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Thema: Cannibal Girls

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    Cannibal Girls



    Produktionsland: Kanada
    Produktion: Daniel Goldberg, Ivan Reitman
    Erscheinungsjahr: 1973
    Regie: Ivan Reitman
    Drehbuch: Robert Sandler, Daniel Goldberg, Ivan Reitman
    Kamera: Robert Saad
    Schnitt: Daniel Goldberg
    Spezialeffekte: Michael Lotosky, Richard Whyte
    Budget: ca. -
    Musik: Doug Riley
    Länge: ca. 84 Minuten
    Freigabe: FSK 16
    Darsteller: Alan Gordon, Allan Price, Andrea Martin, Bob McHeady, Bonnie Neilson, Earl Pomerantz, Eugene Levy, May Jarvis, Mira Pawluk, Randall Carpenter, Ronald Ulrich

    Inhalt:

    Cliff und Gloria sind mit dem Auto unterwegs, als dieses auf einmal Probleme macht. Also halten sie in der nächsten Stadt, um das Auto reparieren zu lassen und ihre Reise fort zu führen. Da dies länger als erwartet dauert, nehmen sie sich ein Hotelzimmer und erfahren dort von der Geschichte der drei Kannibalenfrauen, welche als Legende in der Stadt erzählt wird. Fasziniert wollen sie sich das Haus anschauen, in dem diese Legende spielt und welches inzwischen zu einem Restaurant umfunktioniert wurde. Doch sie ahnen nicht welche Grauen dort auf sie warten!

    Trailer:



    Meinung:

    1974 kam ein Film in die deutschen Kinos, der den grandiosen Namen Cannibal Girls trug. Wie nicht anders zu erwarten wurde er dem geneigten Filmfan nur geschnitten vorgesetzt und das mit einer FSK 18 Freigabe. Nun, genau 40 Jahre später hat sich Anolis Entertainment dem Werk angenommen und man bekommt endlich das komplette Werk und das auch noch in zwei wunderschönen Mediabooks. Aber kann der Film an sich auch überzeugen?

    Cliff und Gloria sind mit dem Auto unterwegs, als dieses auf einmal Probleme macht. Also halten sie in der nächsten Stadt, um das Auto reparieren zu lassen und ihre Reise fort zu führen. Da dies länger als erwartet dauert, nehmen sie sich ein Hotelzimmer und erfahren dort von der Geschichte der drei Kannibalenfrauen, welche als Legende in der Stadt erzählt wird. Fasziniert wollen sie sich das Haus anschauen, in dem diese Legende spielt und welches inzwischen zu einem Restaurant umfunktioniert wurde. Doch sie ahnen nicht welche Grauen dort auf sie warten!

    Die Geschichte von Cannibal Girls ist äußerst interessant geworden und hat mich bestens unterhalten. Wenn man im Internet nach diesem Werk sucht, dann fällt schnell auf, dass der Film nicht unbedingt sehr beliebt ist. Viele bezeichnen ihn als langweilig und schlecht. Aber er versprüht den typischen 70er Jahre Charme, wie es auch ein Blutgericht in Texas schafft. Der Film erzeugt zu Beginn direkt eine wunderbare Atmosphäre. Toll ist auch das Anolis diesen Film direkt in der winterlichen Jahreszeit herausgebracht hat, denn auch im Film liegt überall Schnee und dadurch steigt dieses wohlige Gefühl im Magen auf, da man sich verbunden mit dem Geschehen fühlt.

    Der Beginn erinnerte den geneigten Slasherfan darüber hinaus an den Anfang von Maniac, welcher aber erst einige Jahre später entstanden ist. Ein Pärchen wird beobachtet wie es am Strand rummacht, ganz ähnlich wie dies auch in Maniac geschieht. Was dann aber noch viel interessanter ist, ist die Dinnerszene welche man so auch aus dem vorher bereits erwähnten Blutgericht in Texas kennt, natürlich nicht ganz so extrem und perverse wie in dem Kettensägenmassaker aber dennoch kann man eine Ähnlichkeit hier nicht verleugnen. Allerdings feierte Cannibal Girls seine Premiere gut 1 Jahr vor dem Kettensägen schwingenden Leatherface.

    Bei den Charakteren fällt sofort der Reverend auf, welcher in meinen Augen wie die amerikanische Version von Coffin Joe wirkt. Diente dieser vielleicht sogar als Inspiration für den Bösewichten? Die Übernatürlichen Kräfte lassen definitiv darauf schließen. Wie auch Coffin Joe geht etwas überaus Böses von dem Reverend aus und diese Präsenz, welche er von dem ersten Auftritt an ausstrahlt ist einfach grandios. Die restliche Cast ist steht dem allerdings in nichts nach, besonders die drei Kannibalenmädchen, welche wirklich ein gefundenes Fressen für das männliche Auge sind.

    Atmosphärisch agiert der Film auf sehr hohem Niveau, wenngleich ein wenig Trashcharme in der Luft liegt. Doch das stört überhaupt nicht und macht das ganze eher unterhaltsamer als es ohnehin ist. Um auf die allseits geübte Kritik einzugehen, so muss man sagen, dass der Film am Ende ein wenig schwächelt und das man sich schon gewünscht hätte, er wäre gut 10 Minuten kürzer gewesen. Aber wenn man an andere Filme dieser Art denkt, dann trifft dies sicherlich auch auf einen Texas Chainsaw Massacre zu, welcher auch nicht immer am Spannungslimit agiert.

    Die Musikalische Unterstützung hingegen kann sich sehen lassen und weiß zu gefallen. Sehr ruhige Klänge treiben die ohnehin sehr gute Atmosphäre weiter in die Höhe. Darüber hinaus gibt es hier noch ein ganz besonderes Feature, nämlich eine Glocke oder vielmehr eine Sirene, die immer dann erklingt, wenn etwas Schlimmes passieren wird. Manch einer meint zwar, dass diese nur einmal im Film erklingt, ich habe allerdings 6 mal das Signal gehört. Eine wirklich nette Idee, welche allerdings auch immer ein wenig die Spannung bzw. den Überraschungseffekt vorweg nimmt.

    Wo wir gerade bei der Klingel sind, können wir auch direkt zu den Effekten übergehen und auch hier muss man sich immer vor Augen halten, dass wir es mit einem über 40 Jahre alten Film zu tun haben und dafür bekommt man doch einiges geboten. Immer wieder fließt der rote Lebenssaft und einige Kills gibt es auch zu bewundern. Zwar nichts was dem Gorehound die Freudentränen in die Augen jagen würde, aber dennoch recht solide Kost. Immerhin hat es ja auch für eine FSK 16 Freigabe gereicht und wer da ein Blutbad erwartet, der sollte lieber nochmal überlegen, ob das ein Film für ihn ist.

    Fazit: Cannibal Girls ist ein netter kleiner Film, der sowohl das Terrorkino, das Horror- und ein wenig auch das Slashergenre in sich vereint und so zu einem sehr spaßigen, kurzweiligen Trashfest wird, das man sich auf jeden Fall mal anschauen darf. Mit netten Ideen, wie der Sirene vor jedem Kill, bekommt man darüber hinaus noch etwas Einzigartiges geboten. Wer das Blutgericht in Texas schon auswendig kennt, der sollte diesem charmanten Film definitiv eine Chance geben.

    Zur Veröffentlichung: Anolis hat mal wieder alles gegeben. Die Bluray beinhaltet den Film ungeschnitten in einer sagenhaften Qualität, wenn man sich das Alter des Films einmal vor Augen hält. Der Ton ist super abgemischt und weiß zu gefallen. Neben der Möglichkeit den Film in deutsch oder englisch zu schauen, gibt es bei jeder Tonoption auch noch die Wahl zwischen der Variante mit Glocke oder ohne. Das Bonusmaterial ist über jeden Zweifel erhaben und bittet neben einem grandiosen Audiokommentar von Ingo Strecker und Thomas Kerpen, noch zwei Featurettes, mehrere Trailer und eine Bildergalerie. Als wäre das noch nicht genug, gibt es auf einer separaten DVD noch eine Grindhouse Fassung der deutschen Kinofassung mitsamt alten Werbeeinschaltungen, welche damals geschnitten werden musste. Um das Gesamtpaket abzurunden gibt es noch ein 28-seitiges Booklet, was vielleicht eines der inhaltsreichsten Booklets der Mediabook Geschichte sein dürfte. Wirklich eine rundum gelungene Veröffentlichung von Anolis Entertainment, an der für Fans des Films und alle die es noch werden wollen, kein Weg vorbei führt!

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