkurrenz ... und das nicht nur an den Kinokassen!

Neun Oscar, zwölf BAFTA und vier Golden Globe Nominierungen brachte HANSON & Co. dieses famose Stück Filmgeschichte ein, aber leider sollte ja James CAMERON und sein TITANIC alles überragen. Und auch wenn mir TITANIC sehr gut gefällt, so ist meine persönliche Meinung, dass der Oscar für den Besten Film und die Beste Regie zweifellos an L.A. CONFIDENTIAL hätte gehen müssen. Aber wenigstens wurden weder Kim BASINGER, noch HANSON und HELGELAND für das adaptierte Drehbuch übersehen und konnten sich über ihre verdienten Goldjungen freuen.

Wer auf intelligente Cop/Mafia-Thriller mit einer dichten Atmosphäre und einer intelligenten Story steht und L.A. CONFIDENTIAL tatsächlich noch immer nicht gesehen haben sollte, dem kann man nur eine Empfehlung geben: Film kaufen (gibt ja mittlerweile auch schon die Blu-ray von diesem Meisterwerk) und sofort ansehen! Ein Film, der in keiner Filmsammlung fehlen darf

Buch ... EUR 8,95

Bestellen bei Amazon

DVD ... EUR 5,95

Bestellen bei Amazon

DVD (Special Edition) ... EUR 20,95

Bestellen bei Amazon

Blu-ray ... EUR 29,99

Bestellen bei Amazon
__________________


70% of the world is covered by water ... the rest by Charles WOODSON

Geändert von Jurgy (18.01.2009 um 12:25 Uhr)
Jurgy ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 07.02.2009, 13:30   #14 (permalink)
Moderator
 
Benutzerbild von Jurgy
 
Registriert seit: 18.08.2002
Ort: Burgenland
Beiträge: 12.896
Abgegebene Danke: 3
Erhielt 21 Danke für 19 Beiträge
Land:
Standard 4. Februar 2009

DER VORLESER
(The Reader, 2008 )
Regie: Stephen DALDRY
Cast: Kate WINSLET, Ralph FIENNES, David KROSS, Bruno GANZ, Hannah HERZSPRUNG, Karoline HERFURTH, Max MAUFF, Sylvester GROTH ...

Wikipedia
Film-Review von Sebastian Klausner
Diskussionsthread im Forum
IMDb-Rating: 7.9/10
Meine Bewertung: 4/5




Inhalt
Spoiler:
Der 15-jährige Gymnasiast Michael Berg lernt Ende der 1950er Jahre in Heidelberg Hanna Schmitz kennen. Die 20 Jahre ältere Straßenbahnschaffnerin kümmert sich um ihn, als ihm, an Gelbsucht erkrankt, auf dem Nachhauseweg übel wird. Wieder gesund besucht er sie und erlebt mit ihr seine erste Liebe. Bald entwickelt sich während der heimlichen Treffen in ihrer Wohnung ein Ritual, das der zunächst rein körperlichen Beziehung eine seelische Dimension gibt: Michael muss Hanna, über deren Vergangenheit er nur wenig erfährt, stets vor dem Liebesakt vorlesen.

Eines Tages verschwindet Hanna spurlos aus der Stadt. Erst Jahre später sieht er sie als Jurastudent in einem Auschwitz-Prozess wieder, wo sie mit anderen ehemaligen KZ-Aufseherinnen unter Anklage steht. Im Gerichtssaal findet Michael die lang gesuchte Erklärung für Hannas ungeschickte Verteidigung und für viele ihrer Handlungen: Sie ist Analphabetin, verheimlicht dies aus Scham auch im Prozess und wird zu lebenslanger Haft verurteilt. Ihre Mitangeklagten, die ihr die Hauptschuld für ein grauenhaftes, schriftlich dokumentiertes Verbrechen zugeschoben haben, erhalten nur geringe Freiheitsstrafen.

Das Buch stellt einen der wenigen Bestseller deutscher Autoren auf dem amerikanischen Buchmarkt dar. DER VORLESER wurde in über 39 Sprachen übersetzt und war das erste deutsche Buch, das es auf Platz 1 der Bestsellerliste der New York Times schaffte. Dem Professor der Rechtswissenschaften an der Berliner Humboldt-Universität, Bernhard SCHLINK, ist mit diesem Buch die Beschreibung einer, wenn nicht der deutschen Lebenslüge gelungen und wurde hierfür mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Bernhard SCHLINK hat sich mit seinem großartigen Roman DER VORLESER gleich mehrerer hochinteressanter Themen angenommen. Einerseits thematisiert SCHLINK den Holocaust und das Dritte Reich, allerdings keine realistische, dokumentarische Nachzeichnung der Ereignisse im Großen, sondern durch die Menschlichkeit eines individuellen Schicksals - das eines Täters. Mit diesem behandelten Thema einher geht die Schuldfrage. Aber auch dieses aus einer ganz spezifischen Sichtweise, so wird die Eigenverantwortlichkeit und die Schuldfähigkeit des Einzelnen hinterfragt. Ein sehr schwieriges Thema, das wohl auch noch in vielen, vielen Jahren, wenn auch die allerletzten Verantwortlichen und Mittäter verstorben sind, diskutiert werden wird.

"Auf den ersten Blick hätte man meinen können, es sei eine Kinderschrift. (…) Man sah den Widerstand, den Hanna überwinden musste, um die Linien zu Buchstaben und die Buchstaben zu Wörtern zu fügen. (…) Hannas Hand wollte nirgendwo hin und musste vorangezwungen werden."
Ein weiteres Hauptthema des Romans bilden Analphabetismus und Ohnmacht. SCHLINK zeigt dabei die Ohnmacht in Alltag und Gesellschaft, welche die Opfer von Analphabetismus betrifft. Die psychologische Konstellation des sich Versteckens, der Scham, der Angst und der Aggression wird von SCHLINK in vielen Details gezeigt. Und dieses daraus resultierende Unvermögen zur Kommunikation von Hanna führt auch zur Schuld, die sie sich selbst auflädt.

"Sie nahm mich in die Arme. Ich war kaum größer als sie, spürte ihre Brüste an meiner Brust, roch in der Enge der Umarmung meinen schlechten Atem und ihren frischen Schweiß und wußte nicht, was ich mit meinen Armen machen sollte."
Vor allem im ersten Drittel steht die stark ungleichaltrige Beziehung zwischem dem 15-jährigen Michael und der 36-jährigen Hanna im Vordergrund. Auch wenn solch eine Beziehung heutzutage nicht mehr widerrechtlich ist, so würde ihr auch heute noch eine gesellschaftliche Akzeptanz verwehrt bleiben. SCHLINK schafft es grandios, die tiefschneidende psychologische Wirkung einer solchen Beziehung zu beschreiben.

Last but not least nimmt auch "Wasser" eine zentrale Rolle des gesamten Geschehens ein. In SCHLINKs Roman als reinigendes Element und als Ritual zur Steigerung des Lustempfindens bzw. dem Alltagsgeschehen ein Stück weit zu entkommen.

Bereits drei Jahre nach Erscheinen des Romans sicherte sich Miramax die Filmrechte an DER VORLESER. Obwohl ich das Buch kenne und mehr als nur schätze, so hab ich doch diese Verfilmung erst mitbekommen, als ich überrascht THE READER unter den Golden Globe Nominierten erspähte. DER VORLESER ist ja in zahlreichen deutschen Bundesländern auch in den Lehrplänen der Sekundarstufe II verankert. Durch den präzisen Stil SCHLINKs, die direkte Erzählweise und außergewöhnliche Art und Weise der Vergangenheitsbewältigung war ich aber doch äußerst vorsichtig, was eine Verfilmung dieses nicht wirklich langen, aber komplexen Romans betrifft. Und doch muss man David HARE für sein Drehbuch, aber auch Stephen DALDRY für die filmische Umsetzung des Stoffes Respekt zollen.

Es hat mir sehr gut gefallen, wie Stephen DALDRY die drei Hauptkapiteln des Lebens von Michael Berg miteinander verbindet, auch wenn der Hauptdarsteller nicht in allen drei Epochen seines Lebens von David KROSS verkörpert wird. DALDRY schafft vor allem in den ersten zwei Dritteln des Films eine sehr dichte Atmosphäre, stellt sich dabei aber nicht in den Vordergrund und überzeugt durch irgendwelche Stilmittel, sondern überlässt seinen beiden Hauptdarstellern die gesamte Leinwand. Leider kann das letzte Drittel damit bei Weitem nicht mithalten. Während das Buch von SCHLINK bis zur letzten Zeile extrem spannend bleibt, so verflacht der Film leider etwas. Nicht schlecht - ganz im Gegenteil - aber während die ersten zwei Drittel des Films den Oscar-Nominierungen als bester Film und beste Regie durchaus gerecht werden, so handelt es sich beim letzten Drittel nur mehr um ein gutes Drama!

Die Gründe dafür liegen meiner Meinung nach einerseits an der Zeitepoche, andererseits auch am Darsteller. Die Bilder des Berlins der 90er-Jahre passen so überhaupt nicht zu den ersten beiden Teilen des Films. Da kann weder der Regisseur noch der Film selbst etwas dafür, dass ist einfach so ein Gefühl in mir selbst, das ich nun schon mehrmals beobachte, dass mir das Vermischen von Vergangenem und der Moderne nicht so zusagt. Und auch wenn ich Ralph FIENNES als Darsteller sehr schätze und er auch keineswegs in THE READER schlecht spielt, so passt mir die Änderung des Darstellers in diesem Film so gar nicht. Kate WINSLET und David KROSS überzeugen in den ersten zwei Dritteln des Films dermaßen, dass mich das doch einigermaßen gestört hat und die Identifikation mit der Figur einfach gegen Ende gefehlt hat.

Dass Kate WINSLET für diese Darstellung reihenweise Preise abräumt, wird jeder nachvollziehen können, der diesen Film bereits gesehen hat. Und doch hätte beinahe Nicole KIDMAN diese Rolle gespielt, musste doch WINSLET wegen dem Engagement bei REVOLUTIONARY ROAD absagen. Aber als KIDMAN das Projekt wegen ihrer Schwangerschaft verließ und zum Glück noch keine Szenen mit ihr gedreht worden waren, übernahm doch WINSLET diesen Part. War sie schon in REVOLUTIONARY ROAD der Retter des ansonsten desaströsen Films, so überzeugte sie mich in THE READER noch um ein Stückchen mehr. Großartig spielt sie den widersprüchlichen Charakter der Hanna Schmitz. Bereits nach wenigen Szenen kann man den Charakter durch ihr Schauspiel beschreiben: gesteigertes Pflichtgefühl, eine starke Arbeitsmoral, hierarchische Unterordnung und ein Sinn für Ordnung. Dem entgegen spricht ihre beständige Angst vor Aufdeckung ihrer Schwäche, des Analphabetismus. Diese Schwäche zu verschleiern ordnet sie alles unter. Dadurch lebt sie auf Distanz zu den Menschen und zieht das Leben einer Einzelgängerin vor. Dass sie dadurch nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das Leben von Michael negativ beeinflusst, wird ihr erst in den letzten Jahren der Haft bewusst. Die Gründe für den Suizid von Hanna Schmitz stellen schon im Buch von SCHLINK die Kernfrage der Interpretation dar. Es wird zwar auch im Film versucht, diese Gründe zu betonen, aber so wirklich gelingt dies meiner Meinung nach nicht.

Nicht weniger überzeugend spielt David KROSS den 15-jährigen Michael Berg. Auch ihm gelingt es tadellos, den von SCHLINK beschriebenen Charakter auch dem Kinopublikum zu zeigen. Der Widerspruch zwischen anerzogenen moralischen Werten und erwachendem sexuellen Verlangen beherrscht ihn. Die Erfahrung, von Hanna auf Distanz gehalten zu werden und eine weitere, von ihm gewünschte Vertiefung verweigert zu bekommen, verstärkt noch seine Hörigkeit und Unsicherheit gegenüber Hannas Dominanz. Das Gefühl der eigenen Schuld und die nicht bewältigte, sich fortsetzende Abhängigkeit von Hanna führt bei Michael in der Folgezeit zu einer Bindungsunfähigkeit und einer Abweisung anderer Menschen. Und David KROSS nimmt man diesen Charakter in jeder einzelnen Szene ab, Ralph FINNES gelingt dies in der Folge leider nicht mehr so gut.

Man könnte noch stundenlang über THE READER diskutieren und philosophieren, bietet der Inhalt doch einige Interpretationsansätze. Aber das meiste würde sich auf das Buch von SCHLINK beziehen. Der Film von DALDRY ist aber ebenfalls schwer zu empfehlen, nicht zuletzt aufgrund der überragenden Darstellungen von Kate WINSLET und David KROSS. Die Oscar-Nominierungen für Kate WINSLET und Beste Kamera kann ich nur begrüßen, allerdings nicht als Bester Film und Beste Regie ... da gab es dann doch deutlich bessere Filme im letzten Jahr.
__________________


70% of the world is covered by water ... the rest by Charles WOODSON

Geändert von Jurgy (08.02.2009 um 00:13 Uhr)
Jurgy ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiFurl this Post!
Mit Zitat antworten
Antwort

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Trackbacks are aus
Pingbacks are aus
Refbacks are aus


Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Slevin's Filmtagebuch 2009 Slevin Filmtagebücher 0 08.01.2009 22:18
Jurgys Filmtagebuch Diskussionsthread Jurgy Diskussionen zu den Filmtagebüchern 27 06.01.2009 12:02
Jurgys Filmtagebuch 2008 Jurgy Filmtagebücher 179 01.01.2009 14:22
Jurgys Filmtagebuch 2007 Jurgy Filmtagebücher 222 08.12.2008 17:52


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 18:27 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.8.4 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2010, Jelsoft Enterprises Ltd.
SEO by vBSEO 3.3.0 RC2
Template-Modifikationen durch TMS
Ein Service von DVD-Forum.at
PAGERANK Wir wollen auch dein Forum

Reisen | Silberschmuck