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Filmtagebücher Erstelle dein persönliches Filmtagebuch und zeige es anderen interessierten Usern

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Alt 29.12.2008, 11:38   #1 (permalink)
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Aus postweihnachtlicher Langeweile und zur Überprüfung der eigenen Konsequenz hab ich mich entschlossen, in regelmäßig unregelmäßigen Abständen mein hiermit eierlich eröffnetes Filmtagebuch mit Eindrücken aus der großen weiten Welt des Films zu füllen.

Meine Einträge sind keine cineastische Auseinandersetzung mit dem Film, sondern lediglich ein Spiegel meiner Eindrücke, die ich selten in einen Kontext stelle. Disko-Thread gibt es nicht, sollte jemand wahrlich das unbändige Verlangen verspüren, mir was mitzuteilen, kann er es getrost in diesem Thread tun.

Platzierung Titel Regie Bewertung
1. [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ] Ben Affleck 4,5 / 5
2. Wild At Heart David Lynch 4,5 / 5
3. WALL-E Andrew Stanton 4,5 / 5
4. [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ] Lasse Spang Olsen 4,5 / 5
5. [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ] Fernando Meirelles 4 / 5
6. Burn After Reading Ethan & Joel Coen 4 / 5
7. [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ] J. Bergvall, S. Sandquist 4 / 5
8. [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ] Oliver Stone 4 / 5
9. [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ] Andreas Prochaska 4 / 5
10. [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ] Woody Allen 4 / 5
11. [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ] Ethan & Joel Coen 3,5 / 5
12. Sukkar Banat (Caramel) Nadine Labaki 3,5 / 5
13. [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ] Erik Richter Strand 3,5 / 5
14. [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ] Fruit Chan 3,5 / 5
15. [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ] Pedro Almodóvar 3 / 5
16. [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ] Mennan Yapo 3 / 5
17. [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ] Mikael Hafström 3 / 5
18. [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ] Robert B. Weide 2,5 / 5
19. En La Cama (Im Bett) Matías Bize 2,5 / 5
20. [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ] John Woo 2,5 / 5
21. [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ] David Wain 2,5 / 5
22. [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ] Russel Mulcahy 2,5 / 5
23. [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ] Phyllida Lloyd 2 / 5
24. Cyborg Albert Pyun 2 / 5
25. Kill Switch Jeff King 1,5 / 5
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Alt 29.12.2008, 11:54   #2 (permalink)
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...that was a juicy one...

Resident Evil 3: Extinction (USA, 2007)
Regie: Russel Mulcahy
Cast: Milla Jovovich, Oded Fehr, Ali Larter
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Hab ich also doch mal über einen Resident Evil (nie gesehen, nie gespielt) drüber getraut. Prinzipiell meid ich ja Spieleverfilmungen wie das Off-Topic Forum, aber es war ein zäher Sonntag nach einem anstrengenden Samstag(abend), der nicht ohne Film zu Ende gehen sollte. Leichte Kost sollt es sein, wenn ne hübsche Frau drin vorkommt, hab ich auch nix dagegen.
Fix war der Film eingelegt und nochmal die Castliste studiert

Ebenso neu war mir Russel Mulcahy, der sich für den Film verantwortlich zeigt, auch wenn Ricochet irgendwo bei mir im Regal rumstaubt, äh -steht. Milla Jovovich hingegen konnt ich mir letztens wieder einmal bei .45 zu Gemüte führen (netter B-Movie). Ali Larter hab ich seit Final Destination nicht mehr vo der Rübe gehabt.
Relativ unverbrauchter stoff sozusagen, also rein ins Gemüse. Resident Evil 3: Extinction ist wahrlich herrlich leichte Kost. Neben viel Geklautem aus früheren Filmen (Ich bilde mir ein, unter den Zombies Mad Max erkannt zu haben),
und vorwiegend schwachem Cast (Ashanti, sag mal gehts doch? Die kann ja nicht mal richtig singen; ) konnte Mulcahy mit ner richtig verrückten Conclusio aufwarten: Alaska ist kein Teil dieser Erde.
Folglich hatte McCain eine Außerirdische als Vize am Start. Wo sonst sollt das möglich sein, als im Land der unbegrenzten Möglichkeiten?; aber das lass ich jetzt lieber.

Nochmal die Alaska - Geschichte angesprochen. Das war ja quasi ein alt-testamentarisches Gleichnis par excellence (nur halt ohne 10 Gebote, Manna und das goldene Kalb obwohl: Spencer "Heulsuse" Locke könnt da durchaus als Ersatz dienen); dann doch eher sans excellence.
Nach (40) Tagen in der Wüste sollte unser Convoy das gelobte Land erreichen, frei jeglichen untoten Gedönns. Da die nette Erzählstimme zu Beginn des Films aber schonmal präventiv den ganzen Globus als kontaminiert verklärt hat, könnte die Ankunft dort relativ ungemütlich werden. Das ist wohl auch den alkoholabhängigen Drehbuchschreibern auf den letzten paar Seiten aufgefallen, sodass wir Ali Larter und ihre Familie nie oben ankommen sehen. Wenigstens kann sie Heli-Fliegen.

Milla Jovovich als Actrice ist ja nicht mal so schlecht. Für die harte Action-Braut stöhnt sie aber viel zu oft (wohl noch eine Altlast ihrer Romantik-Filme aus den 80ern). In jedem Fall hat man sie für den Streifen aber ganz hübsch aufgemacht, ihre Actionszenen sind ok und die Filmmusik ist meist stimmig und kann manchmal sogar etwas Athmosphäre aufbauen. Der Bösewicht (Iain Glen) ist aber leider in etwa so charismalos wie ein Seifenspender.
Da hätte man jeden anderen Midlife-Crisis gebeutelten B- / C-Movie Darsteller nehmen können. Das hört sich jetzt ja alles relativ schlimm an, aber für den ganz oben angesprochenen Sonntagabend genau das Richtige.

Resident Evil 3: Extinction zählt zu den Filmen, die man sich einmal ansieht, für maximal mäßig befindet und neben der hübschen Hauptdarstellerin lediglich die kitschig-schlechten Szenen im Hinterkopf behält.

In Summe: noch 2,5 / 5 Punkte
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Alt 29.12.2008, 13:45   #3 (permalink)
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Bist du nicht der aus der Werbung?

In 3 Tagen bist du tot 2 (Österreich, 2008 )
Regie: Andreas Prochaska
Cast: Sabrina Reiter, Anna Rot, Julia Rosa Stöckl,
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Teil 1 noch abwartend auf DVD geschaut, hab ich mich anlässlich Teil 2 entschlossen, ins nahe liegende Multiplexkino zu fahren. Die Erwartungen waren nicht allzu hoch, jedoch hab ich mich schon auf das SMS: "In 3 Tagen bist du tot 2" gefreut. Andreas Prochaska und ich teilen aber wohl nicht den gleichen Humor. Sei's drum.

Vom malerischen Traunsee ins bergige und nicht minder malerische Tirol mit Ausgangspunkt Wien: Eine Reise, die nur mit dem außerordentlich guten Service der ÖBB und der Österr. Postbusse zu bewältigen ist.
Die Stimmung ist von Anfang an schön trist und feucht, wie schon in Teil 1 thronen die Berge in dichtem Nebel gehüllt unheimlich über der Szenarie. Wo wir schon beim Stichwort Athmosphäre sind: Die empfand ich um Klassen dichter als noch in Teil eins und das obwohl der Film für einen Horrorfilm wirklich erst richtig spät in Fahrt kommt. Starben im Erstling die Pubertierenden noch im Minutentakt, ist Teil 2 lange Zeit eher eine One-Woman Show. Angst machen in der ersten Stunde des Films lediglich die ungeschminkte Michou Friesz und das rustikale, verwahrloste Elternhaus von Familie Kofler (oder war Kogler?)

Da Teil 1 vom Plot her ungleich, gab sich Prohaska selbst viel Zeit, dass wie, was und wieso etwas näher zu erklären. Zu viel Zeit im Endeffekt. Bis zum Gasthof Joch drohte das Eine oder andere Mal ein kleiner Aufmerksamkeitsverlust. Da wäre im Drehbuch mehr drinnen gewesen aber ab dem Zeitpunkt, wo "Nina" den Aufenthaltsort ihrer Freundin Mona ausgemacht zu haben scheint, geht es wieder voll zur Sache. Die eigenbrötlerische Bauernfamilie mit dem notwendig gestörten Sohn, der quasi daheim versteckt wird, passt da auch gut ins Bild.

In drei Tagen bist du tot 2 wirkt wohl auch wegen der Abkehr vom Provinz-Teenie Slasher eigenständiger und verstörender. Ein ganz klares Plus im Vergleich zum ersten Teil. Sabrina Reiter spielt ihre Rolle sehr gut und authentisch. Die noch unbekannteren Schauspieler im restlichen Film, vom "Geht-Das"-Asiaten mal abgesehen wirken, - wohl auch ob ihrer simplen, eindimensionalen Zeichnung - ebenso ehrlich. Weiters gefallen Schnitt und die Bilder von David Slaba. Die Musik ist dezent und stimmig, das Setting sehr natürlich. Von den oben erwähnten minimalen Schwächen im Drehbuch mal abgesehen ein rundum solider Genrebeitrag und ein guter österr. Horrorfilm.

In Summe: noch 4 / 5 Punkte
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Alt 30.12.2008, 09:08   #4 (permalink)
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You re breaking legs too? - Just balls.

Entgleist (Derailed |USA, 2005)
Regie: Mikael Hafström
Cast: Clive Owen, Vincent Cassel, Jennifer Anistion
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Eines vorweg: Ich fand den Film jetzt nicht so schlecht. Kein Meisterwerk aber bei der Filmauswahl auch keine klassische Arschkarte. Hafströms Paradewerk Evil kenn ich leider noch nicht, aber 1408 konnt ich mir letztens ansehen, aber so recht begeistern konnte mich der auch nicht. Hafström hat aber zusammen mit Josef Fares das Drehbuch zu Kopps geschrieben und den wiederum fand ich zum Schießen, weswegen ich dann doch wieder recht optimistisch war, dass der alte Schwede da was Ordentliches deichselt. Stuart Beattie, auch kein Niemand, zeigt sich für das Drehbuch verantwortlich und mit Clive Owen, Vincent Cassel, Jennifer Aniston, Melissa
George,..... war der Film eigentlich auch noch sehr berühmt besetzt.

Derailed beginnt ganz gemütlich und der vermeintliche Hauptdarsteller erinnert sich "ausm Hefn", wie alles begann. Es folgt die Vorstellung der Familie, die natürliche (Arbeits-)Umgebung und und und. Ein stimmiges Opening wo ich mir als Zuschauer schon früh versuche, alles Auszumalen, was da jetzt bald hoffentlich ganz fürchterlich schief geht. Regie und Drehbuch spielen bei der Vorbereitung für den großen Absturz von Charles Schine gut zusammen, ein potentiell guter Einstieg in den Film-Noir. Als der Trudel dann aber über den Hauptdarsteller hereinbricht und ihn langsam mit nach unten zu ziehen scheint, weiß der Zuschauer aber schon längst wie es unten aussieht. Das Drehbuch ist durchschaubar, die Regie kann das nicht ansatzweise kompensieren. Typisch versucht das Opfer, allein an der Front für seine Familie zu kämpfen, die aber längst nur mehr Statisten sind. Als Melissa George entrüstet fragt, warum ihr Ehemann 7 Jahre Ersparnisse ausgegeben hat, kommt von Clive Owen jediglich zurück, dass er ihr alles erklärt....Cut...
und schon ist man ganz woanders. Das nimmt der ohnehin vorhersehbaren Handlung noch mehr an Stimmung.

Kommen wir zu Besetzung. Jennier Aniston (mocht ich noch nie) ist entweder eine Fehlbesetzung oder ein Opfer des Drehbuchs. Ich vermute eher Ersteres. Was das Drehbuch nicht hergibt, vermag auch sie durch ihre Mimik nicht auszugleichen. Zu keiner Zeit kann sie die Femme Fatale glaubhaft verkörpern, sie wirkt eher als Sekundäropfer. Als sie kurz vor ihrem Tod noch entschuldigend erklärt: Not everything was a lie Charles ist man Sekunden darauf froh, sie nicht mehr sehen zu müssen. Vincent Cassel hingegen peppt den Film ordentlich auf. Der sehr coole, französische Bösewicht verkörpert mehr "Gangster" als Xzibit in seinem ganzen Leben je tun wird. Genial die Unterhaltung mit Melissa George im Hause Schine. Ich geh sogar soweit und sage, dass er alleine den Film durchaus anschaubar macht. Clive Owen spielt grundsolide. Er wirkt bemüht, kann aber an Regie und Drehbuch halt auch nicht viel ändern. Letztes hat für Melissa George ebenso eine lediglich gut bezahlte Statistenrolle vorgesehen, obwohl die Familiencharaktere für sich genug Stoff
für ein zünftiges Drama hätten. Hafström wollte aber lieber einen Thriller mit vielen Twists und Überraschungen. Eine ist ihm auch gelungen: Am Ende des Films steigt Addison Timlin (Tochter) in den Schulbus und man sieht, wie er die grüne Vorstadtstraße hinunterfährt. Mit dem konnte man nicht rechnen, das größte Überraschungsmoment im gesamten Film, leider aber auch fürchterlich unbedeutend.

Mäßiger Thriller, der gerne ein guter Film-Noir wäre, aber zu fast zu jeder Zeit vorhersehbar ist. Vincent Cassel peppt den Film aber noch ein bisschen auf und mit zwei zugedrückten Augen kann ich mit Cassel-Bonus gerade noch 3 / 5 Punkte geben.
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Alt 31.12.2008, 09:01   #5 (permalink)
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dot, dot, dot

Mamma Mia! (USA, 2008 )
Regie: Phyllida Lloyd
Cast: Meryl Streep, Pierce Brosnan, Colin Firth
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Er wird auch beim zweiten Mal nicht besser. Beim ersten Mal noch gesagt: Ok, Stimmung hat nicht gepasst. Beim zweiten Mal war der Streifen aber min. genauso enttäuschend.
Das wenige Gute zuerst: Meryl Streep darf als einzige der Hauptdarstellerinnen von sich behaupten, sie kann gut singen. Das wär mal das Eine. Das Andere: Die Lieder von ABBA haben
auch nach den vielen Jahren wenig von ihrer Klasse (sofern mans mag) verloren. Ende.

Pierce Brosnan widerum kann nicht singen. Klar, irgendwie im Tonstudio haben die das schon hingedeichselt, dass er die Noten trifft aber es ist trotzdem ein Graus ihm zuzuhören.
Für Julie Walters gilt so ziemlich uneingeschränkt dasselbe. Apropos: Walters ist so ziemlich der einzige Charakter, der manchmal nicht peinlich komisch ist.
Der restliche Cast krebst irgendwo da zwischen geht grad noch und: "der singt nicht zum ersten Mal" herum aber es reicht um in Summe von einer gewaltigen Fehlbesetzung zu sprechen.
Vielleicht meinen manche, dass die zauberhafte griechische Insel noch schön anzusehen ist. Ich nicht. Die Bilder wurden zu sehr bearbeitet, alles wirkt künstlich, kitschig und grauslich.

Der Plot ist "fetzendeppad", allen voran das große Finale in der Kirche, wo erst ohne großes Trara die eine Hochzeit abgesagt wird, damit schließlich der geschiedene (!) Pierce Brosnan
vom Kasperl-Pfarrer noch vor den Altar treten kann. Kollektive Tanzszenen wirken mehr peinlich belustigend (epileptisch rumzappelnde Männer in Badehosen mit Flossen; Gebt euren Songcontest Pokal wieder ab!) als irgendwie gesangskomplimentär. Und wenn dann im Abspann nochmal sämtliche ABBA-Hymnen
erklingen, weiß ich als Zuschauer spätestens zu diesem Zeitpunkt, dass sich die Filmemacher durchaus bewusst sind, dass ihr Film Gülle ist, sie aber den leidgeprüften Zuschauer halt noch mit
positiven Erinnerungen aus dem Kinosaal gehen bzw. von der Fernsehcouch aufstehen lassen. Klar, vielleicht sehen das manche Musialfans (bin das absolute Gegenteil) anders: Die brauchen halt
nur schöne songs und verzeihen eine strunzdumme Handlung. Aber auch die können doch als Kenner nicht über das gesangliche Unvermögen eines Großteils des Casts hinwegsehen?.

Wie dem auch sei. Beim ersten Mal gab es noch 2,5 Punkte. Ich geh auf 2 Punkte runter und werde den Film nicht mehr ansehen, denn selbst für ABBA Fans lohnt sich die DVD absolut nicht. Die sind mit dem soundtrack besser dran.

2 / 5
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Alt 01.01.2009, 15:31   #6 (permalink)
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Something is seriously fucked up!

Die Vorahnung (Premonition |USA, 2007)
Regie: Mennan Yapo
Cast: Sandra Bullock, Julian McMahon, Shyann McClure, Nia Long, Peter Stormare,
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Mennan Yapo's Hollywood Debüt Premonition stand - wohl auch weil ich im Moment Thriller ganz gern hab - zuletzt auf dem Programm. Neben der altbekannten Sandra Bullock freute ich mich besonders
auf Nip/Tucks Julian McMahon, den man leider allzu selten in Filmen sieht. Einen Grund dafür hab ich glaub ich auch schon ausgemacht. Weiters zu sehen, jedoch in einer viel zu kleinen Rolle: Peter Stormare.

Für das Drehbuch zeigt sich Bill Kelly verantwortlich, der mit Blast from the Past und Enchanted eigentlich wenig Erfahrung in Sachen Thriller mit sich bringt. Das sollte sich aber auch relativ fix zeigen. Von der personellen seite her ist der Film durchwegs anständig besetzt, richtig aufgespielt hat aber lediglich sandra Bullock. Die anderen Charaktere waren eher verkümmert, fand ich einfach nicht richtig durchdacht. Julian McMahon ist fesch, Marc Macaulay sympathisch und Peter Stormare beunruhigend. Das wars aber auch mit dem restlichen Cast.

Apropos Durchdenken: Das Drehbuch ist zwar ganz nett und einen Film, wo die Tage durcheinander gewürfelt werden habe ich auch noch nicht gesehen. Allerdings weist es trotz toller Ideen immer wieder (Logik-)Fehler auf. Yapo geht meiner Meinung nach aber gut damit um, die Regie ist einwandfrei bis gut und bevors zu amerikanisch wird, wechselt er die Szene. Spannung ist bei einem Thriller immer was ganz Wichtiges und die ist auch in Premonition vorhanden, jedoch wird sie im Laufe des Films immer wieder vom Mitgrübeln und Handlung folgen ein wenig in den Hintergrund gedrängt. Ob es allein am Drehbuch liegt der ob da die Regie was hätte machen können lass ich jetzt einmal im Raum stehen. Gegen Ende des Films, wo sich das Wie, Was, Wo langsam aufzulösen scheint, fehlt sie aber dann, die gute Spannung. Weltmeisterlich ist das Ende ohnehin nicht, wobei es Herr Kelly durchaus schlimmer hätte machen können (Stichwort: Unfall verhindert, er lebt noch, trotz aller dazugehöriger Logikpatzer). In Summe ist der "Premonition" Durchschnitt. Verzeiht man dem Drehbuch und möchte man Sandra Bullock mal wirklich gut spielen sehen, kann man sich den "Thriller" durchaus ansehen. Ein zweites Mal brauch ich ihn aber auch nicht.

3 / 5
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Alt 02.01.2009, 11:07   #7 (permalink)
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I thought I'd come by and take a shit.

The Ten (UsA, 2005)
Regie: David Wain
Cast: Paul Rudd, Adam Brody, Winona Ryder, Ken Marino, Liev Schreiber, Famke Janssen, Jessica Alba, Justin Theroux, ...


Große Unternehmungen wollte ich am Neujahrstag nicht machen. Um 8 ins Bett gehen aber auch nicht, also noch fix n Film reingezogen. The Ten ist eine Komödie mit den zehn Geboten als zentralem Thema. Rund um die übergroßen Gebotstafeln werden 10 Geschichten erzählt, wobei jede einzelne einem bestimmten Gebot zugeordnet ist. Jeff Reigert (Paul Rudd) leitet mit kleinen Sketches (u.a. mit Famke Janssen und Jessica Alba) von einer Episode zur Nächsten. Kleines Beispiel Adam Brody springt als Verlobter von Winona Ryder irrtümlich ohne Fallschirm aus dem Flieger und überlebt auf wundersame Weise. Das Problem: Er steckt bis zum Kopf im Erdboden und die Ärzte können ihn nicht ausgraben weil er es nicht überleben würde. Also lebt der da in dem Loch für sich hin, kriegt ne eigene Realityshow, wird berühmt, viele Fans tun eS ihm nach und springen ohne Fallschirm aus dem Flieger. Von den Medien als neuen Gott verehrt leistet er sich Starallüren, führt sich blöd auf und hat schließlich was mit einer Minderjährigen. Die Show wird abgesetzt, er hängt wieder alleine in seinem Loch. Fazit und dazugehöriges Gebot: Du sollst keinen Gott neben mir haben. Was jetzt vielleicht fürchterlich unlogisch klingt, ist bei The Ten traurige Realität: Jeglicher Bezug zum Gebot ist oft bei den Haaren herbeigezogen, ins Lächerliche gedriftet oder ganz simpel: Unlogisch.

Das ist eines von zwei Kernproblemen des Films, in dem Paul Rudd erstmals auch als Producer tätig war. Nach etwa 85 Minuten sind alle 10 Geschichten erzählt und es kommt zu einem Revue-artigen Showdown, wo alle Protagonisten noch einmal in einer musical-artigen Performance zusammen singen und die Liebe einfach als zentrales & alle Geschichten verbindendes Element propagieren. Das ist leider auch nur Blödsinn. Effektiv ist Sex der kleinste gemeinsame Nenner alle Episoden und Grundlage von grobgeschätzt 80% aller Witze in dem Film. Das wäre dann auch schon Kernproblem Zwei. Der Film will lustig sein, lässt man sich aber auf den eher kindlichen
Humor a la "Hihi, der hat Vagina gesagt." nicht ein, wirkt es halt unlustig oder peinlich. Beispiel: Ken Marino ist in der Episode zum Gebot "Du sollst nicht des anderen Weib begehren" im Männerknast und fragt sich, von wem er sich in Zukunft "assrapen" lassen will. BigBuster, sein "Mann" oder die neuentdeckte Hofliebe. Ein dazugehöriger Quote:

Spoiler:

Duane Rosenblum: Sometimes I wonder what it would be like if I were the one who were ass-raping you every night.
Dr. Glenn Richie: You know, I think you're felling the energy of our friendship and projecting it into something else that isn't there. Duane Rosenblum: No Glenn, I'm not... I'm not projecting. I can't look at you without fantasizing about shoving you up against a wall in the laundry room, and punching you in the mouth... And then raping you. Without your consent, of course.
Dr. Glenn Richie: Hey, that's what makes it rape right?
Duane Rosenblum: That's what makes it rape.


Natürlich gibt es auch witzige Episoden: Liev Schreiber und sein Nachbar, die sich alles neidig sind, kaufen einen Kernspindthomografen nach dem Anderen (bis die ganze Bude voll damit ist), um dem Gegenüber zu zeigen, wie dick man es nicht hat. Ken Marino lässt bei ner Patienten nach der OP absichtlich eine Schere drin.
Die Frau stirbt, der erboste Mann: You murdered my wife!. Dr. Richie: Hey, guy! As a goof, guy! As a goof!
Kleine Schmunzler sind hie und da zu finden, keine Frage, aber in der klaren Unterzahl im Vergleich zu den meist primitiven Sex-Witzchen. Der Cast ist auch eher ein Plus: Justin Theroux als Jesus Christus, Gretchen Mol als sein Gspusi, Oliver Platt als Arnold Schwarzenegger Look Alike oder zum Beispiel Winona Ryder als Kelly La Fonda, die sich in eine Holzpuppe verliebt.

In Summe ist The Ten kurzweilig, gut besetzt aber fürchterlich unlustig. Teilt man nicht David Wains Humor, findet man den Film einfach aufgrund des Fokus auf den Schmäh nicht nur unlustig sondern gar peinlich. Der Zusammenhang zu den Geboten erscheint oft willkürlich, der halbwegs rote Faden zwischen den Episoden ist viel zu dünn. Leute, die bei Worten wie "Assrape" schon zu schmunzeln beginnen, dürfen sich den Film gern ansehen. Alle Anderen machen einen Bogen drum. Für die wenigen wirklich witzigen Momente und dem netten Cast gibts

2,5 / 5
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Tu niemals n Schweden verlegen

Den Osynlige (Schweden 2002)
Regie: Joel Bergvall, Simon Sandquist
Cast: Gustaf Skarsgard, Tuva Novotny, David Hagman, Thomas Hedengran,...
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Wär mir doch fast dieses kleine, aber feine skandinavische Filmchen durch die Lappen gegangen. Den Osynlige - internationaler Titel: The Invisible; grauenhaft deutscher Zusatz: Gefangen im Jenseits ist ein schwedischer/s Mystery-Thriller/Drama aus dem Jahr 2002, Basierend auf den gleichnamigen Roman von Mats Wahl, der im Jahr 200 erschienen ist. Der intelligente Einzelgänger Niklas (Gustaf Skarsgard; gar wohl: der Sohn von Stellan Skarsgard) wird durch komplizierte Umstände von der hübschen, aber brutalen Annelie (Tuva Novotny übel zusammengekloppt und liegt nun quasi semi-tot im dunklen Wald. Der Körper noch in der Agonie, kehrt er als Geist zurück und will die Dinge regeln.

Das Regie-Duo Bergvall / Sandquist kann zwar noch nicht viele Spielfilme vorweisen, zusammen waren sie aber bereits 1998 mit Viktor für einen Oscar in der Kategorie "Best short film" nominiert. Das Drehbuch verfasste der Schotte Mike Davis ( Modigliani ). Auch der Cast ist bei uns eher unbekannt. Lediglich Skarsgard (aus Hafströms Ondskan / Evil und Novotny ( Jalla, Jalla) dürften manche schon einmal gesehen haben. Sie liefern allesamt gute Arbeit ab, wohlgleich man aber auch anfügen sollte, dass die Charaktere relativ linear sind und keine gröberen Kurswechsel durchlaufen. Die Erzählweise ist klassisch ruhig, ohne je träge zu wirken. Die Bilder oft düster und stets atmosphärisch. Auch über den Score gibts wenig zu meckern. Zwar nix Außergewöhnliches, jedoch meist stimmig zur richtigen Zeit eingesetzt.

In Summe bringt der Film - mir - viele neue Ideen und zieht den Zuschauer schon sehr früh in seinen Bann. Mit etwas über 90 Minuten Laufzeit sind auch Längen rar gesäht bis nicht vorhanden. Einzige Kritkpunkte sind vielleicht das etwas "schwache" Ende und etwas zu glatte Charaktere. Das ist aber Jammern auf hohem Niveau. Den Osynlige kann ich guten Gewissens weiterempfehlen und bewerte ihn mit

4 / 5
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Auf welche Art wollen Sie es zubereiten?

Gaau ji ( Dumplings / Hongkong 2004)
Regie: Fruit Chan
Cast: Bai Ling, Miriam Yeung, Tony Leung Ka Fai, Pauline Lau
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Zur Abwechslung durfte es mal wieder Kost aus Fernost sein. Relativ unbedarft ging ich in Gaau ji, wusste weder über Handlung oder Cast Bescheid. Genauso wenig kenne ich Three Extremes..., von dem ein Drittel
ja Dumplings ausmachen dürfte. Bai Ling spielt den Charakter Mei (bedeutet auf Deutsch auch nicht zufällig unter anderem "alt"), eine ehemalige Gynäkologin, die in Form von Teigtaschen Jugend verkauft. Das Problem: Die Fülle.

Nicht jeder mag Teigtaschen, nicht jeder mag Dumplings, was ausschließlich an der Thematik liegt. Lässt man sich aber trotz des verstörenden Themas auf den Film ein bekommt man eine leichtfüßig-unbekümmerte gut aufspielende Bai Ling zu sehen. Miriam Yeung's Charakter startet recht zurückhaltend und vornehm in die 90 Minuten Film, entwickelt sich aber innerhalb dieser Zeitspanne enorm weiter und weiß zu überraschen. Ihre Leistung ist der von Ling ebenbürtig. Dumplings ist halb Drama halb Horror und schafft es, diese beiden Genres ohne wirkliche Brüche miteinander zu verbinden. Aus vermeintlich 08/15 Aktionen, wie zum Beispiel Essen, entwickeln sich Horror-Momente. Das Mittel dazu sind eingespielte Geräusche, zum Beispiel Schmatzen, das grauslig rüberkommt und ein bisschen Ekel hervorruft. Natürlich darf man aber auch die meist schlichte Kamera nicht vergessen. Ein Fötus schaut halt nicht gerade appetitlich aus, das Wissen, wie es mit dem Ding weitergeht zusammen mit den trockenen Bildern erzeugen Unbehagen. Dumplings lässt sich aber auch gut als Drama bezeichnen, der scheinbar kulturell übergreifende Wunsch nach ewiger Jugend und Schönheit spielt hier das zentrale Thema, auch wenn die in China vielleicht ein wenig anders aussieht wie in der westlichen Hemisphäre. Diese Momente, zB die Szene, in der die beiden Damen an einem schönen Tag mit schirm (um ja nicht braun zu werden) Treppen raufgehen und sich Frau Li einbildet, eben das Gspusi von ihrem Mann erblickt zu haben, tragen zur Stimmung und Atmosphäre bei und zeigen, dass es Chan um vielmehr geht, als "bloß" zu schocken / verstören oder den Zuschauer 90 Minuten mit spannung zu versorgen.

Alles gut? Nein, der Film weist im Mittelteil erhebliche Längen auf, die sich im Nachhinein auch erklären lassen (sofern man vom Dasein des Films als Episode weiß). So wirkte auch das Aufeinandertreffen von Mei und Herrn Li eher etwas gekünstelt und über weite Strecken uninteressant. Vielleicht ging es Chan aber in diesen Sequenzen auch nur darum, aufzuzeigen, dass der Jugendwahn kein ausschließlich weibliches Phänomen ist. Fazit: Dumplings ist ein schwerer Film mit gutem Acting, schlichten, aber wirkungsvollen Bildern und einer aktuellen obwohl bizarr aufbereiteten Thematik.

3,5 / 5
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Alt 07.01.2009, 12:21   #10 (permalink)
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Vicky Cristina Barcelona (Spanien/USA 2008)
Regie: Woody Allen
Cast: Javier Bardem, Penelope Cruz, Scarlett Johansson, Rebecca Hall, Patricia Clarkson,...
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Erster Kinobesuch 2009 und der neue Allen stand auf dem Programm. Noch zwei Wochen davor an der Kinokasse, als ich ihn schon ansehen wollte, entschied ich mich spontan für In 3 Tagen bist du tot 2. Jetzt war er aber fällig.
Ich wusste, dass er mir einfach gefallen wird, da ich ja Cassandra's Traum eher mau fand und mir nicht vorstellen konnte, dass Vicky Cristina Barcelona da noch einen drauf oder in dem Fall drunter setzt. Mit Barcelona hat man natürlich einen super Drehort gewählt und Allen zeigt zu Beginn des Films einige Stimmungsbilder und Sehenswürdigkeiten, die die katalanische Metropole von ihrer besten Seite zeigen. Toll auch der Score. Die temperamentvolle Gitarrenmusik wird gezielt und richtig eingesetzt und trägt ungemein zur leidenschaftlichen Atmosphäre und klassischem Sommer-feeling bei.

Leichtfüßig, wenn auch nicht substanzlos nimmt der Film seinen Lauf, die Charaktere werden von einem Erzähler vorgestellt, den ich jetzt im Gegensatz zu manchen Rezensenten nicht wirklich fehl am Platze fand. Die Stimme war zwar unpassend (OV), aber das Mittel sich eines Erzählers zu bedienen fand ich schon ganz gut; trägt es doch nicht unerheblich zur Leichtigkeit des Streifens bei.

Was zu Beginn nach zwei grundunterschiedlichen Freundinnen mit grundunterschiedlichen Vorstellungen von Liebe aussieht wird mit Fortdauer des Films und unter Zunahme der Hauptdarsteller (Bardem, Cruz) deutlich komplexer, wenn auch nicht schwerer. Bardem und Cruz spielen ihre Rollen großartig und sorgen für das nötige Temperament. Vor allem Cruz ist hier ideal besetzt. Glaubwürdig verkörpert sie die leidenschaftliche wenn auch schwierige Künstlerin: Ganz großes Tennis, aber Moment, das hier ist kein Match Point.

Mit Fortdauer der Handlung inklusive aller Verflechtungen fehlt ein bisschen der rote Faden. Teils strukturlos werden Dialoge und Bilder aneinander gereiht. Der "arme" Erzähler versucht sein bestes, scheitert aber Licht ins Dunkel zu bringen. Am Ende ein heilloses Durcheinander: Der Erzähler spricht für die Charaktere, klärt auf auf, schildert Reaktionen. Freilich geht das nicht auf Kosten der Unbeschwertheit, aber es wirkt in Summe halt auch ein wenig unausgegoren.

Vicky Cristina Barcelona ist ein guter Film, von den neueren Allens sogar eher zu den Besseren zu zählen. Aber an seinen Erstling diesseits des großen Teiches kommt er nicht heran. Muss er auch nicht. Denn zurück bleibt ein netter Film zum Abschalten, der dennoch nicht seicht ist und zudem mit großartigen Schauspielern aufwarten kann.

Noch 4 / 5
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Alt 08.01.2009, 13:07   #11 (permalink)
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Call it!

No Country For Old Men ( USA 2007)
Regie: Ethan Coen, Joel Coen
Cast: Javier Bardem, Josh Brolin, Tommy Lee Jones, Kelly MacDonald, Woody Harrelson, Tess Harper
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Da mir der Bardem gestern so gut gefallen hat, musst ich mir fast No Country for old men ansehen. Erwartung: Hoch, Enttäuschung: ein kleinwenig. Zugegeben, als OV-Fan hat ich durchaus so meine Problemchen mit dem Film. Mein passives Englisch ist zwar nicht übel, aber irgendwie hat ich schon kleinere Verständnisprobleme und ich hab auch sicher nicht jeden Dialog verstanden. Wie dem auch sei: NCFOM ist ein spannender, wenn auch brutaler Thriller, eingebettet in ein modernes Western-Szenario. Die Charakter sind allesamt beeindruckend, interessant oder erschreckend und das Casting ist ohnehin eine Klasse für sich.

Javier Bardem als emotionsloser, rationaler Killer spielt hier einfach nur grandios. Die Trockenheit in seinen Worten, die stoische Mimik: nahezu perfekt. Auch Josh Brolin braucht sich nicht zu verstecken. Auch er mimt seinen zielstrebigen, furchtlosen Charakter tadellos und wirkt trotz seiner Paranoia und seiner wenigen Worte stets natürlich. Kelly MacDonald spielt das naive Südstaatenmädchen, ängstlich und gutgläubig und dann wär noch Tommy Lee Jones als abgebrühter Cop, der schon so vieles erlebt hat und dennoch in diesem Land alt geworden ist. Ein großartiges Charakterrepertoire, dass sich die Coens hier gezeichnet haben.

NCFOM dauert etwa zwei Stunden, wobei man hier schon den Film in zwei Teile splitten sollte. Der erste ist ganz großes Kino, dichte Atmosphäre, großartige Bilder unterstützt von Spannung und einer großen Portion Brutalität. Man meint man sieht hier ein neues Meisterwerk, doch leider kann das Niveau nicht über die gesamte Laufzeit gehalten werden. Die Geschichte wirkt mit zunehmender Fortdauer aufgrund der Abwechslungsarmut ein wenig ermüdend.
Der wohl "aufpeppend" gedachte Harrelson sollte da wieder etwas schwung reinbringen. Das Drehbuch lässt es aber nicht zu. Er selbst spielt einwandfrei. Zeigt man sich zu Beginn beeindruckt mit wie wenig Score die Coens auskommen, wäre etwas mehr Musik im zweiten Teil des Filmes sicher nicht von Nachteil gewesen. Auch das Ende wirkt etwas deplaziert, das eigentliche Finale spielte sich schon einige Minuten zuvor ab (oder ich habs einfach nicht kapiert...). Da haben die Coens einiges liegen gelassen.

No Country For Old Men ist ein sehenswerter, spannender Film mit herausragenden Schauspielleistungen, einem zu Beginn tollen und in Summe gutem Drehbuch, der aber wohl nicht zu den besten Coen Filmen gehören wird.

solide 3,5 / 5
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Alt 08.01.2009, 13:36   #12 (permalink)
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Elephants

How to Lose Friends and Alienate People (GB 2008)
Regie: Robert Weide
Cast: Simon Pegg, Kirsten Dunst, Megan Fox, Gillian Anderson, Jeff Bridges, Danny Huston
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Und noch was Leichtes vorm Schlafen gehen. How to lose friends and alienate people ist wieder mal ein klassisches Beispiel für deutsche Verschandelung von Original-Titeln. So heißt Weide's Machwerk bei uns: New York für Anfänger. Während der englische Titel weitaus weniger seicht klingt als sein deutsches Pendant offenbart sich spätestens nach 20 Minuten, dass es sich hier um leichte und wenig innovative Filmkost handelt. Schnell wird klar, dass man hier wieder ein paar Seitenhiebe auf die Macken von Hollywood los werden will und auch beim ersten Aufeinandertreffen von Simon Pegg mit Kirsten Dunst steht fest, dass die ein paar Sekunden vorm Abspann ein Paar sein werden. Warum also kann man sich den Film trotzdem anschauen?

Die Antwort ist denkbar einfach: Simon Pegg. Sein loser-hafter, tollpatschiger und unfreiwillig komischer Charakter macht den Film im Endeffekt aus, auch wenn der restliche Cast sich nicht schämen braucht, ihrer Charaktere sind einfach zu banal um glänzen zu können.

Pegg hat sein komödiantisches Talent schon mehrfach zeigen dürfen und auch die Rolle des Sidney Young ist ihm wie auf den Leib geschneidert. Alle anderen Charaktere sind ohne Ausnahmen austauschbar. Pegg ist witzig und sympathisch, trotz und nicht wegen seiner Erfolglosigkeit. Er verfolgt seine idealistischen Werte und rückt keinen Millimeter davon ab. Wohl das ernsteste, was Weide in diesem Film zusammengebracht hat. Tiefgang Fehlanzeige, die zur Hollywood-Kritik für mich notwendige Ernsthaftigkeit ist zu keinem Moment gegeben. Die Humor besteht aus "nerdigen" Sprüchen und 08/15 Tollpatschigkeit, die dank Pegg dennoch oft zum Schmunzeln anregen. Megan Fox mag zwar hübsch sein, doch Schauspielern kann sie nicht. Selbst das naiv-dumme Hollywoodstarlet mag ihr nicht so recht gelingen, obwohl man geneigt ist, sie als solches einzuschätzen.

Simon Pegg ist lustig, manche Szenen sind amüsant, das "Hinpecken" auf Hollywood hatten wir in zigfachen Ausführungen in vielen anderen Filmen bereits, ein ernster Hintergrund ist zu keiner Zeit des Films gegeben.
Kurz: seicht, kurzweilig und (teils) lustig. Noch kürzer:

2,5 / 5
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Alt 10.01.2009, 12:27   #13 (permalink)
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This is horrible. - Not for Channel 9.

Gone Baby Gone (USA 2004)
Regie: Ben Affleck
Cast: Casey Affleck, Michelle Monaghan, Morgan Freeman, Amy Ryan, Titus Welliver
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Was muss ein Film haben, damit er über die 4 Punkte Grenze hinauskommt? Er muss die Birne beschäftigen, obwohl das Auge bereits den Abspann sieht. Nicht weil das Drehbuch Fragen offen lässt, sondern welche aufwirft. Gone Baby Gone ist so ein Film. Dennis Lehane's (Mystic River) gleichnamiger Roman bildet die Vorlage für den ersten Film mit Ben Affleck als Regisseur nach I killed my Lesbian wife, hung her on a meat hook and now I have a three-picture deal at Disney. Die Romanvorlage ist mir aber unbekannt, Affleck erklärte aber in einem Interview, dass er die Massenmedienkritik in Lehanes Buch im Film eher dezent hielt, um Kritikern das Urteil: "Afflecks Abrechnung mit den Medien" zu verbauen. Im Nachhinein gesehen wohl keine schlechte Wahl.

Für die Rolle des Patrick McKenzie wählte Affleck seinen Bruder Casey Affleck (The Assassination auf Jesse James by the Coward Robert Ford), der eine großartige Leistung ablieferte, auch wenn er manchmal etwas unverständlich spricht, dennoch hoffentlich öfter zu sehen sein wird. Der restliche Cast - allen voran noch Amy Ryan - ist wohl gewählt und spielt großartig. Affleck inszeniert Gone Baby Gone als spannenden Thriller, dessen Spannungshöhepunkt letztendlich nix mit der eigentliche Geschichte am Hut hat. Ob Entscheidungen richtig oder falsch sind kann das Gesetz nicht immer beantworten. Affleck setzt im großen Finale seinen Bruder und die Zuschauer einer Situation aus, die einerseits im Verlauf des Films nicht so zu erwarten war und andererseits diese Richtig-Falsch-Problematik zugespitzt thematisiert, so dass sie pauschal nicht zu lösen ist. Darüber hat sich dann der Zuschauer sein Urteil zu bilden. Dieses Element hebt Gone Baby Gone von anderen guten Thrillern ab und macht ihn zu einem sehr guten Film.

Da der Mittelteil teils etwas langatmig ist reicht es nicht zur Höchstnote. Dennoch unbedingt ansehen, sofern noch nicht getan

4,5 / 5
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Alt 10.01.2009, 13:03   #14 (permalink)
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Varg Veum - Tornerose (Der Wolf - Dunkle Geschäfte / Norwegen, Dänemark 2008)
Regie: Erik Richter Strand
Cast: Trond Espen Selm, Bjorn Floberg, Julie Rusti, Marianne Nielsen

Gestern am MDR gesehen und hängen geblieben. Klar, skandinavische Krimis gibts mittlerweile wie Sand am Meer, aber der Film hatte was. Ich möchte es als leichtere skandinavische Version von Gone Baby Gone bezeichnen, in bekömmlichen 90 Minuten serviert. Die Figur Varg Veum basiert auf den Romanen von Gunnar Staalesen. Tornerose im Speziellen auf Dornröschen schlief wohl hundert Jahr und stellt im Rahmen dieser Roman Verfilmungen den letzten Teil dar, der noch einen Kinorelease spendiert bekommen hat. Alle anderen/folgenden sind Direct2DVD.

Varg Veum ist ein Privatdetektiv aus Bergen, der vom Ehepaar Halle beauftragt wird, die drogenabhängige und abgängige 16-jährige Tochter Lisa aufzuspüren und nach Hause zu bringen. Gesagt getan. Auf dem Weg zurück zu seinem Auto wird er vom Nachbarsehepaar Werner angesprochen. Deren Sohn Peter, u.a. auch Sandkastenliebe von Lisa Halle, zwar schon 21, ist auch vermisst und nun möchten sie Varg mit der Suche beauftragen. Der meint aber, dass er bei seiner Arbeit meist Geheimnisse aufspürt, die keiner erfahren will. "Es gibt keine Geheimnisse" meinen die Werners und engagieren den Wolf.

70 Minuten später sind beide Familien komplett zerstört. Der Cast ist hierzulande komplett unbekannt, die Erzählweise trocken, die "Broken Homes" sind schon als solche auszuweisen, bevor die Charaktere es sich überhaupt eingestehen. Dass hinter dem Mord
Spoiler:
an Peter
mehr als nur ein Drogengeschäft steckt ist auch klar, doch das Drehbuch ist gut und kann noch ein - zwei Twists aufweisen. Am Ende wirds grauslig, der Großteil der Charatere ist nur mehr auf Destruktion ausgerichtet. Von der reichen Vorstadtfamilie zur Adams-Family in gut 90 Minuten. Ein gelungener Krimi/Thriller mit bekannter Thematik und gutem Acting, teilweise jedoch etwas substanzlos.

3,5 / 5



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Alt 11.01.2009, 16:49   #15 (permalink)
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If you understand me, just grunt.

Hard Target ( Harte Ziele / USA 1993)
Regie: John Woo
Cast: Jean-Claude Van Damme, Yancy Butler, Lance Henriksen, Arnold Vosloo
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Ich weiß nicht. Ich geb diesen Filmen ja immer wieder eine Chance, aber ich finde bei allem Respekt für John Woo's hohe Regiekünste keinen wirklichen Zugang. So auch bei Hard Target, Woo's erstem Hollywood-Streifen. JCVD samt "Vokuhila" haut die Menschenjagd-Bande rund um Lance Henriksen und Arnold Vosloo kaputt. Dazwischen ein paar Dialoge, brutale Sequenzen der Villains,die sie richtig böse aussehen lassen. Nach 90 Minuten ist die "Gaudi" aber auch schon wieder vorbei.

Beginnen wir auf der Haben-seite: John Woo. Der Film trägt ganz klar seine Handschrift und ist so ziemlich der einzig große Pluspunkt dieses frühneunziger Action-Krachers. Zudem gefallen hat mir der Score. Ich meine Hallo? Frühneunziger? Keyboards paaren sich mit Saxophon Soli und verzerrten E-Gitarren. Dann noch das himmelblaue Jeanshemd angezogen und das Bild ist perfekt. Ist aber auch ein überaus subjektiver Pluspunkt. JCVD (der eigentliche Grund warum ich den Film angesehen habe; ich plane wegen der Unkenntnis vieler seiner Werke und der Vorfreude auf JCVD seine Filmographie häppchenweise abzuklappern.) blamiert sich mit seinem Acting nicht (ganz klar als "+" zu werten), der restliche Cast mit Ausnahme des großartigen Lance Henriksen dümpelt auch in der Mittelprächtigkeit dahin.

Auch die Action ist - Woo sei's gedankt - abwechslungsreich, so dass neben gewöhnlichen Krach-Bumm-Sequenzen und viel "Pyro-Pyro" auch Van-Damme seine Abs samt Roundkicks zur Schau stellen darf. Lobend erwähnen möchte ich aber auch noch Arnold Vosloo als grundböser Mob mit komisch-sensibler Seite (you didn't want to hurt my feelings). Das wars auch mit den Pluspunkten. Hört sich nach viel an, im Endeffekt musst ich sie aber
auch genau suchen.

Hard Target's Drehbuch ist Durchschnitt (für dieses Genre). Grundsätzlich und aus dieser Perspektive betrachte ich den Film ja auch ist es halt fürchterlicher Müll. Man muss sich halt zwingen, die Story außer Acht zu lassen um sich rein an den Action-Parts zu erfreuen. Ich kann das aber leider nicht. Ein Drehbuch muss zumindest ein bisschen was hergeben, damit ich mich auch auf den Film einlassen kann, auch wenn ich beim Anschauen eines solchen Streifens weiß, dass es hier eher um leichte Action Kost spät Abends geht. In den action-freien Teilen des Films (vor allem in der Mitte) ging die Aufmerksamkeit flöten, da kann Van Damme ein paar Minuten später noch so homoerotisch durchs Unterholz reiten, der "Fluss" kommt nicht so schnell wieder. Hard Target ist aber kein schlechter Film, auch wenn die Wertung was anderes vermuten lässt. Gemessen an den Filmen, an denen er sich als Action-Film zu messen hat, oder auch gemessen an vielen anderen Van-Damme Filmen ist er ganz ordentlich geworden. Hard Target hake ich in meiner Checkliste ab. Ich bereue nicht, 90 Minuten damit verbracht zu haben, auf ein zweites Mal Ansehen wird die DVD aber vergeblich warten.

2,5 / 5
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If war produces one thing, it's many cemeteries. And in cemeteries, there are no enemies.

Heaven & Earth ( Zwischen Himmel und Hölle / USA 1993)
Regie: Oliver Stone
Cast: Hiep Thi Le, Tommy Lee Jones, Joan Chen, Haing Ngor,...

Stone's Vietnam Trilogie beginnt ja bekanntlich mit Platoon, der den Krieg aus der Sicht eines Soldaten schildert. 3 Jahre später mimt Tom Cruise in Geboren am 4. Juli den Veteran, der sauer auf sein Land ist und 1993 beschließt Heaven & Earth den Dreierpack mit den Erlebnissen einer jungen Vietnamesin. Heaven & Earth erzählt die Geschichte der jungen Le Ly, die den Krieg überlebt und einen GI geheiratet hat und in die Staaten emigriert ist. Doch selbst im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und des für natürlich gesehenen Wohlstandes findet sie nicht zu ihrem Glück.

Le Ly Hayslip gibt es wirklich (darf auch kurz als Statistin mitwirken). Zwei ihrer Bücher hat Oliver Stone als Vorlage für diesen teils biographischen Film benutzt. Hiep Thi Le verkörpert die Vietnamesin in ihrer ersten Filmrolle. Le ist selbst halb Vietnamesin, halb Amerikanerin und betrat mit diesem Film erstmals die Hollywood Bühne. Aber auch für Oliver Stone war der Film Neuland, versuchte er sich doch die Geschichte erstmals aus der Sicht einer Frau zu erzählen. Doch das fällt nicht weiter auf denn Hiep Thi Le spielt herausragend. Schade, dass ihr der große Durchbruch verwehrt blieb.

Ebenso großartig spielt Tommy Lee Jones den GI Steve Butler, aus finanziellen Gründen in Vietnam, innerlich aber komplett gebrochen weil für die Zivilgesellschaft untauglich. Wohl einer seiner besten Rollen auch wenn ihm Le die Show stiehlt. In 140 Minuten erzählt Stone die Geschichte von der jungen Le Ly, die von allmöglichen politischen Partizipenten im Vietnam Krieg verschleppt und misshandelt wurde, dennoch nicht aufgibt und versucht sich als ledige Mutter durchzuschlagen. Sie hält viel auf ihre Werte, doch als die Lage noch schlimmer wird prostutiert sie sich auch um ihre Familie durchzubringen. Das Themenspektrum reicht von Krieg über Familie auch hin zu Feminismus und Buddhismus, wenn gleich auch selten unter der Oberfläche gewühlt wird. Da haben wir auch schon das einzige Kernproblem des Films: Man will zuviel erzählen, verliert sich dadurch in der Oberflächlichkeit. 140 Minuten sind ohnehin lang genug und selbst dann merkt man im letzten Drittel des Films (der in Kaliforniern spielt), dass Stone vieles in der amerikanischen Biographie seiner Hauptdarstellerin überspringt. Hie und da wird ihr wirtschaftliches Geschick erwähnt, kurz mit 2-3 Bildern erklärt wie sie zu einem eigenen kleinen Laden kommt etc. Aber man hat zuwenig Zeit, um all jene Ebenen gebührend abzuarbeiten, um ein wirkliches Gefühl von Tiefe zu erzeugen.

Le Ly kehrt als Frau mit 5 Söhnen nach Vietnam zurück. Auch in den USA blieb ihr das Glück verwehrt und selbst in ihrer Heimat fühlt sie sich nicht mehr wirklich zuhause. Sie steht wie überall im Leben dazwischen. Heaven & Earth erzählt eine berührende Geschichte einer Frau, die sich nicht aufgibt und für ihr Glück (meist erfolglos) kämpft. Großartige Darsteller vermitteln das auch sehr glaubwürdig. Die Bilder sind eindringlich, oft auch malerisch, und wenn auch der Film mit Kampf- und Kriegsszenen eher sparsam umgeht sind die Bilder teils sehr brutal. Stone wollte seine Trilogie mit einem Epos abschließen. Leider hat er sich beim Stoff etwas übernommen. Er wollte zuviel auf einmal erzählen und muss sich so den Vorwurf der Oberflächlichkeit gefallen lassen. Dem großartigen Cast und dem über weite Strecken auch großartigen Drehbuch sei Dank bleibt aber ein bewegendes Drama mit beeindruckenden Bildern zurück.

Noch 4 / 5
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Das schlimmste des Tages

Kika (Spanien 1993)
Regie: Pedro Almodóvar
Cast: Veronica Forqué, Àlex Casanovas, Veronica Abril, Peter Coyote, Rossy de Palma, ...


Almodóvar mag man oder man mag ihn nicht und selbst für Fans des spanischen Regisseurs gilt: Kika mag man oder auch nicht. In der IMDB belegt der Film aus dem Jahre 1993 mit einer Durchschnittsbewertung von 6,19 den vorletzten Platz in der Filmographie des Oscar-Preisträgers (2003 für Hable con ella; meine Wertung 5 / 5; am 22.1. um 21:00 auf arte), der sich zudem auch für das Drehbuch verantwortlich zeigt. Auch wenn man den spanischen Cast mit Ausnahme von Peter Coyote kaum kennt, können die Credits mit zwei überaus bekannten Namen aufwarten: Gianni Versace und für Veronica Abril: Jean-Paul Gaultier die die Kostüme designten.

Kika (Veronica Forqué), der Name der Hauptdarstellerin ist eine lebensfrohe Maskenbildnerin, die sich in den Photographen Ramón (Àlex Casanovas) verliebt. Der leidet immer noch unter dem Suizid der Mutter. Sein Verhältnis zu Stiefvater Nicholas (Peter Coyote) ist gestört, nicht zuletzt weil der amerikanische Schriftsteller mit Kika ein Verhältnis hat(te). Deren lesbische und überaus maskuline Haushälterin Juanita (Rossy de Palma) hat einen psychisch kranken Bruder (Santiago Lajusticia), der ein Ex-Pornodarsteller ist und zudem aus der Gefängnis ausgebuchst ist. Ihm auf den Fersen ist die bizarr aussehende Moderatorin Andrea (Victoria Abril), die stets mit Kamera bewaffnet für ihre TV-show Stoff wie Sex und Gewalt sucht. Soweit zum Plot

Kika ist ein bisschen Kammerspiel und ein bisschen Collage (die Hauptdarsteller wohnen nahezu allesamt im gleichen Haus auf 2 Stockwerke aufgeteilt) aber auch eine Groteske mit einer komödiantischen ersten Hälfte und einer dramatischen Zweiten. Wie so oft bei Almodóvar spielen in diesem Film Homo- und Transsexualität eine wenn auch unaufdringliche Rolle. Der Spanier nutzt die dazugehörigen Klischees beinhart aus. Die Haushälterin wird überaus maskulin dargestellt, eine hübsche, blonde Freundin von Nicholas, die zudem explizit weibliche sekundäre Geschlechtmerkmale aufweist spricht mit einer Männerstimme. Der Film versucht die Liebe zwischen den Darstellerin zu schildern: Die die mal war und die die gerade ist. Dabei narrt der Regisseur den Zuschauer förmlich, denn wie zum Schluß eher banal klar gestellt wird, hat niemand in diesem Film je irgendjemand anderen geliebt. Weil Sie es auch nicht können. Dabei zeigt sich Kika mit bunten Bühnenbildern und extravaganten Kostümen, die ein bisschen Surrealität vermitteln. Die Maskenbilderin, der Photograph, beide verzerren mit ihrer Arbeit, lassen die Wirklichkeit und Natürlichkeit durch Make-Up und Foto verschwinden. Merkwürdig und doch nicht befremdend möchte man meinen, kommt doch der Film in der ersten Hälfte wie eine charmante Erotikkomödie daher.

Dann die Vergewaltigung und der Bruch: Kika wird zum Drama, die Charaktere geben immer mehr von ihrem wahren Wesen preis und werden spürbar unsympathischer. Lediglich die optisch ohnehin schon als Ungestalt abgestempelte Haushälterin bleibt als einzig ehrliche Person zurück. Sie hat aber in Almodovars Film keinen Platz und packt bildlich zur Mitte des Films, an der Kippe von der Komö- zur Tragödie ihre Koffer. So leichtfüßig Kika beginnt, desto schwerer endet er. Das Finale, zwar klar als solches aufzuweisen gibt keine zufriedenstellenden Antworten. Etwaige Sympathien zu Almodóvars Charakteren sind längst Vergangenheit. Lieben können sie allesamt nicht. Was bleibt ist der Drang zur Freiheit. Am Ende überlegt man, wie man den Film nun einordnen sollte. Es findet sich jedoch keine Schublade. Groteske weil vorwiegend grotesk? Dafür sind die Charaktere am Schluss zu offen dargelegt. Komödie? Nein, nur die erste Hälfte ist witzig. Drama? Ebenso nein, dafür ist Hälfte Eins zu kurzweilig. Kika tanzt auf mehreren Hochzeiten und wohl auf einer zuviel. Für ein wirklich gutes Gefühl ist das Gesamtbild zu konträr und dann doch so durchstrukturiert, dass die unantastbare Charakteristik einer Groteske nicht mehr gilt. "Beeindruckt, aber nicht überzeugt" so fällt mein Fazit aus. In Punkten:

3 / 5
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Alt 21.01.2009, 13:24   #18 (permalink)
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I will not forget your voice

Blindness ( Die Stadt der Blinden / Kanada, Brasilien, Japan 2008)
Regie: Fernando Meirelles
Cast: Julianne Moore, Mark Ruffalo, Gael Garcia Bernal, Danny Glover, Alice Braga, ...
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Getrost darf ich mich als Fernando Meirelles Fan bezeichnen. Klar, bis auf sein Durchbruchswerk Cidade de Deus und seine Literaturverfilmung The Constant Gardener kenn ich keinen seiner Filme, aber diese beiden habens wirklich in sich. Deshalb war ich ja auf seine nächste Romanverfilmung Die Stadt der Blinden sehr gespannt, die der Feder von Nobelpreisträger José Saramago entstammt. Gelesen hab ich den 1995 erschienenen Ensaio sobre a cegueira allerdings nicht. Um noch ein kurzes, letztes Mal auf die beiden oben erwähnten Filme einzugehen bzw. einen Vergleich herzustellen fällt mir primär auf, dass Meirelles bei Blindness regie- und inszenierungstechnisch relativ viel experimentiert hat. Nach den ersten Minuten hat man fast den Eindruck als säße man in einem Kunstfilm.

Die Spielereien mit schwarz und weiß oder hell und dunkel machen Film schon interessant, bevor der Plot überhaupt so richtig in Fahrt kommt. Mir war, als ob das Bild entweder zu dunkel oder überbelichtet war. Da gibt es zum Beispiel die Wohnung des asiatischen Paares, mit überwiegend weißen und schwarzen Möbeln. Da war die Abendessen-Szene im Hause der beiden Hauptdarsteller wo Mark Ruffalo am eher dunklen Esszimmertisch sitzt, während Julianne Moore in der weiß-grellen Küche den Abwasch macht. Zwischendurch immer wieder Spiegelungen: Aufnahmen der Charaktere durch Fenster- oder Windschutzscheiben. Kein leichter Beginn für die eigenen Augen. Natürlich ist die Geschichte hochinteressant und sehr innovativ. Zudem gesellen sich auch noch die - von MEMENTO im Review genauer beschriebenen - Übergänge mit der sekundenlangen weißen Leinwand. Insgesamt sehr stimmig und von Einsatz und Frequenz so bemessen, dass man sich als Zuschauer so richtig auf den Film einlassen kann, sofern man denn auch will.

Was den Plot betrifft so lässt sich Blindness in drei Teile gliedern: Zu Beginn der Ausbruch der Epidemie, der Hintergrund der Hauptdarsteller und das Umgehen mit der Erblindung. Im Mittelteil inszeniert Meirelles die Quarantäne als Mikrokosmos, in dem es soziale Standortbestimmung gibt.
Eingepfercht auf engstem Raum, ohne Wissen was rundherum passiert. Machtspielchen. Gewalt. Der Film ist zwar zu diesem Zeitpunkt relativ linear inszeniert und die Kamera wenig experimentierfreudig, weist aber ein paar horror-ähnliche Elemente auf. Julianne Moore mittendrin als die, die am meisten zu leiden hat, obwohl sie doch als einzige sehen kann. Der letzte Teil von Blindness beschäftigt sich mit dem "Ausbruch" aus der Quarantäne und der Rückkehr in die Stadt und erinnert ein bisschen an Zombiefilme, nur dass halt jetzt Blinde durch die leergefegte Stadt torkeln. Ich weiß ein blöder Vergleich aber das fiel mir sofort ein. Ein Endzeitszenario, in dem es eigentlich kaum wirkliche Hoffnung gibt und die Charaktere sind dennoch zufrieden und auch irgendwie glücklich. Sie haben sich selbst und die Freiheit (wieder-)gefunden , die ihnen aber auch nicht soviel bringt, wie man vielleicht meinen möchte. Für mich der schönste Moment im ganzen Film: Die Harmonie in der Kleinfamilie beim Abendbrot trotz der Ungewissheit rundum. Empfand ich dann irgendwie bewegend.

Der Cast spielt relativ gut, richtig hervorheben möchte ich aber - auch aufgrund der Eigenheit der Rolle - Julianne Moore. Blindness ist nicht immer logisch oder realistisch und auch im Mittelteil gibts ein paar kurze Längen und spannend ist es zum Schluß eigentlich gar nicht mehr. Hätten die Protagonisten ihr Elend in der Quarantäne mit eigenen Augen gesehen, würden sie gegen Ende auch nicht so gesellig beisammen sitzen. Beginnt Blindness noch als Thriller mit Katastrophenfilmelementen verwandelt er sich ohne Stilbruch mehr und mehr zum Drama mit hoffnungsvollem jedoch ungewissen Ausgang und büßt dabei keinesfalls an Atmosphäre ein. Recommended!

4 / 5
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Alt 22.01.2009, 18:00   #19 (permalink)
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Wir sind doch nur die Köche

I Kina Spiser de Hunde ( In China essen sie Hunde / Dänemark 1999)
Regie: Lasse Spang Olsen
Cast: Kim Bodnia, Dejan Cukic, Peter Gantzler, Trine Dyrholm, ...
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Einmal im Jahr muss er einfach sein, meine ganz klare Nummer 1 bei Action-Komödien: In China essen sie Hunde von Lasse Spang Olsen. schwarzer Humor, der sich von den Briten nicht zu verstecken braucht. CGI-arme, jedoch tolle Action und ein herausragender um nicht zu sagen genialer Kim Bodnia als der Harald, den man trotz seiner vielen Fehler (Stichwort: Rassismus) trotzdem sympathisch findet. Unverbrauchte Gesichter und komische Mimik lassen die Pointen immer wieder lustig wirken, egal ob in OV oder in der guten dt. Fassung. I Kina Spiser de Hunde wird auch gern als europäisches Pulp Fiction vermarktet, was (den Vergleich) ich zwar durchaus für angebracht halte, aber nicht weiter verfolge, da man vielleicht sonst einen falschen Eindruck vom Film kriegen könnte.

Der Film lebt von bizarren Handlungssträngen, trockenen aber saukomischen Dialogen, richtig portionierter Action und coolem Score. Nicht zu vergessen sind auch die Charaktere abseits von Harald: Ob Nikolaj Lie Kaas und Tomas Villum Jensen als die beiden jungen Köche, die für alles mögliche herhalten müssen oder der herzensgute und ebenso gut-gläubige Dejan Cukic als Arvid: Das Figurenrepertoire ist originell und ganz gleich, wem im Verlauf des kurzweiligen Filmes welches Schicksal blüht oder welchen Kurs er einschlägt: Allesamt sind stets lustig und sympathisch. George Keller's Score ist überaus gelungen - Harter, dunkler Electro (erinnert mich immer sehr stark an The Hole) mit Choral-Elementen (anm.: tja so wars halt kurz vorm Millenium) - und sorgt in Momenten wo die Bilder nicht ausreichen für die nötige Dramatik.

Ich weigere mich immer noch, die Fortsetzung dazu anzusehen (Old Men In New Cars), um mir da ja nix kaputt zu machen, denn I Kina Spiser de Hunde ist für sich einfach Spitzenklasse. Sollt es immer noch Leute auf dem Planeten geben, die den Film noch nicht gesehen haben. Anschauen

4,5 / 5
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Alt 25.01.2009, 10:55   #20 (permalink)
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Ende Jänner ist Prüfungszeit auf der Uni, weswegen ich mir für ne kl. Zeit Kompletteinträge verkneife und stattdessen kurz zusammenfasse und kommentiere was mir in den letzten Tagen so vor die Linse gekommen ist.


Nadine Labaki's Caramel ist ein schöner libanesischer Frauenfilm, der das Leben und die Lieben von vier Freundinnen rund um eines Frisierschuppens in Beirut zeigt. Der Alltag in einem friedlichen Mikrokosmos, wo sich Moslems neben Christen friedlich die Haare fönen lassen. Labaki inszeniert Caramel durchwegs unpolitisch, spielt nur ab und an überaus dezent auf die pol. Verhältnisse in der Hauptstadt an und ist primär sicherlich als Liebesgedicht an Beirut zu verstehen. Dafür, dass ich absolut nicht in die Zielgruppe dieses Films gehöre fällt mein Fazit für diese nette Erzählung rundum positiv aus und somit vergebe ich

3,5 / 5


WALL-E ist mir Pixar's Liebster. Die Gründe dafür sind schnell erklärt: Während vergleichbare Filme zwar mit tiefgreifender Handlung punkten und fein verwobene Geschichten erzählen kommt dieser hier nicht nur mit Wertvermittlung sondern auch sozialkritik daher. Freilich, den Kindern wirds wurscht bleiben aber für Erwachsene bietet Wall-E deutlich mehr. Die Bilder sind atemberaubend, über die Technik müssen wir ohnehin kein Wort verlieren. Stanton's Werk ist überaus innovativ und eigenwillig. Wo gabs in vergleichbaren Filmen in den rund ersten 30 Minuten keinen Dialog. Doch das Wichtigste ist: Das ansich sterile und emotionslose Wesen eines Roboters wird hier mit einer Sensibilität und Liebenswürdigkeit ausgestattet, wo sich so manche Real-Romanze Schrägstrich Liebesfilm ne Scheibe abschneiden kann.

Liebliche 4,5 / 5



Auf arte lief gestern noch die schweizer Dokumentation Shake the devil off. Hier gehts um eine kleine katholische Pfarr-Gemeinde (St. Augustine) in New Orleans, vorwiegend von armen Afroamerikanern bewohnt, die mit der reicheren Nachbarspfarre zusammengelegt werden soll. Dem geht ein Pater-Wechsel einher, doch Pater Jerome LeDoux ist das Herzstück der Gemeinde. Der 76-jährige Veganer führt seine Schäfchen mit Umsicht und Liebe. Gegen das Schließungsverfahren der Erzdiozöse wird Berufung eingelegt. Die Gemeinschaft rüstet sich zum Protest. Regisseur Peter Entell zeigt das einfache Leben von Pater LeDoux, die Bemühungen seiner Pfarre ihn zu halten und vermittelt ein unglaubliches Gefühl von Zusammenhalt. Zwischendurch gibts klassische Musik aus New Orleans, allesamt von den Protagonisten musiziert. Sofern sich die Möglichkeit ergibt: Anschauen

4 / 5
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Alt 18.11.2009, 01:25   #21 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Ld_jackpot Beitrag anzeigen
Hab nur "En la cama" gesehen und den fand ich überaus trocken, wohl aber ganz interessant im Ansatz. Hab ihm 2,5 / 5 gegeben
Du listest unter Position 19 En La Cama (Im Bett) auf. Hast du dazu auch ein Review verfasst?

Das aktuelle DVD Magazin 11/12 2009 bringt den Film als Heft DVD heraus. Weitere Einzelheiten dazu findest du hier im Post #153:
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Alt 18.11.2009, 07:49   #22 (permalink)
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Nein hab ich nicht. Kurzfazit aus der Erinnerung:

ziemlich dünnes und oberflächliches Kammerspiel, dem man das niedrige Budget ansieht. "Echten Sex" hab ich keinen in Erinnerung, liegt aber wohl auch daran, dass ich En la Cama auf arte gesehen hab und das da wohl sicher rausgeschnitten worden wäre
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Alt 19.11.2009, 00:37   #23 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Ld_jackpot Beitrag anzeigen
Nein hab ich nicht. Kurzfazit aus der Erinnerung:

ziemlich dünnes und oberflächliches Kammerspiel, dem man das niedrige Budget ansieht. "Echten Sex" hab ich keinen in Erinnerung, liegt aber wohl auch daran, dass ich En la Cama auf arte gesehen hab und das da wohl sicher rausgeschnitten worden wäre
Im Bett - En la cama - finde ich weder trocken, noch dünn, sondern interessant und reizvoll.
Was du als oberflächlich empfindest, ist die - vom Regisseur gewollte - Normalität und Alltäglichkeit, mit der der One Night Stand schonungslos in seiner Banalität dargestellt und in seiner ganzen Hilflosigkeit entzaubert wird. Die sexuellen, ekstatischen Höhepunkte bilden zusammen mit Gestik, Mimik, Körpersprache, Dialogen und Geplänkel ein Mosaik, dass den Lifestyle unserer Zeit authentisch porträtiert.

Die beiden Liebe-Suchenden erleben die größte intime Nähe und bleiben doch auf innerer Distanz. Trotz des leidenschaftlichen Eindringens in den Körper des anderen, gibt es im eigentlichen Sinn keine geistigen Tiefgang und erst recht keine seelische Berührung oder gar Einswerdung. Obwohl sie zeitweise der emotionalen, erotischen Anziehung nachgeben, werden aus den Fremden keine echten Freunde. Ihre Gespräche bleiben auf dem Niveau des Smalltalk, weil die Unverbindlichkeit das wichtigste Ziel ihrer Abenteuerlust ist. Mit dem Filmtitel IM BETT ist die von dir beklagte Oberflächlichkeit treffend als Thema formuliert. Freundschaft, Vertrauen und Liebe liegen auf einer anderen Ebene, jenseits des Bettes. Um diese Werte zu erreichen, ist ein langer Reifungs- und Lebensprozess notwendig.

Nacktheit und sexuelle Leidenschaft werden IM BETT sehr freizügig und locker dargestellt und in natürlicher Leichtigkeit praktiziert. Aber es gibt keinen expliziten Sex zu sehen. Da führt der Thread "Echter Sex" auf eine falsche Fährte. Denn dort werden nicht nur HC, sondern auch SC Filme und Szenen vorgestellt.
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Alt 19.11.2009, 00:49   #24 (permalink)
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Zitat von Imagination Beitrag anzeigen
Im Bett - En la cama - finde ich weder trocken, noch dünn, sondern interessant und reizvoll.
Was du als oberflächlich empfindest, ist die - vom Regisseur gewollte - Normalität und Alltäglichkeit, mit der der One Night Stand schonungslos in seiner Banalität dargestellt und in seiner ganzen Hilflosigkeit entzaubert wird.
Was nix daran ändert, dass ich die Umsetzung - der konzeptuellen Überlegung des Regisseurs zum trotz - als oberflächlich empfinden darf.
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Alt 19.11.2009, 10:35   #25 (permalink)
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Zitat von Ld_jackpot Beitrag anzeigen
Was nix daran ändert, dass ich die Umsetzung - der konzeptuellen Überlegung des Regisseurs zum trotz - als oberflächlich empfinden darf.

Natürlich kann man auch normale Lebensumstände und banale Alltäglichkeiten interessant inszenieren oder andererseits bewegende Dialoge und aufregende Handlungen mittelmäßig und einfallslos darstellen. Ein Film lebt immer von der Kunstfertigkeit des Regisseurs und dem Talent seiner Akteure.

Es ist klar, dass jeder den Film mit anderen Augen sieht und dabei unterschiedliche Empfindungen hat. Deine Meinung akzeptiere ich ohne wenn und aber! Daran will keinen Zweifel lassen.
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